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Hombrucher Marktplatz

Vater und Sohn reinigen die Orgel der Evangelischen Kirche

HOMBRUCH Konrad Kaltenhauser (78) und sein Sohn Markus (45) haben alle Hände voll zu tun: Die Orgelbauer säubern seit Montag die Orgel der Evangelischen Kirche am Hombrucher Marktplatz. Bis diese akribische Handarbeit beendet ist, werden vier Wochen vergehen.

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Markus Kaltenhauser und sein Vater Konrad reinigen in den nächsten vier Wochen die Orgel der Evangelischen Kirche Hombruch. Jede der 2600 Pfeifen müssen die beiden Orgelbauer säubern.

Konrad Kaltenhauser durchlüftet die Pfeifen mit einem Kompressor.

Genau 2600 Pfeifen müssen einzeln ausgebaut und gründlich gereinigt werden. 1997 hat Markus Kaltenhauser den Betrieb seines Vaters übernommen. Im selben Jahr stand für das Familienunternehmen die letzte Reinigung der Hombrucher Orgel an.  „In der Regel wird eine Orgel alle 15 bis 20 Jahre sauber gemacht“, erzählt Markus Kaltenhauser. Über ein Jahrzehnt ist also vergangen, seitdem das gut 60 Jahre alte Kircheninstrument zuletzt Staubtuch und Putzmittel gesehen hat.

 Durch den Bau des neuen Gemeindehauses an der Harkortstraße sei viel Dreck entstanden, der sich in den Orgelpfeifen angesammelt habe. „Diese Orgel hat eine elektrische Steuerung, sie ist also sehr empfindlich. Daher war es sinnvoll, den Schmutz jetzt zu entfernen“, sagt Markus Kaltenhauser, der weit über die Grenzen von Dortmund hinaus die Herzstücke von Orgeln unter die Lupe nimmt. Im gesamten Ruhrgebiet, im Münsterland, in Niedersachsen, sogar in Berlin baut der 45-Jährige Orgeln auseinander und reinigt sie. 200 Gemeinden im Jahr nehmen Kaltenhausers Dienste in Anspruch – ein Knochenjob. „Es ist eine aufwendige Arbeit, keine Frage. Sie macht aber Spaß, weil sie außergewöhnlich ist“, betont der Orgelbauer.  

 Die Pfeifen der Hombrucher Orgel sind in den 1950er Jahren aus Zink, Zinn und Kupfer angefertigt worden. Während die kleinsten Pfeifen nur ein paar Gramm wiegen, bringen die größten bis zu 80 Kilogramm auf die Waage. Diese können Markus und Konrad Kaltenhauser nicht ausbauen. „Die sind einfach zu schwer“, betont Markus Kaltenhauser. Die Orgel der Evangelischen Kirche Hombruch zähle zu den größten in Dortmund, sagt der 45-Jährige. Lediglich die Instrumente in der Probsteikirche und im Konzerthaus seien größer. Heute müssten Gemeinden satte 800.000 Euro für eine Kirchenorgel aufbringen.  Selbst Orgeln bauen würde Markus Kaltenhauser aber nicht mehr. „Die Kundennachfrage ist stark zurückgegangen. 15 bis 20 Orgelbauer kämpfen um einen Zuschlag, der Konkurrenzdruck ist einfach zu groß“, erzählt er. Eine Kirchenorgel wird manuell per Hand über Tasten und zusätzlich per Fuß über Pedale gespielt.  

 Um die Pfeifen von Schmutz zu befreien, werden sie mit einem Kompressor durchlüftet. Diese Aufgabe übernimmt Konrad Kaltenhauser. Der 78-Jährige sitzt gemütlich vor dem Kircheneingang und bläst eine Pfeife nach der anderen durch. Farbe hat der Senior im Gesicht. Kein Wunder: Ihm lächelt die Sonne entgegen. „Ich bin immer an der frischen Luft“, schwärmt Konrad Kaltenhauser. Sein Sohn säubert derweil die Pfeifen von außen. Wohlgemerkt mit Handschuhen. Denn: „Fingerabdrücke lassen sich nicht so leicht entfernen“, verrät Markus Kaltenhauser.

 Mitte Juli soll die Hombrucher Kirchenorgel blitzblank sein. Im Jahr 2027 wird sie sich wohl das nächste Mal einer gründlichen Reinigung unterziehen müssen. Vermutlich wieder vom Familienbetrieb Kaltenhauser. 

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