Pflanzaktion

Wie sich Mengeder Bürger einen eigenen Wald pflanzten

2010 haben zwölf Menschen das Projekt Mengeder Heimatwald ins Leben gerufen. Jetzt, sieben Jahre und 199 gepflanzte Bäume später, ist es vorbei mit den Pflanzungen. Den Verein wird es aber weiterhin geben.

Wie sich Mengeder Bürger einen eigenen Wald pflanzten

Schlechtes Wetter, gute Laune: Glücklich stoßen die Paten auf ihren Baum an.

Samstag war es soweit: Bei äußerst ungemütlichem Wetter fanden die unwiderruflich letzten 27 Bäume im Heimatwald ihren Platz. Allerdings werden zwei davon noch nachgepflanzt, weil deren Baumpaten am Samstag verhindert waren.

Projekt hat ungeahnten Erfolg

Das Projekt Mengeder Heimatwald, das 2010 ins Leben gerufen wurde, hatte ungeahnten Erfolg. Niemand der zwölf Gründungsmitglieder rechnete seinerzeit damit, dass sie damit auf so große Resonanz bei den Bürgern stoßen würden. Umso erfreulicher für die Initiatoren der Interessengemeinschaft. Mengeder Heimatwald, dass die Lust auf eine Baumpatenschaft bis zum „letzten Baum“ nicht verloren gegangen ist.

Anlässe für eine Baumpflanzung gibt es unterschiedliche. Zum Gedenken, zur Hochzeit, zum runden Geburtstag oder einfach so, wie bei einem Baumpaten, der seinen Namen nicht nennen wollte: „Ich habe einen Baum gepflanzt, weil es mir Spaß macht, einen eigenen Baum im Wald zu haben“, sagte er lachend.

„Ich finde es sehr schade“

Doch etwas Wehmut klang auch durch. „Ich finde es sehr schade, dass ich wohl nicht mehr erlebe, wie der Wald in 30 Jahren aussieht“, so der 61-Jährige. Einige Baumpaten begnügten sich aber nicht mit nur einem Baum. Das Mengeder Ehepaar Monika und Jürgen Brüggeman etwa hält mit vier Bäumen den „Pflanzrekord“. Alle verschenkt, für sich selbst haben sie keinen. Ihrem Neffen Carsten schenkte die Beiden im Herbst vergangenen Jahres einen Maronenbaum – und der verblüfft selbst Baumexperten. Denn entgegen der Annahme, dass der Baum erst in vier bis fünf Jahren seine ersten Früchte tragen werde, konnte Carsten schon jetzt eine Handvoll Maronen „ernten“.

Während zu Anfang der Initiative nur heimische Baumarten gepflanzt wurden, gesellten sich in den darauffolgenden Jahren auch „Exoten“ dazu. So bereichern jetzt unter anderem Sorten wie Blauglockenbaum, Ginkgo, Lebkuchenbaum und auch Elsbeere und Schwarznuss den Heimatwald. Die Hoffnung auf ein Weiterleben dieses Projekts haben die Mitglieder des Vereins nicht aufgegeben.

Auf der Suche nach neuen Anbauflächen

Die Interessengemeinschaft wird bis auf Weiteres fortbestehen und neue Anbauflächen suchen. Kontakt besteht mit der Emschergenossenschaft, die im Zuge der Renaturierung interessante Gestaltungsideen entwickelt hat. „Doch bis dahin wird es vermutlich noch eine ganze Weile dauern“, meinte Vorsitzender Axel Kunstmann. Zunächst stehen eine Informationstafel zum Gelände und die Erneuerung der Kennzeichnung der Pflanzplätze bei den Vereinsmitgliedern auf dem Plan.