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Die TOP 5 der Dortmunder Aprilscherze

Warum Opernsänger Morgan Moody so traurig guckt

DORTMUND Aprilscherze sind eine Herausforderung für jede Pressestelle. Lustig sein ist schließlich gar nicht so einfach. Wir küren hier die fünf besten Aprilscherze dieses Jahres von Dortmunder Behörden und anderen Institutionen.

Warum Opernsänger Morgan Moody so traurig guckt

Morgan Moody schaut so traurig, weil das Stück „Die Zauberflöte“ ohne Kostüme und Bühnenbild gespielt werden muss. Hat der Disney-Konzern verfügt. Sagt das Theater. Am 1. April. Foto: Björn Hickmann

Für Behörden und andere Institutionen sind Aprilscherze eine gute Gelegenheit, sich von der witzigen Seite zu zeigen. Hier unsere Dortmunder Top Fünf des vergangenen Sonntags in aufsteigender Reihenfolge:

Platz 5: Die Feuerwehr spart Kraftstoff

Einen umweltpolitisch grünen Ansatz verfolgte die Feuerwehr: Im Zusammenhang mit der Dieselskandaldiskussion sei es „für die Feuerwehr natürlich besonders wichtig örtlich flexibel zu sein. Jeder Bereich der Stadt muss zu jeder Zeit und innerhalb kürzester Zeit erreichbar sein.

Um dies zu gewährleisten, wurde in den letzten Wochen intensiv über dieses Thema gesprochen. Ein Gremium rund um die Fachbereichsleitung der Feuerwehr hat einen Beschluss zur Zukunft der Feuerwehr gefasst.“

Nur noch Elektro-LKW

Und der sehe so aus: „Es wurde beschlossen den kompletten Fuhrpark der Feuerwehr auf Elektro-LKWs umzustellen.“ Ein neues Logistik-Konzept solle auch mehrstündige Einsätze ermöglichen. Das Konzept sehe vor„die Fahrzeuge vor Ort entweder mit dem Abrollbehälter-Strom zu laden, oder, wenn dies nicht möglich ist, die Batterien durch den Abrollbehälter-Akku einfach auszutauschen.“

Warum Opernsänger Morgan Moody so traurig guckt

Zu diesem Bild schrieb die Feuerwehr: „Oliver Nestler, Bereichsleiter Einsatzdienst und Gefahrenabwehr, übergibt symbolisch die ersten Akkus an Mark Aschemeier vom Löschzug Hombruch.“ Sehr gut zu sehen ist das winzige schwarze Ding, das der Feuerwehrmann links seinem Kollegen zu überreichen scheint. Foto: Feuerwehr Dortmund

„Weiterhin werden für sämtliche akkubetriebenen Gerätschaften der Feuerwehr ebenfalls Reserve-Akkus auf dem Abrollbehälter vorgehalten. Funkgeräte, Leuchten oder auch Rettungsgeräte wie die Rettungsschere können so jeder Zeit an jedem Ort mit vollen Akkus ausgestattet werden.“

40.000 Views auf Facebook

Die Idee zu diesem Scherz geht zurück auf Lea Reichel vom Löschzug 16 der Freiwilligen Feuerwehr, wie Andreas Pisarski, stellvertretender Leiter der Pressestelle der Feuerwehr, am Dienstag mitteilt. Immerhin: Rund 40.000-mal wurde der Beitrag auf Facebook angesehen, 289-mal geliket, 41-mal kommentiert und 49-mal geteilt.

Übrigens: Die Umstellung auf Elektro-LKW könne sich die Feuerwehr sicherlich vorstellen, sagt Pisarski, „sobald das technisch möglich ist“.


Platz 4: Die Fachhochschule und die Eier-Professoren

Die Fachhochschule schrieb am Sonntagmorgen auf Facebook: „Schon gewusst? An der FH Dortmund treffen sich seit 1970 jedes Jahr kurz vor Ostern alle Professoren zum gemeinsamen Ostereierfärben. Highlight des Abends ist die Verlesung neuer Häschenwitze durch Mitarbeiter der Pressestelle.“

Eierfärben, mal wissenschaftlich

Ein Aprilscherz, der Fragen aufwirft. Denn die 251 FH-Profs (inklusive Vertretungen und weitere Lehrkräfte) würden ja höchstwahrscheinlich mit wissenschaftlichem Verve zu Werke gehen. Theoreme formulieren, Nanofärbverfahren entwickeln, die FH-Chemielabore ausreizen. Das Eierfärben, wie wir es kennen, wäre längst Vergangenheit. Dortmund wäre die Kalkschalenkoloritkapitale Europas und hätte keinen schwarzen Adler im Wappen, sondern ein Huhn. Ein farbiges.

“Hattu Bachelor?“

Die Idee für den Scherz kam Social-Media-Manager Axel Kopp. Ein Beispiel für das Genre Häschenwitz hat er auch:
Kommt Häschen zur FH und fragt: „Hattu Bachelor?“ Sagt die FH: „Ja.“ Sagt Häschen: „Muttu Fernsehen!“
Kopp verweist in diesem Zusammenhang auf die Eigenschaft aller Häschenwitze, ein eher bodennahes Niveau zu besitzen.

Auf Facebook erzielte die FH mit der Scherznachricht 36 Gefällt-mir-Klicks, rund 2500 Facebooknutzer sahen sie.



Platz 3: Rund-um-die-Uhr-Polizisten

Die Polizei schrieb einen Artikel mit der Überschrift „Streifenwagenfolien zur Ausrüstung an Privatfahrzeugen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten“. Darin kündigt sie „die Erhöhung der polizeilichen Präsenz“ und die „Steigerung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung“ an.

“Finger vom Handy“

Die Folien mit „Polizei“-Schriftzug an den Türen der Privatfahrzeuge der Beamten sollen „erreichen, dass andere Fahrzeugführer ständig die Kontrolle fürchten müssen und eher die Finger vom Handy lassen. Wir versprechen uns davon eine Verringerung der Unfallzahlen.“

“Solche Ideen enstehen immer im Team“, sagt Polizist und Pressesprecher Volker Aschoff. Mehrere Aprilscherz-Ideen seien diskutiert worden, und diese habe am plausibelsten geklungen.

Immer gut: Preise nennen

Damit möglichst viel Leute darauf reagieren, habe man extra einen fiktiven Anschaffungspreis dazugeschrieben: 450 Euro pro Folie. „Auf Preise springen die Leute ja immer an“, sagt Aschoff. Auf Facebook machte ein Mitarbeiter einer Werbetechnikagentur der Polizei auch gleich ein sehr viel günstigeres Konkurrenzangebot: 180 Euro inklusive Arbeitszeit.

Die Scherznachricht verbreitete die Polizei auf Facebook (rund 650 Likes, mehr als 100-mal geteilt, Dutzende Kommentare), auf Twitter (61 Likes, 15-mal geteilt, 7 Kommentare) und Instagram (330 Likes, 33 Kommentare).

Zeitumstellungs-Tweet war erfolgreicher

Was Aschoff allerdings wundert: Die Anzahl der Reaktionen auf den Aprilscherz kam nicht annähernd an den Erfolg der Mitteilung vom 24. März heran.
Damals twitterte die Polizei, in der Nacht von Samstag auf Sonntag (24. auf 25.3.) keine Notrufe entgegengenommen und keine Einsätze gefahren werden (denn diese Stunde wurde wegen der Umstellung auf Sommerzeit übersprungen). Diese Nachricht erhielt allein auf Twitter 112 Kommentare und mehr als 2000 Likes und wurde mehr als 600-mal geteilt.


Platz 2: Disney-Ärger für das Theater

Das Theater erfand ein Problem mit dem Disney-Konzern. Es schrieb am Sonntagmorgen auf Facebook: „Bitte beachten:

Leider sind wir kurzfristig gezwungen, bei der heutigen Vorstellung der Zauberflöte auf die tollen Kostüme von Austatter José Luna zu verzichten, da sie zu sehr an die bekannten Figuren des Walt-Disney-Konzerns erinnern.

Wir und das gesamte Ensemble um Papageno Morgan Moody bedauern diesen Umstand sehr und wir bitten um euer Verständnis.
Das Bühnenbild ist von dieser Einschränkung nicht betroffen. Wir werden definitiv heute Abend für euch spielen! (Inwieweit diese Regelung für die beiden verbleibenden Vorstellungen gilt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen.)“

Micky Maus und die Zauberflöte

Nun ist der Disneykonzern bekannt dafür, seine Inhalte mit allen juristischen Mitteln zu schützen. Diese Erfahrung machte die Naturbühne im Sommer 2016 mit ihrem Stück „Simba“, das stark an Disneys „König der Löwen“ angelehnt ist.

Warum Opernsänger Morgan Moody so traurig guckt

Fritz Steinbacher spielt und singt den „Monostatos“ in der Dortmunder Zauberflöte. Die schwarzen Puschel auf seinem Kopf erinnern an eine Figur des Disney-Konzerns. Foto: Björn Hickmann

Und das Kostüm des „Monostatos“ in der Dortmunder Zauberflöte lässt vermuten, dass Ausstatter José Luna Disneys Micky Maus zumindest mal gesehen hat.

Doch in diesem Fall habe es mit dem Disneykonzern keine Problem gegeben, versichert Theatersprecher Alexander Kalouti.
Es habe gar keinen Anlass dazu gegeben, die Entwürfe von Bühne und Kostüme mit Disney abzusprechen. Seit November 2016 läuft die Inszenierung unverändert.


Platz 1: Linksgedrehter Wind

Einen schrägeren Dreh zum Dieselthema fand die Wirtschaftsförderung. Die schickte eine Pressemitteilung: Ein gewisser Dr. Christian Bergfritz (gibt's nicht) von der TU Dortmund sei wissenschaftlicher Koordinator des Konsortiums „WinWinDo“, an dem 36 Unternehmen aus ganz Europa beteiligt sind (gibt's auch nicht), erläutert die Ausgangsidee: Schlechte Luft in der Innenstadt solle durch frische Luft ersetzt werden.

Ventilatoren am Wall

Dafür habe man in einer Simulation 300 Großventilatoren rund um den Wall aufgebaut. Doch das habe sich als unausgereift erwiesen, weil bei Regen die Fußgänger zu viel Wasser abgekriegt hätten.

Der Chef des Rotorenbauunternehmes HotAirTech (gibt's erst recht nicht) namens Manfred Sigwolla (so heißt in Wirklichkeit offenbar niemand) sei dann beim Gassigehen mit Hund und Ehefrau am Kanal der vielen Windräder gewahr geworden, was ihn auf die entscheidende Idee gebracht habe: Die Windräder müssen sich einfach auch mal linksrum drehen, statt immer nur rechts rum. Auf diese Weise werde die Lust dann automatisch ausgetauscht.

Ein Schweizer Sänger

Die Energieagentur der Dortmunder Wirtschaftsförderung (gibt's offenbar auch nicht, es gibt nur die Energieagentur.NRW) in Person ihres Mitarbeiters Michael von der Heide (es gibt zwar einen Menschen dieses Namens, aber der ist ein Schweizer Musiker) kündigt eine schrittweise steigende, täglich längere Linksdrehung an. In drei Monaten sei ein voller Austausch erreicht. Danach sollen der Frischluft sogar Duftstoffe beigemischt werden: Vanille, Kohlenstaub, Currywurst und Hopfen.

Der für die Pressemitteilung verantwortliche Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, Arturo de la Vega, war gestern für Nachfragen nicht zu erreichen. Sein linksdrehendes Gedankenspiel küren wir trotzdem zum einfallsreichsten Dortmunder Aprilscherz 2018.

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