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Wie ein zweites Leben: Reinhard Steinbeck nach Nierentransplantation

APLERBECK Reinhard Steinbeck feiert gleich zwei Mal im Jahr Geburtstag. Laut Personalausweis ist der Aplerbecker im Februar 1947 geboren. Laut Operationsplan des Knappschaftskrankenhauses Bochum fing sein zweites Leben im Dezember 2003 an.

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Reinhard Steinbeck feiert zwei Geburtstage im Jahr.

Organspendeausweise und die dazugehörigen Broschüren gibt es an vielen Stellen.

Mit der Transplantation einer neuen Niere. „Es war für mich wie ein Wunder, ein verspätetes Weinachtsgeschenk“, so Steinbeck und sein Blick wandert nach draußen. In den Garten des gemütlichen Reihenhauses. Nachdenklich wirkt der 61-jährige als er fortfährt: „Wenn ich kein neues Organ bekommen hätte, wäre ich jetzt tot.“ Er, der seit vielen Jahren einen Organspendeausweis im Portemonnaie mit sich trägt, hat sein Leben einem Unbekannten zu verdanken. Ob Mann, Frau, jung oder alt, „keine Ahnung wer es war“, sagt Steinbeck und er möchte es auch nicht wissen. „Ich habe es verdrängt, dass etwas Fremdes in mir ist.“ Sicher ist nur, dass ein Mensch gestorben ist, damit Reinhard Steinbeck weiter leben kann. Ein Mensch, der sich entschieden hat, seine Organe im Todesfall zu spenden, um Leben zu retten.

„Es sind leider viel zu wenige, die sich entschieden haben, einen Organspendeausweis mitzuführen“, so Steinbeck. Lediglich 12 Prozent der Bundesbürger sind bereit dazu. „Viel zu wenig“, so Steinbeck und hat sich als Ziel gesetzt, daran etwas zu ändern – als Organspendepate. Zehn ehrenamtliche Mitglieder gibt es seit Oktober dieses Jahres im Raum Dortmund. „Wir möchten einfach den Menschen mal ins Gedächtnis rufen, dass jeder in die Situation kommen kann, ein neues Organ zu brauchen“. Daher wäre es ihm wichtig, dass sich die Leute einmal Gedanken darüber machen, mit der Familie sprechen. Aus diesem Grunde besuchen die Organspendepaten Schulen, Vereine und andere Institutionen. Um die Angst zu nehmen und um aufzuklären.

Die Angst, dass Ärzte einen Patienten nicht mehr behandeln, nur um an seine Organe zu kommen, sei unbegründet. Auch würden Herz, Lunge oder Niere nicht „verramscht“ – das verhindere schon das Gesetz. Wer sich einmal dazu entscheidet, anderen Menschen nach ihrem Tod zum Weiterleben zu verhelfen, muss lediglich einen Organspendeausweis bei sich tragen. Er wird nicht registriert und wenn er seine Meinung ändert, kann er das Stück Papier einfach zerreißen. „Ich habe so viel Leid auf der Dialysestation erlebt“, so Steinbeck, der fünf Jahre lang 3 mal die Woche an die Maschine musste. „Es sind liebe Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, in dieser Zeit gestorben, weil für sie keine Spenderniere zu finden war“, so Steinbeck. „Und das musste nicht sein.“

  • Wer einen Organspendepaten zu einem Vortrag einladen möchte, wendet sich an das Projektbüro „Paten für Organspende“ in Witten, Tel 02302 / 392 88 15 oder per E-Mail an: palmowski@bdo-ev.de
  • Broschüren über die Organspende und Organspendepässe sind in vielen Apotheken, Krankenhäusern oder Einwohnermeldeämtern erhältlich. Infotelefon: 0800/90 40 400  www.organspende-info.de  und www.bmg.bund.de
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