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Bundesagentur

Vom Mini- zum Maxijob - nach Dortmunder Vorbild

DORTMUND 7,3 Millionen Minijobs gibt es in Deutschland. Wo es sich anbietet, sollen sie in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden. Funktionieren soll das nach einem Modell, das in Dortmund entwickelt wurde.

Vom Mini- zum Maxijob - nach Dortmunder Vorbild

Warben für die Aktion »Mehrwert schaffen« (v.l.): Frank Neukirchen-Füsers vom Jobcenter Dortmund, Projektleiterin Susanne Cziske, Minister Guntram Schneider, Bundesagentur-Vorstand Heinrich Alt und Handwerkspräsident Otto Kentzler.

Viele der 7,3 Millionen Minijobs sollen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt werden. Das will die Bundesagentur für Arbeit bundesweit vorantreiben und stützt sich dabei auf ein Modellprojekt, das in Dortmund entwickelt wurde.

Dabei sprechen speziell geschulte Mitarbeiter gezielt Minijobber und Unternehmen an und werben dafür, Minijobs in Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung umzuwandeln. So werden mittlerweile monatlich mit Hilfe der Jobcenter Dortmund, Unna, Bielefeld und Duisburg aus rund 150 Minijobs sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Seit September 2011 hat die Umwandlung in der Stadt Dortmund 241 Mal funktioniert, weitere 34 konkrete Zusagen von Arbeitgebern für eine Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegen vor.„Wir können nicht zuschauen, wie ganze Branchen ihre Kernbelegschaften auflösen zugunsten der prekären Beschäftigung“, sagte Guntram Schneider, Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, am Montag in Dortmund. Viele Minijobber seien auf aufstockende Geldleistungen aus dem Arbeitslosengeld II angewiesen. Das sei auch ein Problem für die öffentlichen Haushalte, speziell für die Kommunen.

„Es geht nicht darum, Minijobs schlecht zu machen. Für Unternehmen ist es wichtig, flexibel zu sein“, unterstrich Heinricht Alt vom Vorstand der Bundesagentur. Für Langzeitarbeitslose könnten Minijobs der erste Schritt sein, um wieder Teil der Arbeitswelt zu werden. „Es darf sich aber kein dauerhaftes Erwerbsprinzip daraus entwickeln, denn Minijob heißt auch Minirente.“ Auch vor dem Hintergrund fehlender Fachkräfte müssten sich Minijobs stärker zu einem Bestandteil eines längerfristigen beruflichen Integrationsprozesses entwickeln.

Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, betonte, dass in vielen Branchen wie etwa in der Gebäudereinigung die Arbeitgeber auf Minijobs angewiesen seien. Umgekehrt entspreche der Minijob auch dem Bedarf der Beschäftigten, etwa als Studenten- oder Rentnerjob. Ziel müsste es sein, Hürden für den Aufstieg in reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus dem Weg zu räumen.

Infos zum Projekt in Dortmund


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