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Westfalentower

Vermietungsflop soll verkauft werden

DORTMUND Der größte Vermietungsflop Dortmunds, der Westfalentower an der B1, soll verkauft werden. Denn die Credit Suisse muss ihren kürzlich geschlossenen Immobilienfonds CS Euroreal abwickeln. Fünf Jahre hat sie jetzt Zeit, einen Käufer für das Gebäude zu finden, für das sich nicht einmal Mieter interessieren.

Vermietungsflop soll verkauft werden

Der Westfalentower hat ein Vermietungsproblem, jetzt wird er verkauft.

Die Schweizer Bank investierte über den Immobilienfonds rund 73 Millionen Euro in das zweithöchste Gebäude Dortmunds. Der 22 geschossige Westfalentower wurde spekulativ gebaut, das heißt, vor Baubeginn im Jahr 2008 gab es noch keine abgeschlossenen Mietverträge. Nachher allerdings auch kaum. Aktuell sind nur 16,1 Prozent der insgesamt 27.500 Quadratmeter vermietet.

 Der Westfalentower ist eine von insgesamt 98 weiteren Immobilien in elf Ländern, die zum CS Euroreal gehören. Der Fonds hat ein Volumen von rund sechs Milliarden Euro, 200.000 Anleger versprachen sich von dem Kauf von Anteilen attraktive Renditen. Die größten Vertriebspartner waren laut Björn Korschinowski von der Pressestelle der Credit Suisse die Postbank, die Hypovereinsbank oder Targobank.  

 Erste Probleme gab es bereits 2008 mit der Lehman-Pleite, so Korschinowski. Prinzip eines offenen Fonds wie dem CS Euroreal ist es, dass die Anleger jederzeit ihr Geld abziehen können. Probleme tauchen dann auf, wenn sehr viele Anleger auf einmal an ihr Geld wollen. Das war nach Platzen der Immobilienblase in den USA der Fall. „Im Sinne der Gleichbehandlung“ habe Credit Suisse sich daher 2008 entschlossen, den Fonds zu schließen, so Korschinowski. Denn man könne nicht dem einen Anleger Geld auszahlen und dem anderen nicht.Auch nach der Schließung habe es Zuflüsse von 400 Millionen Euro gegeben. Inzwischen seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen für offene Fonds geändert worden und damit diese auch für den CS Euroreal gelten, müsste er wieder geöffnet werden.

 So kam es zu einer bedingten Öffnung. Zwischen dem 9. und 21. Mai dieses Jahres mussten die Anleger mitteilen, ob sie ihre Anteile behalten oder zurückgeben wollen. 51 Prozent wollten aussteigen, der Fond hätte drei Milliarden Euro auszahlen müssen, liquide Mittel hatte er aber nur in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Daher habe der Fonds in die Abwicklung gehen müssen, so Korschinowski. Schon im Vorfeld seien 15 Immobilien verkauft worden, alle über ihrem Verkehrswert. Die Anleger hätten mit dem Fonds somit kein Geld verloren, aber den Nachteil, nicht an ihr Geld zu kommen. Und die Rendite war mit einem Prozent im letzten Jahr eher mager, vorher lag sie laut Korschinowski zwischen drei und vier Prozent. Den Verkehrswert für den Westfalentower setzt Credit Suisse mit 76,6 Millionen Euro an.  

 Warum sich die Immobilie in der Vermarktung so schwer tut, erklären sich die Fondsmanager so: „Das Objekt und die Lage sind sehr gut. Allerdings wurden in Dortmund im gesamten letzten Jahr nur rund 65.000 Quadratmeter Mietfläche umgesetzt, Großmieter sind rar. Daher liegt die Vermietung weder am Objekt, noch an dem Mietpreis.“  Ein Experte für Büroimmobilien, der nicht genannt werden möchte, spricht hingegen Klartext: „Der Mietpreis von 12 bis 13,50 Euro pro Quadratmeter ist für Dortmund eine Spitzenmiete.“ Schon für 7 bis 11 Euro gebe es in Dortmund vernünftige Büroflächen.

Außerdem könnten nur Flächen ab 250 Quadratmeter gemietet werden. Warum die Bank als Eigentümerin nicht einfach mit dem Mietpreis runtergeht, führt er darauf zurück, dass im Fondsprospekt bestimmte Mietpreise angegeben seien, die man nicht einfach ändern könne oder wolle. Generell gebe es an der B1 bereits ein Überangebot an Büroflächen.

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