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Preinstraße in Wellinghofen

Wie einer der kleinsten Supermärkte in Dortmund überlebt

WELLINGHOFEN Ab Januar ist Tobias Weller der letzte, der noch da ist. Wenn der Edeka in der Godekinsiedlung wie angekündigt schließt, ist Wellers Rewe-Markt an der Preinstraße der einzige Lebensmittel-Einzelhandel in diesem Teil von Wellinghofen. Unter welchen Bedingungen arbeitet eigentlich ein solcher Unternehmer? Und wie sieht er seine Zukunft? Wir haben nachgefragt.

Wie einer der kleinsten Supermärkte in Dortmund überlebt

Der Rewe im Stadtteil Wellinghofen.

Das eine stellt Tobias Weller vorab klar: „Wir bleiben hier, haben gerade erst den Mietvertrag verlängert“, sagt er. Die bevorstehende Schließung des Konkurrenten hatte die Gerüchte-Maschine befeuert. „Wir wurden andauernd angesprochen.“ Doch das Geschäft wird weiter laufen.

Über dem Eingang hängt ein nachgebildetes historisches Straßenschild mit der Aufschrift „Preinstraße 148“. Es ist das einzige „Tante-Emma-Laden-Element“ – denn hinter der elektronischen Schiebetür wartet polierter Supermarkt-Glanz. Die Bäckerei wurde gerade neu eröffnet, die gesamte Optik ist modern. Bald kommt der von vielen Kunden lange ersehnte Leergutautomat.

Dort, wo eigentlich kein Platz ist

Tobias Weller betreibt einen der kleinsten Rewe-Märkte der Stadt. 680 Quadratmeter Fläche müssen reichen, um die Grundbedürfnisse von rund 7000 Wellinghofern zu erfüllen. „Es ist beengt und dadurch schwierig allen gerecht zu werden“, sagt Tobias Weller. Nicht einmal das komplette Grundsortiment der Lebensmittel-Kette bekommt er unter. Zugleich ist jeder Tag eine logistische Herausforderung. Pallettenweise werden Lebensmittel dort geliefert und abgeholt, wo eigentlich kein Platz ist. „Ich muss mit jedem Quadratzentimeter planen“, sagt der Betreiber. Die Kunden bekommen im besten Fall von alledem möglichst wenig mit.

Die Ladenfläche zu erweitern, wäre vom Platz her zwar möglich, aber höchst kompliziert. Weller müsste die Änderung eines Bebauungsplans von 1960 beantragen – und das dann auch selbst bezahlen.

So arbeitet der 43-Jährige seit zwölf Jahren mit den Bedingungen, die er hat. Das erfordert häufig Geduld. Etwa, wenn es um die Suche nach Personal für die Fleisch-Frischetheke geht. Weil der Nachwuchs fehlt, ist die Konkurrenz um die wenigen qualifizierten Bewerber riesig geworden. Mit einem kleinen Ladenlokal wie an der Preinstraße habe er da nun einmal schlechtere Chancen, so Weller. 

Aber: In Wellinghofen funktioniert das Geschäft, auch weil die Kundschaft im Verhältnis etwas zahlungskräftiger ist als in weiten Teilen der Stadt. Der Rewe-Betreiber versucht, sich den Kundenwünschen anzupassen. Es gibt alle aktuellen Produkte und einen Lieferservice. Regelmäßig kommt er auf der Rewe-Börse mit anderen Ladenbetreibern zusammen. Dabei geht es auch immer wieder um neue Mitspieler. Der Internet-Riese Amazon etwa ist gerade dabei, in den Online-Handel mit frischen Lebensmitteln einzusteigen. Haltbare Produkte gibt‘s schon längst im Netz.

Das Geschäft ist seine Existenz

Tobias Weller hat keine andere Wahl, als sich dem zu stellen. Das Geschäft ist seine Existenz, es bedeutet auch Verantwortung. 40 Personen, darunter drei Auszubildende, arbeiten an der Preinstraße. Sein Vater arbeitet im Büro mit, das eher eine kleine Nische am Rande des Lagerraums ist, in der knapp 80 Aktenordner Platz finden.

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