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Stadtentwicklungsgesellschaft

Verwaltung stoppt Wohnbauprojekt

DORTMUND Seit mehr als einem Jahr überlegt die Verwaltung, ihre städtische Tochter "Dortmunder Stadtentwicklungsgesellschaft" für den Wohnungsbau heranzuziehen. "Bislang ist nicht viel zustande gekommen“, ärgert sich Rainer Stücker vom Mieterverein. Mehr noch: Der Kämmerer zweifelt jetzt, ob die Stadt ihre Tochter überhaupt benötigt.

Verwaltung stoppt Wohnbauprojekt

Wie das Haus Brunnenstraße 51 sollten sanierungsbedürftige Häuser aufgekauft und instandgesetzt werden. Doch daraus wird jetzt wahrscheinlich nichts.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft werde dazu beitragen, dass „ab 2016 pro Jahr rund 300 Wohnungen zusätzlich gebaut werden können“, jubelte die SPD-Ratsfraktion. Planungsdezernent Ludger Wilde und Klaus Graniki, Geschäftsführer der Gesellschaft, hatten das Konzept gerade frisch vorgestellt. Das war im November 2015. Ein Jahr danach stellt nun Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins, ernüchtert fest: „Viel ist bislang nicht zustande gekommen, keine einzige der angekündigten Wohnungen ist gebaut.“

Drei potenzielle Grundstücke identifiziert 

Und nun tritt auch noch Kämmerer Jörg Stüdemann die Bremse. Dem Auftrag der Stadt folgend, habe die Gesellschaft mittlerweile drei potenzielle Grundstücke für Wohnungsbau identifiziert und dafür Planungen entwickelt. Dennoch: „Wir müssen überlegen, ob wir die GmbH von ihrem Lauf zurücknehmen“, sagte Stüdemann auf Anfrage. Dafür spreche, dass die Flüchtlingszahlen (erst einmal) deutlich gesunken seien. Obendrein gebe es „auch hohes Interesse von privaten Wohnungsinvestoren am Standort Dortmund“, so Stüdemann. 

Auch ein Kauf von heruntergekommen Wohnhäusern kommt für die Stadt derzeit eher nicht infrage. Zwar hat die Stadtentwicklungs GmbH im Auftrag der Stadt inzwischen rund 20 Immobilien bewertet - mit der Perspektive, dass die öffentliche Hand das ein oder andere Haus kauft, auf Vordermann bringt und neu vermietet. Mit der Immobilie Brunnenstraße 51 hatte funktioniert. Vorerst kommen Ankäufe solcher Art nicht infrage. „Wir haben das Bewertungsprogramm erst einmal beendet“, sagt Stüdemann.

Den Grund kennt Klaus Graniki, Geschäftsführer der stadteigenen GmbH. Der Immobilienmarkt beginne sich auch in Dortmund langsam zu erhitzen. „Wir können und werden aber nicht jeden Preis zahlen.“ Prokurist Christian Nagel hat erlebt, „dass für Immobilien bei Versteigerungen schon das Dreifache des Verkehrswertes bezahlt worden ist“. In einem Fall habe ein sanierungsbedürftiges Objekt mit einem Wert von 90.000 Euro für 270.000 Euro den Eigentümer gewechselt. „Die Interessenten standen auf den Fluren“, sagt Nagel. Für einen seriösen Investor, der bezahlbare Mieten erzielen wolle, seien solche Preise „wirtschaftlich nicht darstellbar“.

Dortmund benötige jährlich rund 3000 neue Wohnungen

Und in welchem Umfang soll die Stadtentwicklungs GmbH nun tatsächlich tätig werden? Sie als Bauherr auftreten zu lassen, war angedacht. Die Idee ist aber verworfen worden. Soll sie also weiter als Dienstleister für die Stadt Wohnbaugrundstücke entwickeln und die Planung vorbereiten? Oder selbst das künftig nicht mehr? All diese Fragen will Stüdemann unmittelbar nach den Herbstferien in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau klären. Für Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins, ist schon jetzt klar, wohin die Reise gehen muss: „Wir brauchen die Stadtentwicklungs GmbH“, sagt Stücker. Dortmund benötige jährlich rund 3000 neue Wohnungen, von denen 1000 öffentlich gefördert sein müssten. „Bislang ist nicht viel zustande gekommen“, sagt Stücker. „Es muss jetzt endlich etwas passieren.“ 

Über drei städtische Grundstücke hat die GmbH ihre Vorplanungen ausgebreitet. Eines davon liegt zwischen Hannöversche Straße und Niederste Feldweg in Wambel. Rund 15 Häuser könnten dort entstehen. Der Gestaltungsbeirat der Stadt hat sich vor Kurzem über die Pläne gebeugt. Wer sie realisieren soll, ist dabei offengeblieben.

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