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Kilometerlanges Tunnelsystem

Unterwegs in den Eingeweiden der TU Dortmund

DORTMUND Über etliche Kilometer erstreckt sich das Wegesystem an der TU Dortmund. Nur wenige wissen: Unterirdisch kommen noch einmal rund vier Kilometer hinzu. Die Katakomben der TU bilden eine eigene spannende Welt. Wir haben sie besucht.

Unterwegs in den Eingeweiden der TU Dortmund

Unter verzinktem Blech und Isolierung fließt heißes und kaltes Wasser zu allen Bereichen auf dem Campus. Foto: Stephan Schütze

Wie von Geisterhand erhebt sich langsam eine Bodenplatte auf dem Grünstreifen neben dem Maschinenbaugebäude. Studenten, die zum nächsten Seminar eilen, beobachten staunend, wie neben der schräg stehenden Klappe aus dem Nichts ein Mann auftaucht. Lässig steigt er eine Gittertreppe empor. Hinter ihm geht es rund sechs Meter in die Tiefe, in einen langen und weit verzweigten Schacht.

Wege für Wärme und Wasser, Energie und Daten

Der mit Beton ausgebaute Tunnel gehört zum Versorgungskanal der TU. Hier fließt die Wärme- und Wasserversorgung durch dicke blechverkleidete Rohrleitungen. Auf der anderen Seite der großzügigen Röhren laufen fein nebeneinander Strom- und Datenkabel. Letztere sehen teilweise noch recht neu aus. Das macht den Nutzen eines solchen Versorgungssystems deutlich: „Man kann hier gut nachinstallieren“, sagt Techniker Fredy Schad. Auch Wartungen und Reparaturen sind ohne störende oberirdische Baustellen möglich.

Die Unterwelt der TU Dortmund

Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Die Tunnel sind geräumig und einigermaßen warm. Gemütlich ist trotzdem etwas anderes.
Fredy Schad, der "Herr der Unterwelt" an der TU, testet eine Notausstiegklappe. Darunter geht es sechs Meter tief in den Versorgungschacht. Die Notausstiege enden alle irgendwo auf der grünen Wiese zwischen den Gebäuden.
32 Notausstiege enden auf Grünstreifen auf dem Campus. Sechs Meter geht es in die Tiefe.
Am Maschinenbaugebäude gibt es einen komfortablen Ausstieg. Fredy Schad gelangt hier über eine Treppe ans Tageslicht - zur Überraschung der vorbeigenden Studenten.
Ein Ausstieg aus dem Schacht. Daneben gibt es 32 kleinere Notausstiege aus dem vier Kilometer langen und gut ausgebaute Versorgungsschacht.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus.
Am Maschinenbaugebäude gibt es einen komfortablen Ausstieg. Fredy Schad gelangt hier über eine Treppe ans Tageslicht - zur Überraschung der vorbeigenden Studenten.
Das Innenleben der TU-Unterwelt besteht aus Kabeln und verzinktem Blech. Dicke Rohre führen Trink- und Warm-/Kaltwasser.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus.
Schnurgerade ziehen sich die Rohre kilometerweit durch die Tunnel.
Das Innenleben der TU-Unterwelt besteht aus Kabeln und verzinktem Blech.
Rund sechs Meter hoch führt die Notausstieg-Leiter, die Klappe wird  über einen Taster elektrisch geöffnet. Von außen sind die mit einer Metallplatte abgedeckten Schächte kaum zu sehen. Sie liegen alle auf Grünflächen.
Handyempfang ist in der TU-Unterwelt nicht garantiert. Dafür gibt es an den Notausstiegen nostalgisch anmutende Telefone, über die sich Fredy Schad und seine Kollegen verständigen oder Hilfe holen können.
Dehnungsschleifen ermöglichen den Rohren etwas Spielraum, damit es nicht zu Spannungsrissen kommt.
Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Abwzeige führen zu den einzelnen Gebäudekomplexen.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Strom- und Datenkabel sowie dicke Rohre für die Wasserversorgung und Heizung kilometerlang geradeaus.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Strom- und Datenkabel sowie dicke Rohre für die Wasserversorgung und Heizung laufen dort entlang.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Energieversorgungsmeister Fredy Schad am Eingang zum Tunnelsystem.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Strom- und Datenkabel sowie dicke Rohre für die Wasserversorgung und Heizung laufen dort entlang.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus.
Die Unterwelt der TU Dortmund: Der vier Kilometer lange und gut ausgebaute Versorgungsschacht verzweigt sich unter dem gesamten Nordcampus. Er beginnt am Blockheizkraftwerk neben der Leitstelle.
In der Leitstelle an der Emil-Figge-Straße 71 laufen die Fäden zusammen Fredy Schad, stellvertretender Leiter der Zentralen Anlagentechnik, zeigt, welche Meldungen am Leitstand eintreffen: Irgendwo steht eine Nottür offen und ein Aufzug ist defekt. Für Abhilfe wird gesorgt.
In der Leitstelle an der Emil-Figge-Straße 71 laufen die Fäden zusammen. Ein Leitstand überwacht die H-Bahn, der zweite hat die Übersicht über 35.000 Datenpunkte aus allen Bereichen des Campus. Ist ein Aufzug defekt, eine Nottür geöffnet, löst ein Brandmelder aus oder gibt es Probleme mit Heizung oder Klimatisierung, kommt die Meldung hier an.

Fredy Schad ist der Herrscher über die Unterwelt der Universität. Die ohnehin mageren Hinweisschilder an den unterirdischen Kreuzungen braucht der stellvertretende Leiter der Zentralen Anlagentechnik nicht, er hat den Plan des vier Kilometer langen Versorgungsschachts im Kopf. Der bildet quasi die Eingeweide der Universität, Herzstück ist das Blockheizkraftwerk, von dem aus die Energie und Wärme in die Gebäude gepumpt wird. Der Leitstand macht das Hirn aus. Dort laufen die Meldungen von 35.000 Datenpunkten zusammen, darunter Heizung, Aufzüge, Nottüren, Brandmelder, Stromversorgung.

Zugänge in 20 Gebäuden

Vom Haupteingang an der Leitstelle Emil-Figge-Straße 71 aus kann Fredy Schad unter der Erde fast an jeden Ort auf dem Nordcampus gelangen. In rund 20 Gebäuden führen Türen direkt in die und aus den 1974 gebauten Katakomben. Es ist durch ein spezielles Schließsystem gesichert, daher können sie nur wenige Berechtigte betreten. Nutzen diese die direkten Wege als Abkürzungen? „Eigentlich nicht“, sagt Fredy Schad. „Es sei denn, es regnet mal besonders stark...“

32 Notausstiege auf der grünen Wiese

Neben den Türen in den Untergeschossen der TU-Gebäude gibt es im Tunnelsystem 32 Notausstiege. Sie münden völlig unscheinbar irgendwo auf den Wiesen zwischen Hallen und Seminargebäuden. „Wäre ja schlecht, wenn sie auf der Straße rauskämen“, sagt Fredy Schad. Oder im Ernstfall zugeparkt wären.

Wer nicht weiß, was sich hinter den quadratischen Metallplatten auf dem Boden verbirgt, der ahnt nicht, dass darunter eine Leiter sechs Meter in die Tiefe und damit in eine eigene Welt führt. An den Aufstiegen gibt es Feueralarmknöpfe und oftmals auch Telefone – uralte Apparate in Bundespost-Grau mit Wählscheibe. Sie sehen nicht danach aus, sind aber noch in Betrieb; Handyempfang ist im Untergrund eher Glücksache.

Einmal im Jahr wird geputzt

Von innen sind die Ausstiege über einen Taster zu öffnen. Regelmäßig wird überprüft, ob die Technik funktioniert und es im Außenbereich keine Hindernisse gibt. In den Katakomben selbst machen die Mitarbeiter der Zentralen Anlagentechnik wöchentlich einen Kontrollgang. Und einmal im Jahr kommt eine Reinigungsfirma zum Großputz.

So sieht es in den endlos scheinenden schnurgraden Gängen sehr aufgeräumt und sauber aus. Nur an den Lüftungsschächten sammelt sich etwas Laub und Regenwasser. Rund 20 Kilometer verzinktes Blechrohr wurde in den Versorgungsschächten verbaut, immer wieder unterbrochen durch Kreuzungen und Dehnungsschleifen, die Spannungsrisse verhindern. An diesen Stellen weiten sich die Tunnel zu kleinen Hallen, in denen die Rohre sich etwas winden können.

Das war´s aber auch schon an Abwechslung im verborgenen Gängesystem. Spannend ist es trotzdem. Deshalb führt Fredy Schad regelmäßig Besuchergruppen durch den Untergrund. Beim Tag der offenen Tür im November war der Andrang wieder groß.

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