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Tag des Zuckerfestes: Muslime müssen nicht zur Schule

Wenn es in Evinger Schulen deutlich ruhiger zugeht

Eving Am Freitag wird der erste Tag des Zuckerfestes gefeiert – muslimische Kinder und Jugendliche dürfen dann zu Hause bleiben. Einige Schulen reagieren darauf mit einem speziellen Stundenplan.

Wenn es in Evinger Schulen deutlich ruhiger zugeht

So einsam könnte es am Freitag auf dem Schulhof der Graf-Konrad-Schule an der Grävingholzstraße aussehen. Schaper Foto: Oliver Schaper

Der Fastenmonat Ramadan geht dem Ende entgegen, ab dem morgigen Freitag wird im Islam drei Tage lang das Zuckerfest gefeiert. Und da in Eving viele Menschen muslimischen Glaubens leben, macht sich das Fest auch hier bemerkbar – insbesondere an den Schulen: Am Freitag dürfen Kinder und Jugendliche muslimischen Glaubens auf Wunsch zu Hause bleiben, um mit ihren Familien zu feiern.

Das führt dazu, dass an einigen Schulen spürbar weniger los ist.

„In Absprache mit den muslimischen Religions- und Türkischlehrern stellen wir es den Schülern frei, an diesem Tag nicht zu kommen“, sagt Gabriele Zimmermann, Leiterin der Graf-Konrad-Grundschule.

„Und die meisten machen davon Gebrauch.“ Obwohl über 80 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund hätten, bedeute das jedoch nicht, dass die Schule am Freitag menschenleer wäre: „Hier ist es trotzdem noch gut gefüllt, denn die Schülerschaft ist ja bunt gemischt. Neben deutschen haben wir unter anderem Kinder aus Syrien, Sri Lanka, der Türkei, Russland oder Rumänien.“

Es geht spielerisch zu

Wenngleich ein offenes Miteinander eine große Rolle spiele, lebe man auch die christlichen Traditionen: „Denn viele Schüler sind katholisch oder evangelisch.“ Da zahlreiche Kinder fehlen, geht es an der Graf-Konrad-Schule am Freitag eher spielerisch zu – bei gutem Wetter auch unter freiem Himmel. „Denn es ist wichtig, mit Kopf, Herz und Hand zu lernen“, findet Zimmermann.

Auch an der Hauptschule Am Externberg bringt der erste Tag des Zuckerfestes traditionell einige Veränderungen mit sich. „Es ist schon merklich leerer“, weiß Schulleiterin Katja Dorsch – und fügt lachend an: „Auch der türkische Bäcker kommt an diesem Tag nicht.“ Die Eltern müssen einen schriftlichen Antrag zur Unterrichtsbefreiung einreichen, dem dann stattgegeben wird.

Da dies auf zahlreiche Kinder und Jugendliche zutrifft, gibt es am Tag des Zuckerfestes keinen normalen Unterricht in der Klasse; stattdessen bilden die verbliebenen Schüler eines Jahrgangs einen Verband und beschäftigen sich noch einmal mit den abgelaufenen Projekttagen zum Thema „Dortmund“.

Obwohl sie eigentlich den ganzen Tag daheim bleiben könnten, erscheinen viele Schüler später aber doch noch, erläutert Dorsch: „Sie kommen dann gut angezogen und zeigen die Geschenke, die sie bekommen haben.“ Die Schulleiterin hat sogar schon mal mit dem Gedanken gespielt, einen der beweglichen Ferientage auf das Zuckerfest zu legen, „denn ich finde, dieses Fest ist an unserer Schule mehr Brauchtum als Karneval.“

Eine weitaus kleinere Rolle spielt das Zuckerfest an der Elisabeth-Grundschule, was kaum verwunderlich ist: Es handelt sich um eine städtische katholische Einrichtung. „Das ist bei uns kein großes Thema“, sagt Leiterin Barbara Giesen, „wir haben nicht so viele muslimische Schüler – und von denen feiern auch nicht alle.“ Kinder, die nicht zum Unterricht kommen, benötigen einen schriftlichen Antrag ihrer Eltern.

Anders läuft es an der Max-Wittmann-Förderschule: Dort haben die muslimischen Kinder und Jugendlichen am morgigen Freitag automatisch frei. „Spontan würde ich sagen, das ist ein Drittel unserer Schüler“, schätzt Schulleiterin Barbara Höhne-Rother. Allerdings gebe es auch Schüler, die zunächst vormittags zu Hause feierten, um anschließend zum Unterricht zu gehen. Denn der läuft an diesem Tag trotz zahlreicher leerer Plätze ganz normal ab.

Es wird spürbar leerer in der Schule

Auch an der Osterfeld-Grundschule steht am Freitag der ganz alltägliche Unterricht auf dem Stundenplan. Wie viele Kinder nicht daran teilnehmen werden, vermag Schulleiter Manfred Hartisch im Vorfeld allerdings nicht zu sagen. Eines weiß Hartisch indes schon jetzt: „Es wird spürbar leerer.“

Am Heisenberg-Gymnasium falle es am Tag des Zuckerfestes ebenfalls auf, dass einige Schüler fehlen, sagt die stellvertretende Leiterin Katja Mohr. Wer an diesem Tag zu Hause bleiben möchte, müsse sich zuvor beurlauben lassen: „Viele nutzen es, andere kommen zum Unterricht.“ Denn es gebe durchaus muslimische Eltern, die zu ihren Kindern sagen: „Erst gehst du zur Schule, dann kannst du zu Hause feiern.“

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