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Wie Lern- und Leistungsprobleme gelöst werden können

Wenn die Schule stresst

DORTMUND Lern- und Leistungsprobleme in der Schule bestimmen in vielen Familien den Alltag. Entsprechend groß war das Interesse am Austausch während des "Forums gut beraten" mit Schulleiterin Elke Kochanek, Heilpädagoge Klaus Brause und Psychotherapeutin Ines Stölting, zu dem der Psychologische Beratungsdienst am Dienstag ins Jugendamt eingeladen hatte.

Wenn die Schule stresst

Ein Kind mit Lernproblemen kann leicht in einen Teufelskreis geraten. Oft sind die Kinder stark entmutigt und bauen ein negatives Selbstbild auf. In unserer Stadt gibt es glücklicherweise viele Anlaufstellen für betroffene Familien.

„40 bis 50 Prozent aller 3600 Anmeldungen von Eltern beim Psychologischen Beratungsdienst betreffen Lern- und Schulprobleme“, verdeutlicht Alfred Hennekemper, Leiter des Psychologischen Beratungsdienstes, die jährliche Nachfrage nach Hilfen und Beratung. Auf zwei Schüler pro Klasse beziffert Ines Stölting, Teamleiterin der Psychologischen Beratungsstelle Brackel, die Verbreitung von Lernstörungen.

Durch Inklusion werde der Anteil noch zunehmen. Zwei bis acht Prozent aller Schüler seien von Teilleistungsstörungen wie Lese-/Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche betroffen, zwei bis drei Prozent von allgemeiner Lernschwäche. „Ein Kind mit Lernproblemen gerät leicht in einen Teufelskreis der negativen Lernstruktur: Es beginnt damit, dass das Kind stark entmutigt ist, ein negatives Selbstbild aufbaut und seine Probleme mit Störverhalten im Unterricht oder Verweigerung zu Hause kompensiert. Die Lernlücken werden größer, und es kann sich eine negative Lernstruktur mit Misserfolgserwartungen aufbauen“, beschreibt die Psychologin die Abwärtsspirale.

Gesamtkonstrukt verändern

Doch sie macht Mut: Man könne an jeder Stelle des Teufelskreises ansetzen, Belastungsfaktoren wie Druck zuhause oder eine ungünstige Klassensituation ausschalten und so das Gesamtkonstrukt verändern – am besten im Netzwerk von Eltern, Schule, Erziehern, Beratungsstellen und Ärzten. 

Eine Erfahrung, die auch Elke Kochanek, Leiterin der Asselner Fichte-Grundschule, jeden Tag macht. Sie ermutigt möglichst frühzeitig zu einem Runden Tisch mit Erziehern, Eltern, Lehrern und Therapeuten. Denn gemeinsam erschließe sich eine Vielzahl individueller Fördermöglichkeiten, die von unterschiedlichen Lernmaterialien, geänderten Anforderungen an Arbeitsumfang und -tempo bis zur Unterstützung durch Schulbegleiter oder Differenzierung in Kleingruppen reiche.

Zu Heilpädagoge Klaus Brause in die Beratungsstelle Lütgendortmund kommen Schüler, wenn sie von der Schule schon frustriert sind.

"Ich greife die Stärken der Kinder auf"

Sein Ansatz: „Ich greife die Stärken der Kinder auf, mache mit ihnen, was sie gut können und woran sie Spaß haben – etwa Fahrradfahren. Dann lass ich sie dabei erleben, dass sie besser werden, wenn sie sich anstrengen“, erzählt Brause aus seinem Arbeitsalltag. Diese Erkenntnis der positiven Erfahrung übertrage das Gehirn auch auf andere Leistungsbereiche, die nicht so viel Spaß machen.

Der Erfolg hänge stark von der Zusammenarbeit mit Schule und Eltern ab. „Im Austausch mit Lehrern und Eltern können wir dazu beitragen, dass sich Lernleistung und Persönlichkeit des Kindes langsam weiterentwickeln“, beschreibt Brause seine Erfahrungen. Denn ein gestärktes Selbstbewusstsein sei die Grundlage dafür, dass Kinder sich auch bei unangenehmeren Lerninhalten wie Vokabeln oder Rechenaufgaben anstrengen.

 

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