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Die ersten Pläne für die Umgestaltung stehen jetzt fest

Waschkaue in Dorstfeld wird zum Bürgerzentrum

Das geplante Bürgerzentrum für den Stadtteil nimmt konkrete Gestalt an. Gestern wurden die ersten Pläne für die Umwandlung der Waschkaue in Dorstfeld vorgestellt. Mögliche Anpassungen inklusive.

Dorstfeld

von Michael Nickel

, 06.06.2018
Die ersten Pläne für die Umgestaltung stehen jetzt fest

So könnte die Waschkaue in drei Jahren aussehen. Könnte. Denn die endgültige Gestaltung werden die beteiligten Akteure in den kommenden Jahren gemeinsam erarbeiten. © Stephan Schütze

Der Weg wird in Zukunft ein anderer sein. Viel Gestrüpp und Unkraut liegen derzeit noch zwischen der Wittener Straße und der alten Waschkaue der Zeche Dorstfeld. Zugänglich ist das Gebäude eigentlich ohnehin nur am Tag des Offenen Denkmals. Doch schon in drei Jahren soll hier alles anders sein. An dieser Stelle soll das neue Bürgerhaus für Dorstfeld entstehen. Ein Planer für das Projekt ist jetzt gefunden. Am Dienstag wurden die ersten Pläne vorgestellt.

Ausschreibung

Nachdem eine erste Ausschreibung der Stadt Ende 2017 aufgrund zu weniger Bewerber nicht durchgeführt werden konnte, musste die Verwaltung im Frühjahr einen neuen Anlauf starten. Gesucht wurde in dem Verfahren ein Generalplaner, der die Umgestaltung der kompletten Fläche und des Gebäudes in die Hand nimmt.

Ende April war die zweite Ausschreibungsrunde für das Projekt beendet. Anschließend beriet eine Jury, bestehend aus Vertretern von der Stadt, von Dorstfelder Vereinen und Politikern, über die vier eingereichten Vorschläge von Architekturbüros. Gewonnen hat das Architekturbüro HWR aus Dortmund.

Betreiber

Geplant ist, dass die Stadt Dortmund auch in Zukunft Besitzer des Geländes inklusive der denkmalgeschützten Waschkaue bleibt. Betreiber soll aber eine noch zu gründende Bürgerhaus-Genossenschaft werden.

Ihre Arbeit aufnehmen könne die Genossenschaft im besten Falle noch im zweiten Halbjahr 2018, wie Olaf Meyer, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Dorstfelder Vereine (IDV), am Dienstag sagte. Die IDV ist es, die seit Jahren für die Errichtung eines Bürgerhauses als zentralen Versammlungspunkt für Dorstfeld kämpft.

Die ersten Pläne für die Umgestaltung stehen jetzt fest

Die Akteure freuen sich auf die Umgestaltung der Waschkaue von einer Ruine hin zu einem Bürgerzentrum. © Stephan Schütze

Die Genossenschaft soll dann so funktionieren: Für 250 Euro kann sich jeder einen Anteil kaufen und damit in die Genossenschaft einsteigen. Interessenten können auch mehrere Anteilsscheine kaufen, am Stimmrecht ändert das aber nichts.

Pro Person gibt es eine Stimme. Diese Stimme kann man dann in den Generalversammlungen einbringen. Geführt wird die Genossenschaft von einem Vorstand, ein Aufsichtsrat soll das Handeln und damit die Ausrichtung und Nutzung des Bürgerhauses kontrollieren.

Mit den verkauften Anteilen sollen 100.000 Euro in die Finanzierung des Projektes fließen. „Nicht nur Dorstfelder können der Genossenschaft beitreten“, sagte Olaf Meyer. Auch wenn das der große Wunsch sei, dass vor allem Menschen aus dem Stadtteil in den zukünftigen Stadtteil-Treff investieren.

Konzept

Das ist schnell erklärt. Die Waschkaue soll als Bürgerzentrum ein Zuhause für Vereine, Kulturveranstaltungen sowie Kinder und Jugendliche werden – „ein Ort der Begegnung“, wie Planungsdezernent Ludger Wilde sagte. Mit dem Umbau sollen sowohl innen auf 1000 Quadratmetern als auch außen auf 5200 Quadratmetern Fläche die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Die ersten Pläne für die Umgestaltung stehen jetzt fest

So könnte es in der Waschkaue aussehen: Blick auf die mögliche Innenraumperspektive mit Darstellung des Jugend- und Freizeitbereichs © Visualisierung HWR

So soll es unter anderem ein Foyer, einen Veranstaltungsraum mit Bühne und kleinere Räume für Vereine und fürs Lagern von Ausstattung geben. Der Kinder- und Jugendtreff, derzeit noch ein paar Meter weiter in Containern untergebracht, soll auch hier einziehen.

Kosten

Die Stadt kalkuliert Ludger Wilde zufolge mit Kosten von 3 bis 4 Millionen Euro. Eine belastbare Aussage sei noch nicht möglich, da sich im Laufe der Sanierung noch etwas verschieben könne. Das Geld soll aus Fördermitteln kommen. Entsprechende Anträge können jetzt auf den Weg gebracht werden.

Planer

Die Jury hat sich auf das Architekturbüro HWR aus Dortmund festgelegt, das derzeit unter anderem an der Sanierung des Sonnensegels im Westfalenpark und dem Projekt Heimathafen an der Spreicherstraße betraut ist.

Die ersten Pläne für die Umgestaltung stehen jetzt fest

Noch ist nicht viel los in der Waschkaue. Jahrelang stand das Gebäude leer, Strom und Wasser fließen hier nicht. © Stephan Schütze

„Wir haben in der Jury darauf geachtet, einen Generalplaner auszuwählen, der auch gut mit Vereinen umgehen kann“, sagte Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze. HWR-Geschäftsführer Gunnar Ramsfjell freut sich auf das Projekt: „Die Substanz macht einen guten Eindruck. Das Dach und die Fenster sind dicht. Und es ist gut, dass hier in den vergangenen Jahren viel Luft durchziehen konnte.“

Eines der Ziele sei es, die „schöne Ziegelfassade“ aus früheren Tagen so gut wie möglich wieder herzustellen. Im Inneren lege HWR großen Wert darauf, die einzelnen Bereiche nicht voneinander abzuschotten, sondern zum Beispiel über gemeinsame Küchen und Toiletten miteinander zu verbinden. Die Waschkaue soll kein Schicki-Micki-Zentrum werden: „Die Halle soll einfach und ruppig werden - so wie früher“, sagte Ramsfjell.

Zeitplan

Wenn alles gut läuft, könne zum Jahreswechsel 2019/2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden, so Ludger Wilde: „Anfang 2021 wollen wir die gesamte Anlage in Betrieb nehmen.“ Die Beteiligten wollen so früh wie möglich in die Vorbereitungen einsteigen. „Wir versuchen, möglichst früh mit dem Umbau zu beginnen“, sagte Gunnar Ramsfjell.

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