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Bahnhof Hörde

Vorsitzende des Gestaltungsbeirats übt harsche Kritik am Neubau

HÖRDE Zur Kritik von Hörder Architekten am Neubau des Bahnhofs Hörde gesellt sich jetzt Kritik aus dem Gestaltungsbeirat der Stadt. Bemängelt wird vor allem die fehlerhafte Abstimmung vor dem Start der Bauphase. Redakteur Oliver Volmerich sprach mit der Vorsitzenden des Expertengremiums, Professorin Christa Reicher.

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Endspurt am Geschäftszentrum Bahnhof Hörde: Ende des Monats übergibt die Pink Invest GmbH den Pächtern die Ladenlokale. Schon Mitte Juli eröffnen die ersten Einzelhändler, wenn ihr Innenausbau abgeschlossen ist.

Professorin Christa Reicher, Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, der Verwaltung und Politik berät, kritisiert die Abstimmung über den Neubau am Hörder Bahnhof.

Dieses Projekt war zweimal im Gestaltungsbeirat, zuletzt am 1. Dezember 2011. Damals sollte es wegen grundlegender Änderungen erneut beraten werden. Das heißt, der Entwurf, den wir im Vorfeld gesehen haben, entsprach nicht dem, was jetzt realisiert werden soll beziehungsweise schon im Bau ist. Der Architekt hat dann in der Dezember-Sitzung erklärt, warum sich dieses Projekt so entwickelt hat. Es hat funktionale und bauliche Veränderungen gegeben, die im Prinzip zu Veränderungen der Gebäude-Proportionen geführt haben. Wir haben sehr erstaunt zur Kenntnis genommen, was uns da präsentiert worden ist.  

Es wurde uns erläutert, dass der Baubeginn bereits erfolgt und die Decke über dem ersten Obergeschoss bereits fertiggestellt war. In einem solchen Stadium gibt es sozusagen so gut wie keine Eingriffsmöglichkeiten mehr. Wir haben dann gefragt, was man denn überhaupt noch beeinflussen kann. Leider hatten wir nur noch die Möglichkeit, Einfluss auf solche Zutaten wie Werbung zu nehmen und diese angemessen zu reduzieren.  

Ja. Fakt ist: Was wir im Dezember vorgelegt bekommen haben, war nicht das, was wir ursprünglich beraten haben. Wenn aber etwas im Bau ist und die Ausschreibung fertig ist, ist es zu spät. Diese Chronologie war sehr unglücklich. Da ist etwas schief gelaufen in der ganzen Abstimmung. Und der Gestaltungsbeirat kann nicht sagen: Heben sie Ausschreibung auf und denken sie noch mal grundlegend über die Fassade nach. Wer bezahlt das?  

Die kann ich gut nachvollziehen. Ich finde, dass der Maßstab des Gebäudes dem Ort nicht hinreichend gerecht wird. Dieser Ort braucht zwar eine starke Geste, aber die Maßstäblichkeit ist nicht angemessen. Die Gestalt hat sich geändert.  

Vorher gab es beispielsweise mal ein differenziertes Fassadenbild. Der Architekt hat dann erklärt, das angedachte Patchwork sei zugunsten einer einheitlichen Gestaltung aufgegeben worden. Man kann das auch anders sehen. Dass nämlich durch das Aufgeben der abwechslungsreichen Gestaltung jetzt ein monolithisches Gebäude dort steht. Ich bedauere die Entwicklung sehr. Das bedeutet eigentlich, dass man immer genau verfolgen muss, wie sich ein Projekt nach der Beratung entwickelt. Und wenn es grundlegende Änderungen gibt, müssen die angezeigt werden.

Pink Invest nimmt Stellung


 

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