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Umsatzeinbußen

Was Demos für Pflegedienste und Händler bedeuten

DORTMUND Busse und Bahnen fahren nicht mehr im Takt. Straßen sind gesperrt. Die Folge: Pflegedienste erreichen ihre Patienten nur schlecht. Und Einzelhändler klagen über Umsatzeinbußen. Große Demonstrationen beeinträchtigen das öffentliche Leben in einer Stadt - wir erklären, welche Folgen das haben kann.

Was Demos für Pflegedienste und Händler bedeuten

Am Samstag fand eine Hooligan-Demonstration in Dortmund statt.

Anruf bei Cornelia Münstermann vom Pflegedienst "Zuhause auf Zack". Das 25er-Team vom Rheinlanddamm 101 versorgt viele Patienten im Saarlandstraßen- und im Kaiserstraßenviertel, teilweise auch rund um die Uhr. Ein Aufmarsch von der Dimension, wie er am Samstag bei der Hooligandemonstration zu befürchten gewesen wäre, sei wegen der Verspätungen des Pflegepersonals "äußerst unangenehm für die Patienten".

Die Pflegedienstleiterin: "Unsere Insulin-Patienten warten darauf, dass wir sie pünktlich um 17.30 Uhr mit dem Medikament versorgen. Damit sie anschließend ihr Bütterchen essen können. Ohne Insulin können sie in Gefahr geraten." Das "Zuhause auf Zack"-Team versorgt auch Kehlkopfkrebs-Patienten, bei denen eine Kanüle permanent Schleim abtransportiert. "Erreichen wir diese Patienten nicht zeitig, ist das sehr unangenehm für sie."

Patienten liegen im eigenen Kot

Gleiches gelte für Patienten, die bettlägerig sind, im Rollstuhl sitzen und sich nicht selbst waschen können. "Sie nässen sich ein und sitzen im eigenen Kot. Da versinkt die Menschenwürde mit jeder verstrichenen Minute im Minusbereich, wenn sie auf uns warten müssen", sagt Cornelia Münstermann.

Hooligan-Demo neben dem Dortmunder Hauptbahnhof

Viel Polizei vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.
Der Königswall am Hauptbahnhof: die Straße ist gesperrt. Mit vielen Kräften will die Polizei Konflikte zwischen Hooligans und Nazigegnern verhindern. Busse können den Bereich zur Zeit passieren.
Der Bereich an der Bahnhofstraße ist dicht abgeriegelt. So will die Polizei Konfrontationen verhindern.
Auf der Bahnhofstraße: Die Strahlrohre eines Wasserwerfer sind auf die Kundgebungsfläche der Hooligans ausgerichtet.
Der öffentliche Nahverkehr ist gegen 13 Uhr nicht beeinträchtigt, mit wenigen Ausnahmen.
Die Polizei zeigte am Samstag massive Präsenz in Dortmund.
Polizeifarzeuge vor dem Dortmunder Hauptbahnhof.
2000 Polizisten sind in Dortmund im Einsatz.
Die Polizei bewältigte einen Großeinsatz mit 2000 Einsatzkräften und viel Material.
Ein Räumfahrzeug der Polizei steht auf der Brinkhoffstraße am Dortmunder U bereit.
Ein Wasserwerfer der Polizei auf der Brinkhoffstraße.
Die Hooligans dürfen unter dem Harenberg-Hochhaus neben dem Hauptbahnhof eine Standkundgebung abhalten.
Die Polizei hat Kontrollstellen aufgebaut: in diesen Zelten werden Personen auf verbotene Gegenstände untersucht.
In einer langen Schlange mussten Hooligans und Neonazis vor Kontrollzelten auf Einlass und Durchsuchungen warten.
Auch ein Teilnehmer der Hooligan-Demonstration.
Diese Nazis hatten Spaß daran, fotografiert zu werden.
In Dortmund versammelte sich die Hardcore-Hooligan- und Nazi-Szene.
Reiterstaffel der Polizei auf dem Königswall.
Rednerin Tatjana Festerling bei der hooligan-Demonstration in Dortmund.
Eine Reiterstaffel der Polizei auf dem Königswall.
Am Samstag fand eine Hooligan-Demonstration in Dortmund statt.
Die Bahnhofstraße in Dortmund: ein Wasserwerfer der Polizei ist auf die Fläche der Kundgebung ausgerichtet. Auch Räumfahrzeuge stehen bereit.
Auf der Kampstraße startete am Mittag eine Demonstration von Nazigegnern.
Polizei auf der Kampstraße an der Reinoldikirche.
Blick auf den Königswall in der Dortmunder Innenstadt.
Blick auf den Königswall.
Polizei vor der Katharinentreppe am Hauptbahnhof.
Blick auf den Königswall: Kein Durchkommen für Autos.
Der Königswall ist gesperrt - ein Linienbus darf durchfahren.
Erste Kontrollen vor der Bahnhofstraße. Ein Polizist überprüft ein Transparent.

Viele Jahre arbeitete auch Brigitte Hagedorn (65) aus Mengede in der Hauskrankenpflege. Die Folgen von Demonstrationen mit langen Straßensperren seien für diese Patienten unerträglich. Brigitte Hagedorn: "Ich denke da an die Krebspatienten, die ohne Schmerzmittel die Wände hochgehen."

Kunden bleiben weg

Branchenwechsel: "Schon die Ankündigung einer Demonstration reicht aus, dass die Kunden wegbleiben", sagt Claudia Branz, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Kaiserstraße. Mit Demos sei es so: Kaum sei der Termin öffentlich, veränderten die Kunden ihr Einkaufsverhalten. Zum Leidwesen der Händler, deren Geschäft in der Nähe der Demo-Route liegt. Claudia Branz’ Wunsch: "Jeder soll das Recht haben, seine Meinung äußern zu können. Aber die Kunden müssen auch frei einkaufen können.

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