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Mutmaßliche Ikea-Diebe schweigen vor Gericht

Diebstähle mit Kinderwagen bei Ikea

Ein präparierter Kinderwagen und ein riesiger Schaden: Monatelang soll ein Vater aus Gelsenkirchen mit seinen drei Söhnen und seinem Schwiegersohn bei Ikea in Dortmund und Duisburg auf Diebestour gegangen sein. Seit Dienstag steht die Familie in Essen vor Gericht.

Dortmund

von Jörn Hartwich

, 17.04.2018
Mutmaßliche Ikea-Diebe schweigen vor Gericht

ARCHIV - ILLUSTRATION - Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht am 15.07.2014 im Raum eines Richters des Landgerichts Duisburg (Nordrhein-Westfalen) neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Am 22.08.2017 beginnt in Dortmund ein Prozess gegen den Mann, der vor zahlreichen Zeugen und auf offener Straße den Ex-Mann seiner Frau erstochen haben soll. (zu dpa "Auf offener Straße zugestochen: Mann wegen Mordes in Dortmund vor Gericht» vom 22.08.2017) Foto: Volker Hartmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit © picture alliance / Volker Hartma

Werkzeug, Bettwäsche, Gardinen, Babyphones und Pfannen: Wenn die Anklage stimmt, dann war die Familie zwischen Juni 2016 und Januar 2017 praktisch täglich auf Diebestour. Entweder bei Ikea in Dortmund oder bei Ikea in Duisburg.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten die Möbelhäuser jedesmal mit einem Kinderwagen betreten haben, der mit Kabelbindern so verstärkt war, dass damit auch größere Lasten transportiert werden konnten. Teilweise sollen sie an einem einzigen Tag bis zu sechs Mal die Kasse passiert haben, ohne zu bezahlen.

Waren auf Bestellung geklaut

Die einzelnen Aufgaben sollen dabei perfekt aufeinander abgestimmt worden sein. Einer war der Fahrer, andere trugen die Ware zusammen und deponierten sie an unauffälligen Stellen, der letzte schob sie schließlich mit dem Kinderwagen nach draußen.

Der Gesamtschaden soll sich auf rund 350.000 Euro belaufen. Laut Anklage wurden die Waren entweder direkt auf Bestellung geklaut oder später auf Flohmärkten und über das Internet verkauft. Als Lager sollen Garagen in Gelsenkirchen gedient haben.

Nach Streit packte einer aus

Die Angeklagten waren im Januar 2017 aufgefallen und festgenommen worden. Zum Prozessauftakt haben alle zu den Vorwürfen geschwiegen.

Dass der Kinderwagen-Trick überhaupt aufgefallen ist, soll mit einer Familienfehde zusammenhängen. Nach einem Streit soll ein weiteres Familienmitglied zur Polizei gegangen und ausgepackt haben.

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