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Prozess um sexuellen Missbrauch nach Pokalfeier

Verhandlungen vertagt: Richter geht in Elternzeit

Dortmund Der Prozess gegen einen 41-Jährigen, der nach der DFB-Pokalfeier eine Frau sexuell missbraucht haben soll, muss neu begonnen werden. Die Verhandlungen hatten sich seit Dezember in die Länge gezogen. Nun geht einer der zuständigen Richter in Elternzeit.

Verhandlungen vertagt: Richter geht in Elternzeit

Ein große Strafkammer besteht aus drei Richtern und zwei Schöffen (Symbolbild). Foto: DPA

Das Landgericht muss den Prozess um den sexuellen Missbrauch einer Frau im Anschluss an die DFB-Pokalfeier auf dem Friedensplatz noch einmal von vorne beginnen. Weil einer der Berufsrichter demnächst seine Elternzeit antritt, fällt er als Mitglied der Kammer aus.

Seit Mitte Dezember hatten die Richter gegen den 41-jährigen einschlägig vorbestraften Angeklagten verhandelt. Nach den Feierlichkeiten zum DFB-Pokalsieg im vergangenen Jahr soll er sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts ausgegeben und so eine Frau in sein Auto gelockt haben. Auf der folgenden rund einstündigen Fahrt soll er die Frau sexuell missbraucht haben. An ihrem Körper und an ihrer Kleidung wurde später DNA des Angeklagten gesichert.

Weiter andauernde Gerichtsverhandlung

Dennoch ist der 41-Jährige weit davon entfernt, einen gewaltsamen Übergriff zu gestehen. Aus diesem Grund dauerte die Gerichtsverhandlung länger. Und weil die drei Verteidiger zuletzt auch noch zahlreiche Beweisanträge gestellt haben, ist ein Abschluss des Verfahrens nun vor Beginn der Elternzeit eines Richters der Kammer nicht mehr möglich.

Gerichtssprecher Thomas Jungkamp räumt ein, dass eine solche Entwicklung immer ärgerlich sei. Die zeitliche Kollision mit der Elternzeit sei aber so nicht absehbar gewesen. Vorwürfe an die Verteidiger verbieten sich ebenso von selbst, so Jungkamp. Anträge zu stellen, sei rechtlich natürlich einwandfrei und nicht zu beanstanden.

Der Angeklagte ist in Untersuchungshaft

Wann die neue Verhandlung beginnen wird, steht noch nicht fest. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass das Gericht um Eile bemüht sein wird. Vorerst bleibt der Angeklagte nämlich in Untersuchungshaft. Wie das Oberlandesgericht in Hamm diese Haftfortdauer angesichts der aktuellen Entwicklungen bewerten wird, ist aber nicht absehbar. Die Verteidiger dürften sicherlich Haftbeschwerde einlegen.

Tatsächlich ist der 41-jährige nun schon seit vielen Monaten eingesperrt. Und bis zu einem Urteil werden sicherlich noch viele Monate vergehen.

Im Fall einer erneuten Verurteilung muss der 41-Jährige nicht nur mit einer Haftstrafe, sondern auch mit der anschließenden Unterbringung in der Sicherungsverwahrung rechnen.

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