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Video-Interview

Warum Konstantin Wecker den Dortmunder Knast besuchte

DORTMUND Vor einem Auftritt im Dortmunder Konzerthaus hat der Liedermacher Konstantin Wecker am Mittwoch die Dortmunder Justizvollzugsanstalt besucht - jedoch nicht, um zu singen. Wir haben mit ihm 115 Jahre alten Gefängnis "Lübecker Hof" im Gerichtsviertel gesprochen.

Warum Konstantin Wecker den Dortmunder Knast besuchte

Konstantin Wecker in der Gefangenen-Bücherei der Dortmunder Justizvollzugsanstalt.

Liedermacher, Literat, Schauspieler, Komponist - der aus München stammende Künstler Konstantin Wecker war 90 Minuten lang Gast der Dortmunder Justizvollzugsanstalt (JVA). Der JVA-Direktor Ralf Bothge und der Leiter der Allgemeinen Vollzugsabteilung, Hagen Rydzy, stellten dem ungewöhnlichen Gast den vor 115 Jahren eröffneten "Lübecker Hof" vor.

Konstantin Wecker ist Mitglied des 2006 gegründeten Fördervereins der Gefangenenbüchereien in Deutschland mit Sitz in Münster. Die JVA Münster war 2007 "Bibliothek des Jahres". 2016 erhielt die Dortmunder Knast-Bücherei diesen Titel.

 

 

Der Dortmunder Büchereibetreuer und Integrationsbeauftragte Bekir Ercicek stellte Konstantin Wecker die Bücherei vor. Die Gefangenen können aus 5400 Medien auswählen: Neben den 4500 Büchern sind auch CDs und Filme im Angebot.

Auswählen können die Gefangenen die in 20 Sprachen zur Verfügung stehenden Medien in der Bücherei selbst. "Es ist wichtig, dass sie den Raum erleben können und ihnen die Bücher nicht auf die Zelle gebracht werden", sagt der Fördervereins-Vorsitzende Gerhard Peschers aus Münster.

Selbst im Gefängnis gesessen

Konstantin Wecker saß selbst bereits sechs Monate im Gefängnis. "Ich habe die halbe Bücherei gelesen", sagte er in Dortmunder über die Zeit hinter Gittern in München. Verurteilt wurde er wegen Drogenbesitzes. Bücher seien an einem Ort, an dem die Freiheit eingeschränkt werden, sehr wichtig: "Man fällt auf sich selbst zurück. Für das Buch ist das eine besondere Chance." Konstantin Wecker verarbeitete auch seine frühere Sucht in seinen Büchern.

Seine Biografie "Das ganze schrecklich schöne Leben" brachte er mit in die Dortmunder Knast-Bücherei - und schrieb eine Widmung für den "Lübecker Hof" hinein.

Konstantin Wecker besucht Dortmunder Knast

Konstantin Wecker in der Gefangenen-Bücherei der Dortmunder Justizvollzugsanstalt.
Konstantin Wecker im Konferenz des Knasts. Davor sein neues Buch.
Vor einem Gefängnis-Rundgang stellten Bedienstete den Knast im Gespräch vor.
Liedermacher, Literat und Mitglied im Förderverein der Gefangenenbüchereien in Deutschland: Kontantin Wecker war Gast im Dortmunder Gefängnis.
Konstantin Wecker im Dortmunder Gefängnis: Er besichtigte die Gefangenen-Bücherei im Lübecker Hof.
Der Integrationsbeauftragte im Dortmunder Knast und Büchereibetreuer Bekir Ercicek (rechst) im Gespräch mit Konstantin Wecker.
Gruppenbild vor Büchern: Konstantin Wecker (Mitte) war Gast der Dortmunder JVA.
Konstantin Wecker im Gespräch mit dem Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes, Hagen Rydzy.

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