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Bilanz des Ordnungsamtes

Ungeziefer in Betrieben sorgt Lebensmittelkontrolleure

DORTMUND Ob Restaurants, Dönerbuden oder Altenheim die Hygienestandars einhalten, prüfen die Lebensmittelkontrolleure des Ordnungsamts. 2015 hatten sie in Dortmund weniger zu beanstanden als im Jahr zuvor. Doch immer häufiger stoßen sie bei ihren Kontrollen auf Schädlinge. Deshalb mussten schon zwei große Betriebe schließen.

Ungeziefer in Betrieben sorgt Lebensmittelkontrolleure

Schädlinge in der Küche und altes Frittierfett - das waren die größten Probleme bei den Lebensmittelkontrollen in Dortmund.

Wie eklig sind unsere Lebensmittel? Vor allem bei Frittierfett und Sahne gibt‘s immer wieder Grund zur Sorge. Insgesamt aber, so sagt Anja Schiek, Leiterin der Lebensmittel-, und Gewerbeüberwachung im Ordnungsamt, sei die Beanstandungsquote von früher zwölf Prozent der entnommenen Proben auf knapp zehn Prozent gesunken. 

Gleich viele Mitarbeiter, nämlich 14, entnahmen gleich viele Proben: 3153 waren es im Jahr 2014 und 3152 in 2015. Bis jetzt (Stand 18. Februar) gab es bei 299 Proben diverse Beanstandungen. „297 Proben stehen noch aus“, sagt Anja Schiek. Aber: Damit dürfte die Quote der nicht einwandfreien Proben wieder leicht ansteigen. 2014 lag sie nämlich nur bei 7,7 Prozent und fast schon historisch niedrig. Die Lebensmittelüberwacher rechnen für 2015 mit 9,5 Prozent.

Fehlendes Geld bei Betreibern

Anja Schiek sieht mit Sorgen: „Bei den Betrieben ist zu erkennen, dass bei einem Großteil der Betreiber häufiger die finanziellen Mittel für Renovierungen, Sanierungen fehlen und bauliche Mängel nicht nachhaltig behoben werden.“ Erschreckend zeige sich dies durch zunehmenden Schädlingsbefall. So mussten im vergangenen Jahr zwei relativ große Betriebe aufgrund massiven Schädlingsbefalls kurzzeitig geschlossen werden. Und Anfang 2016 bereits ein kleiner Betrieb.

Schiek appelliert auch an die Immobilienbesitzer, ihre Gebäude instand zu halten, damit von außen kein Ungeziefer in die Betriebsstätten gelangen kann. Überprüft wurden von Lebensmittelkontrolleuren und Veterinären 3893 Betriebe im Jahr 2014 (insgesamt 6142 Kontrollen) und 4214 Betriebe (6522 Kontrollen) im vergangenen Jahr.

Darunter fallen alle lebensmittelrechtlich relevanten Betriebe von A wie ambulante Stände auf Veranstaltungen und Wochenmärkten, über Altenheime, Bäckereien, Krankenhäuser, Schlachtstätten bis zu Gaststätten, Dönerherstellern, Kaffeeröstereien, Trinkhallen und natürlich Supermärkte.

Sahne und Fritierfett sind problematisch

Von 58 Sahne-Proben mussten neun beanstandet und 25 bemängelt werden. Letztere lagen nicht nur über dem Verfallsdatum, sondern waren für den Verzehr ungeeignet. Deutlich mehr als 2014: Da waren von 75 Proben 16 Mangelhaft und acht zu beanstanden. Etwas besser das Ergebnis bei Frittierfett: Von 131 Proben taugten zehn nicht mehr viel, gesundheitsgefährlich war kein Fett. 2014 waren von 139 Fettproben 20 zu beanstanden und vier nicht mehr für den Verkehr geeignet.

Aufgrund fehlenden Reinigungs-Personals könnten viele Betriebe einen dauerhaft guten Hygienestatus nicht gewährleisten, hat Schiek den Eindruck. „Nur die häufigen Tests der Lebensmittelkontrolleure führen dort zu einem akzeptablen Ergebnis“, sagt sie.  

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