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Lach- und Sachgeschichte

Wiederholungswahl: So wird der Schadensersatz geprüft

DORTMUND Ende August muss Dortmund wieder wählen. Jetzt wird geprüft, ob man von Ex-Oberbürgermeister Langemeyer Schadensersatz für die Kosten der Wiederholungswahl verlangen kann. Wir erklären den Stand der Dinge als besondere Lach- und Sachgeschichte.

Wiederholungswahl: So wird der Schadensersatz geprüft

Die Protagonisten der Lach- und Sachgeschichte (von links oben nach rechts unten): Ex-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, der amtierende Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Regierungspräsident Gerd Bollermann, Landesbeauftrager Harald Heinze, Grüne-Vorstandssprecherin Hilke Schwingeler und SPD-Chef Franz-Josef Drabig.

Im Dortmunder Rathaus und bei der Kommunalaufsicht im Arnsberger Wald zerbricht man sich den Kopf über die Regress-Frage. Das ist schwere juristische Kost, das geht zwischen den Behörden und Beteiligten hin und her. Und die Bürger klagen: "Das versteht doch keiner!" Wir erklären am Vorbild der berühmten "Sendung mit der Maus", wer hier schwer geprüft wird:

Lach- und Sachgeschichte zur Wiederholungwahl

Das ist der Gerhard. Der war mal Chef der Stadt.
Und das ist der Ulli, der ist heute Chef der Stadt. Kennt ihr doch. Das ist der, der immer vom BVB spricht und VIP-Bändchen am Arm trägt.
Und das ist der Gerd, der Chef vom Ulli. Der spricht immer von Wahrheit und Klarheit. Der Gerd wohnt in Dortmund, arbeitet aber im Arnsberger Wald.
Alle drei, der Gerhard, der Ulli und der Gerd, sind in der SPD; denn die Chefs von Dortmund sind immer in der SPD.
Und alle drei, der Gerhard, der Ulli und der Gerd, haben ein Problem. Warum? Ich erklär's euch. Ist ganz einfach. Also, der Gerd guckt mit dem Fernglas aus dem Arnsberger Wald dem Ulli auf die Finger. Und die sind ganz spitz. Daran ist wiederum der Gerhard schuld. Versteht ihr nicht? Macht nichts, erklär ich euch.
Der Gerhard hat nämlich einen Fehler gemacht. Er hat immer gesagt, dass die Stadt genug Geld hat. Dabei hatte sie keins mehr. Nur einen Sack voll Schulden. Der Gerhard hat aber hartnäckig behauptet, dass die Stadt genug Geld hat, damit die Dortmunder wieder die SPD wählen und auch weiterhin alle Chefs von der SPD sind.
Die Dortmunder haben dann auch wieder die SPD gewählt, und nur einen Tag später hat der Gerhard allen eine lange Nase gezeigt und zugegeben, dass kein Geld mehr da ist.
Das wollten sich aber die Politiker anderer Parteien, also die, die sonst nicht viel zu sagen haben, nicht gefallen lassen und schrieen: »Wahlwiederholung!« Und sogar ein paar Genossen - so nennen sich die SPD-Leute untereinander - stimmten mit ein. Und der Gerhard soll jetzt für die Wahlwiederholung bezahlen; denn so eine Wahl kostet viel Geld.
Der Ulli soll prüfen, ob und wie die Stadt das Geld vom Gerhard für die Wahl bekommt. Das hat der Steffen gesagt. Der Steffen ist der Chef von der CDU. Die CDU möchte gern, dass sie auch mal in der Stadt bestimmen kann. Und dem Ulli sagen, wo es langgeht.
Und die Hilke, die Chefin von den Grünen, will auch, dass der Ulli prüfen soll; denn ihr Bauch hat ihr gesagt, dass der Gerhard für die Kosten der Wiederholungswahl aufkommen muss.
Da kennen die CDU und die Grünen aber den Ulli schlecht. Der lässt sich nicht unter Druck setzen, sagt er. Vom Steffen und auch von der Hilke nicht. Und dabei ballt der Ulli die Faust, damit man seine spitzen Finger nicht sieht. Spitze Finger hat einer, der eine Aufgabe nur ganz vorsichtig anfasst. Klingt komisch, aber das sagt man so.
Der Gerhard ist doch vom Ulli der Parteifreund. Das sagt man auch so, selbst wenn es gar kein Freund ist. Aber auch unter Parteifreunden prüft man sich nicht so gern. Am Ende müsste der Ulli dem Gerhard noch weh tun und ihm sagen, dass er für die Wahl bezahlen muss. Außerdem meint der Ulli, dass es den Dortmundern sowieso egal ist, warum sie noch mal wählen müssen, weil sie ja sowieso wieder SPD wählen. Und sowieso muss auch der Gerd als oberster Chef prüfen, ob der Gerhard als Dortmund-Chef etwas falsch gemacht hat, sagt der Ulli.
Die Politiker im Rathaus, die den Ulli und seine Stadtverwaltung kontrollieren, wissen, dass der Ulli dem Gerhard nicht so gern weh tun will. Deshalb haben sie schon vor längerer Zeit den Gerd, den Chef vom Ulli, aufgefordert zu prüfen, ob man den Gerhard dazu verdonnern kann, dass der das Geld für die Wiederholungswahl aus seiner Tasche bezahlt. Doch da werden auch beim Gerd die Finger ganz spitz. Schließlich ist der Gerhard ja auch der Parteifreund vom Gerd.
Deswegen hat der Gerd, weil er ja der Chef vom Ulli ist, zunächst gesagt, nein, der Ulli muss prüfen. Das heißt, weil ein oberster Chef auch für das Sprechen seine Leute hat, musste Gerds Sprecher sagen, dass der Ulli dran ist mit Prüfen. Aber der Ulli sagt, weil er eben der Ulli ist, nein, der Gerd muss prüfen. Und das ging so hin und her. Sie haben sich gegenseitig auf die spitzen Finger geklopft. Ihr kennt das ja.
Die Hilke von den Grünen wurde darüber ganz sauer. »Das ist Kumpanei«, hat sie geschimpft. Sie meint damit, dass man sich von Genosse zu Genosse nicht weh tun will.
So was wollten sich aber der Gerd und der Ulli nicht sagen lassen. Jetzt wollen beide ganz doll prüfen. Und der Ulli will sich dafür einen Rechtsexperten holen. Dann kann er mit seinem spitzen Finger auf den Experten zeigen und dem Gerhard sagen, wenn der zahlen muss, dass der Experte schuld ist.
Aber was dabei herauskommt, ob der Gerhard wirklich zur Kasse gebeten wird, das sollen die Dortmunder erst nach der Wiederholungswahl erfahren. Ihr kennt das ja.
Das hatten wir schon mal. Die Dortmunder sollen alle wieder SPD wählen.
Deshalb will auch der Chef von der ganzen Dortmunder SPD, der Franz-Josef, dass erst nach der Wahl bekannt wird, ob der Gerhard zur Kasse gebeten wird; denn wenn die SPD erst einmal gewählt ist, wollen auch die Genossen ihre Wahlkampfkosten von ihrem eigenen Gerhard erstattet haben. Oder zumindest von der Stadt. Noch weiß der Franz-Josef aber nicht, ob er die Kosten für den bevorstehenden Wahlkampf vom Gerhard zurück haben möchte oder für den teureren Wahlkampf vor drei Jahren.
Darüber, dass die SPD-Chefs so langsam machen, ist die Hilke jetzt richtig wütend.
Deshalb ruft sie nach einem weiteren Chef, nach dem Harald. Der ist natürlich auch in der SPD, aber nur Chef für kurze Zeit. Er bestimmt bis zur Wiederholungswahl für die Politiker im Rathaus. Er ist auch so etwas wie eine graue Eminenz. Das ist eine einflussreiche Person, die im Hintergrund mit klugen Ratschlägen unauffällig die Fäden zieht. Und der Harald soll jetzt dem Ulli und dem Gerd Feuer unterm Hintern
machen. Aber ob der Harald sich daran die Finger verbrennen will . . .?

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