Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

DSW21

Verspätungen bei Bussen und Bahnen in Dortmund häufen sich

DORTMUND Busse und Bahnen der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sind im Jahr 2017 wohl noch etwas unpünktlicher als in den Vorjahren. Derzeit stecken sie oft im dichten Vorweihnachtsverkehr fest, Bahnen sind fast täglich in Unfälle verwickelt. Und: Es mangelt an der Information der Fahrgäste.

Verspätungen bei Bussen und Bahnen in Dortmund häufen sich

Irgendwann kommen die meisten Bahnen (hier „An der Palmweide“), derzeit allerdings oft verspätet. Foto: Stephan Schütze

Neulich abends, laut DSW21-App fährt die U42 nach Hombruch um 21.06 Uhr ab Stadtgarten. Dort blicken die Fahrgäste um 21 Uhr irritiert auf die Anzeigetafel am Bahnsteig: Erst in 20 Minuten kommt die nächste Bahn. Der 21.06er-Zug taucht weder in der Anzeige noch auf dem Gleis auf; warum, erfahren die genervten Kunden nicht.

Bahnen und Busse von DSW21 sind unpünktlicher als in den Vorjahren

Fahrgäste der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) erleben ähnliche Situationen zuhauf. Busse und Bahnen kommen zu spät oder gar nicht – und man erfährt oft nicht, wieso. Die Unpünktlichkeit ist nicht nur ein Gefühl der Kunden, sie zeigt sich auch in der Statistik: 2015 kamen 89,5 Prozent der Stadtbahnen pünktlich, 2016 88 Prozent. Bei den Bussen kamen 2015 84,5 Prozent zeitig, 2016 82 Prozent. Die Pünktlichkeitsquote sinkt, und „besser ist es 2017 nicht geworden“, sagte am Freitag DSW-Sprecherin Britta Heydenbluth. Die endgültigen Zahlen lägen noch nicht vor.

Die Quoten ließen DSW21 noch zu gut dastehen, meint Kunde Karsten Hoch. Er weist darauf hin, dass die Quote angibt, wie viel Prozent der Busse und Bahnen während der gesamten Verkehrszeit von frühmorgens bis spätabends pünktlich kommen. Sähe man sich nur die Verkehrsspitzen etwa von 6 bis 9 und 15 bis 18 Uhr an, sagt Hoch, würde die Quote „in den Keller gehen“.

Ursache für verspätete Busse: Viele Großbaustellen

Dass die Verspätungen bei Bussen 2017 noch einmal zugenommen haben, sei vor allem auf viele Großbaustellen im Stadtgebiet zurückzuführen, sagt DSW-Sprecherin Heydenbluth. Die Busse fahren Umleitungen, schon dauert‘s länger. Bei den Bahnen ist der Fuhrpark knapp. Wenn eine defekt ist, schlägt es direkt durch. Anfang Dezember etwa fielen 2 von 36 Fahrzeugen aus, die werktags die U43 bilden: Solche Ausfälle, sagt Heydenbluth, treffen „uns und unsere Fahrgäste, weil uns die Reserven fehlen“.

Wenn wie derzeit viele Menschen zu den Weihnachtsmärkten und zum Einkaufen in die Stadt drängen, dauert das Ein- und Aussteigen länger – auch das sorgt für Verspätungen. Zudem stehen die Busse oft im Vorweihnachtsverkehr – der an den oberirdischen Stellen auch die Stadtbahnen aufhält. Die Linien U43 und U42 mit ihren vielen oberirdischen Haltepunkten seien am unpünktlichsten, sagt Heydenbluth.

Verspätungen im Stadtbahn-Verkehr

Auto prallte gegen Stadtbahn - zwei Verletzte

Dortmund An der Bornstraße/Hildastraße ist es am Donnerstagabend zu einem folgenschweren Zusammenstoß gekommen. Ein Audifahrer aus Lünen prallte beim Wenden gegen eine Stadtbahn. Im Stadtbahnverkehr kam es zu Verspätungen. Ein anderer Unfall fast zur gleichen Zeit hatte noch größere Auswirkungen auf das Stadtbahn-Netz.mehr...

Auf alle Linien bezogen sagt sie: „Derzeit stoßen fast täglich Autos mit Bahnen zusammen, häufig beim Abbiegen oder Wenden.“ Obgleich solche Unfälle „meist glimpflich“ ausgehen, wie Heydenbluth sagt, stehe die Bahn erst einmal schnell 20, 30 Minuten still: Der Fahrer muss auf die Polizei warten, sehen, ob jemand verletzt ist; häufig muss er anschließend die Bahn zumindest kurz in die Werkstatt fahren. Auch Stürze von Fahrgästen, die es immer wieder gibt, führen zu minutenlangen Verspätungen, weil sich der Fahrer kümmert.

DSW21-Kunden erfahren Gründe für Verspätungen oft nicht

All diese Gründe für Verspätungen können wohl viele Kunden nachvollziehen. Nur erfahren sie oft an der Haltestelle nichts davon. Bei wenigen Minuten Verspätung informiert die DSW-Leitstelle nicht, bei längeren Verspätungen steht manchmal „versp.“ auf der Anzeigetafel. Oder Leitstellen-Mitarbeiter machen Durchsagen. Aber auch nur manchmal. Im eingangs geschilderten Fall der U42, die nicht kam, „hätten wir die Fahrgäste per Anzeige oder Durchsage informieren müssen“, räumt Britta Heydenbluth ein. Denn die Leitstelle weiß, wo Busse und Bahnen stehen – und warum.

Besser über Verspätungen und Ausfälle zu informieren, „das ist eines der wichtigsten Themen für die nächsten Jahre“, sagt Heydenbluth. Ein weiteres Thema sind die Anzeigetafeln an Haltestellen, an denen Kunden von Bus auf Bahn umsteigen und umgekehrt. Wer, sagen wir in Marten, aus dem Bus steigt, sieht auf der dortigen Anzeige nur, wann weitere Busse fahren. Erst die Anzeige an den Gleisen zeigt, wann eine Bahn fährt. Technisch sei es bisher nicht möglich, Busse und Bahnen auf eine Anzeige zu schalten, sagt Heydenbluth.

Mal eben neue Bahnen kaufen, um Engpässe zu vermeiden, kann DSW21 nicht. Wie berichtet, soll Anfang 2018 der Auftrag für 24 bis 26 neue Bahnen erteilt werden. Die ersten davon könnten Anfang 2020 fahren.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Petition mit 40.000 Unterstützern

Fan fordert Mehrwegbecher im Stadion - BVB dagegen

DORTMUND Ein junger Fußballfan aus Bayern hat eine Petition gestartet: Er möchte den BVB dazu bewegen, im Signal Iduna Park nicht länger Einwegbecher anzubieten. 40.000 Menschen unterstützen das. Der BVB sieht das anders. Auch aus ökologischen Gründen.mehr...

Anschlag auf BVB-Mannschaft

Richter will Bartra und Aubameyang als Zeugen hören

Dortmund Der Prozess zum BVB-Anschlag ist in vollem Gange. Nach dem Geständnis des Angeklagten Sergej W. zieht der Richter das Tempo an. Er will die Spieler Pierre-Emerick Aubameyang und Marc Bartra möglichst schnell als Zeugen laden. Was auch mit den Gesetzen des Profi-Fußballs zu tun hat.mehr...

Betretungsverbot

Größe der Sturmschäden in Dortmunds Wäldern ist noch nicht absehbar

DORTMUND Die Dortmunder müssen wohl noch länger auf Waldspaziergänge verzichten. Bei der Stadt geht man davon aus, sich frühestens bis Mitte oder Ende der Woche einen Überblick über die Schäden durch Sturmtief Friederike verschaffen zu können. Bei Dortmunds Parks sieht das hingegen anders aus.mehr...

Einsatz in leerstehendem Bürogebäude

Vier Tatverdächtige bei Einbruch gestellt

GARTENSTADT. Auf frischer Tat ertappt hat die Polizei am Freitag eine mutmaßliche Diebesbande in der Gartentadt. Vier Männer, die in ein leerstehendes Bürohaus eingedrungen waren, kamen vorübergehend ins Polizeigewahrsam. mehr...

An der Flughafenstraße

13-Jähriger bei Unfall schwer verletzt

BRACKEL. Ein 13-jähriger Junge ist am Freitagabend gegen 19.40 Uhr auf der Flughafenstraße in Brackel beim Überqueren der Fahrbahn von einem Auto angefahren und schwer verletzt worden. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. mehr...

Stadt-Marketing

Darum hat Dortmund kein Stadt-Logo mehr

DORTMUND Düsseldorf hat eins, Bochum hat eins, sogar Unna oder Datteln leisten sich eins: Mit einem modernen Logo wollen viele Städte Profil zeigen. Dortmund hatte einst ein sehr beliebtes Logo - doch mittlerweile verzichtet die Stadt ganz bewusst darauf. Dahinter steckt eine leidvolle Geschichte.mehr...