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Großbaustelle am Ostwall ab Juni

Wichtige Durchgangsstraße in der City wird zum Nadelöhr

Dortmund Der Abwasserkanal und die Fahrbahn des Ostwall-Innenrings wird ab Juni komplett erneuert. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Straßenverkehr in der City. Und bei den Bauarbeiten steht die Stadt sogar doppelt unter Zeitdruck.

Wichtige Durchgangsstraße in der City wird zum Nadelöhr

Der Innenring des Ostwalls zwischen Ostentor und Adlerturm wird ab Juni zur Baustelle. Foto: Menne

Das Interesse der Anwohner war gering. Oder besser gesagt, gar nicht vorhanden. Denn zur Infoveranstaltung zu den bevorstehenden Straßenbau-Arbeiten am Ostwall, zu der die Stadt am Mittwochabend eingeladen hatte, erschien kein einziger Gast. Was möglicherweise daran liegen könnte, dass die eigentlich Betroffenen des Umbaus die Autofahrer sein werden, die den Ostwall täglich als wichtige Durchgangsstraße nutzen. Sie müssen sich ab Juni für ein Jahr auf erhebliche Engpässe in diesem Teil des Wallrings einstellen.

Erste temporäre Einschränkungen gibt es aber auch jetzt schon. Denn die DEW-Tochter Donetz eneuert im Vorfeld der eigentlichen Straßenbauarbeiten in drei Abschnitten Stromkabel.

Nur noch zwei Fahrspuren

Längerfristige Einschränkungen, die zu Staus und Behinderungen für den Autoverkehr führen, gibt es dann ab Juni. Auf dem Ostwall stehen dann in südlicher Fahrtrichtung, also zwischen Brüderweg und Adlerturm, nur noch zwei Fahrspuren zur Verfügung, von denen eine über den Mittelstreifen hinaus auf die Gegenfahrbahn verlegt wird.

Auch die Strecke vom Neutor bis zum Ostentor wird damit zum Nadelöhr mit nur noch zwei Fahrspuren. Die Olpe ist für die Dauer der Baustelle nicht mehr vom Ostwall aus, sondern nur noch über die Kleppingstraße zu erreichen.

Zwangspause bei den Bauarbeiten

Gebaut wird in zwei Etappen. Denn ab dem 18. November soll der Ostwall wegen des Weihnachtsgeschäfts wieder freigegeben werden. Dann geht es ab Januar 2019 weiter bis Juni. Hier setzt der Evangelische Kirchentag Mitte Juni das Zeitziel.

Das eng gesetzte Zeitfenster könnte durch die im Baubereich zu erwartenden Reste der alten Stadtmauer beziehungsweise des alten Stadtgrabens, behindert werden. Dietmar Anhalt vom Eigenbetrieb Kanal der Stadt Dortmund sagt: „Wir wissen definitiv, dass dort etwas ist, gehen aber davon aus, dass wir keine Einschränkungen zu erwarten haben“.

Neuer Abwasserkanal

Der Eigenbetrieb Kanal ist mit im Boot, weil man die Straßenerneuerung dazu nutzt, den gut 100 Jahren alten Abwasserkanal zu erneuern. Er ist zwar nicht defekt, soll aber einen größeren Rohrquerschnitt bekommen, um größere Wassermassen transportieren zu können. Insgesamt werden 350 Meter Mischwasserkanal erneuert und 110 Meter von innen saniert.

Nach dem Kanalbau startet dann die Erneuerung der Fahrbahn auf dem Innenring des Ostwalls. Er bekommt eine lärmoptimierte Fahrbahndecke, für die dann Fördermittel des Bundes genutzt werden können.

Mehr Schutz für neue Straßenbäume

Runderneuert wird aber auch der Mittelstreifen des Ostwalls, auf dem die Kastanien aus Krankheitsgründen bereits Anfang des Jahres gefällt wurden. Um bessere Standortbedingungen für die neuen Straßenbäume, die im Herbst 2019 neu gepflanzt werden, zu bieten, wird der Boden des Mittelstreifens ausgehoben und mit einem Substrat aufgefüllt.

Die Bordsteine werden zulasten der Fahrbahnen um 25 Zentimeter versetzt und auf 18 Zentimeter erhöht. So soll erschwert werden, dass sie überfahren werden und dass Streusalz von der Fahrbahn auf den Mittelstreifen mit den Bäumen gerät.

Die veranschlagten Baukosten betragen rund 1,75 Millionen Euro, rund 900.000 Euro davon fließen in den Kanalbau.

Die Straßenerneuerung wird zu 90 Prozent aus dem Investitionsförderungsprogramm des Bundes finanziert werden.

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