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Albinger Straße

Wie öffentlich geförderte Wohnungen verfallen

BENNINGHOFEN An der Albinger Straße verfällt ein Wohnhaus, das erst vor zwei Jahren gebaut worden ist – als öffentlicher geförderter Wohnraum. Feuchtigkeit, Schimmel, Keller voller Wasser, einsturzgefährdete Balkone: Die Mängelliste ist lang. Dem untätigen Vermieter drohen jetzt Konsequenzen. Jetzt hat sich das Unternehmen geäußert.

Wie öffentlich geförderte Wohnungen verfallen

An der Albinger Straße im südlichen Stadtteil Benninghofen verfällt ein Wohnhaus, das erst vor zwei Jahren gebaut worden ist.

Das sagen die Mieter

Das Haus ist nicht mehr zu retten: Zu dieser Ansicht sind die Mieter gelangt, denen nach zwei Jahren Untätigkeit des Vermieters GOV Immobilien jetzt der Kragen geplatzt ist. Erste von ihnen in Auftrag gegebene Gutachten legen das Ausmaß der Schäden offen: Die Feuchtigkeit ist schon in die Wände gezogen, daraus resultieren regelmäßige Probleme mit Schimmel in den Wohnungen. Teilweise tropft Wasser von der Decke. Dadurch fallen immer wieder der Aufzug und die Stromversorgung aus. Im Keller steht das Wasser überall.

Nadine Fari, eine junge Frau im Rollstuhl, ist 2013 mit ihrem Mann in den noch unfertigen Bau eingezogen. „Damals habe ich noch die Hoffnung gehabt, dass es besser wird.“ Heute lautet ihre bittere Erkenntnis: „Ich habe überhaupt keine Lebensqualität mehr.“ Wie viele andere sucht sie täglich nach einer Alternative. Andere Familien im Haus haben die Miete bereits gekürzt. Darauf reagierte die GOV mit einer Kündigung.

Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund sagt: „Hier geht es nur in Mini-Schritten voran. Viele Mieter wollen ausziehen, wenn sie etwas Passendes finden. Aber Wohnraum wie dieser ist in Dortmund knapp.“

Das sagt das Unternehmen

In der Diskussion über gravierende Mängel in einem öffentlichen geförderten Wohnungsbau an der Albinger Straße hat sich nun das Unternehmen GOV Immobilien zu Wort gemeldet. Ein Gesellschafter kündigt an, dass die Mängel „nach und nach“ behoben werden sollen. Innerhalb des ersten Halbjahres sollten die Arbeiten erledigt sein.

Hintergrund der Probleme sei eine juristische Auseinandersetzung mit dem Generalunternehmer, den GOV für den Bau beauftragt habe. Dieser Generalunternehmer, deren Geschäftsführer gleichzeitig Prokurist der GOV war, habe die Mängel hinterlassen. Ende 2014 habe die Unternehmensleitung von den Problemen erfahren. „Aber wir sind natürlich dafür verantwortlich sie zu beheben und werden das auch tun. Es geht nur eben nicht in drei Tagen“, da die daraus resultierenden Mehrkosten nicht geplant und eben nicht mit finanziert worden waren, so der GOV-Sprecher. Über das Vorgehen sei die NRW Bank als Kreditgeber informiert.

Zu den Vorwürfen der Mieter, das Unternehmen sei für sie nicht erreichbar, verweist der Gesellschafter auf den Hausverwalter als Ansprechpartner. Nach seiner Einschätzung gibt es Mieter, die die Situation „schamlos ausnutzen, um keine oder deutlich zu niedrige Miete zahlen zu müssen.“ Dass es in zwei Jahren nicht möglich sei, eine neue Wohnung zu finden, sei für ihn nicht nachvollziehbar. Zudem verschlimmerten Dritte die Situation vorsätzlich, indem sie etwa bewusst Wasser in den Keller laufen ließen, wer auch immer ein Interesse daran hatte.

Vom Neubau zur Ruine

Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Feuchtigkeit, Schimmel, Keller voller Wasser, einsturzgefährdete Balkone: Die Mängelliste ist lang.
Eindrücke von der Ruine.
An der Albinger Straße im südlichen Stadtteil Benninghofen verfällt ein Wohnhaus, das erst vor zwei Jahren gebaut worden ist.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.
Eindrücke von der Ruine.

Die Mieter berichten, dass klare Aussagen vom Vermieter seit zwei Jahren ausblieben. Stattdessen erleben sie Flickschusterei der grotesken Art. Aus dem Waschkeller läuft Schmutzwasser durch ein Rohr in eine Regentonne in einem anderen Keller, wird von dort per Pumpe nach oben befördert. Ein großer Riss in einem Balkon ist mit Silikon ausgebessert, Schimmel wird mit Spray aus dem Drogeriemarkt bekämpft.

So geht es jetzt weiter

Ende 2013 hatte GOV Immobilien dieses öffentlich geförderte Wohnhaus errichtet. Das Unternehmen erhielt einen vergünstigten Kredit durch die landeseigene NRW Bank und verpflichtete sich damit zur Einhaltung bestimmter Standards wie Barrierefreiheit und einer Mietpreisbindung von maximal 5,20 Euro pro Quadratmeter.

Aus Sicht von Thomas Böhm, Leiter des städtischen Wohnungsamts, ist das Verhalten des Eigentümers „inakzeptabel“ und gefährde den Ruf von öffentlich gefördertem Wohnungsbau. Die Mängel sind der Stadt seit November 2014 bekannt.

Da sich aber trotz Aufforderung an die GOV nichts änderte, gab die Stadt das Verfahren an die NRW Bank weiter. Diese hat laut Böhm dem Unternehmen bis 15. April Zeit gegeben, die Mängel zu beheben. 

Die NRW Bank äußert sich aus Datenschutzgründen nicht selbst zu diesem Fall. Allgemein gilt laut Sprecherin Caroline Gesatzki: „Jede Förderung unterliegt bestimmten Kriterien.“ Dazu gehört etwa die Herstellung von Barrierefreiheit. Die Bank kann eine Behebung der Mängel verlangen oder eine Vertragsstrafe aussprechen. Letztes Mittel: Rückzahlung des Kredits.

Ex-Straßenbahndepot

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