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Prozess vor Schwurgericht Dortmund

Witwenmord-Angeklagter (72): „Ich bin unschuldig“

Dortmund Fast ein Jahr lang hat er stillgehalten, am Dienstag hat der mutmaßliche Witwenmörder Siegfried T. (72) erstmals sein Schweigen gebrochen. „Ich möchte sagen, dass ich kein Mörder bin und ich nichts damit zu tun habe“, sagte der Angeklagte vor dem Dortmunder Schwurgericht.

Witwenmord-Angeklagter (72): „Ich bin unschuldig“

In diesem Haus in Sölde starb die 69-jährige Gisela A. Foto: Peter Bandermann

Finstere Miene, miese Laune, patzige Antworten: Es war der 24. Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod der Witwe Gisela A. (89) aus Sölde, als der Angeklagte sich vor Gericht mächtig Luft verschaffte. „Ich habe mit dem Mord nichts zu tun“, hatte T. im vergangenen Jahr schon unmittelbar nach seiner Festnahme bei der Polizei zu Protokoll gegeben - und danach im Prozess durchweg geschwiegen. Am Dienstag nun beteuerte der Angeklagte seine Unschuld auch erstmals vor Gericht. „Ich bin unschuldig“, wiederholte der 72-Jährige mehrfach. Was folgte, war ein Mix aus Selbstmitleid, Verzweiflung und Jammerei.

Siegfried T. schlüpfte in die Opferrolle, beschwerte und beklagte sich über vermeintliche Fehlentscheidungen und Ungerechtigkeiten. Erst erhob er Vorwürfe gegen seinen Verteidiger: „Ich durfte hier ja nichts sagen. Das ist aber ein Fehler gewesen“. Dann gegen die Staatsanwaltschaft: „Sie hätten auch mal in andere Richtungen ermitteln sollen. Ich kann Ihnen nur sagen, die wahren Mörder laufen draußen frei rum.“ Ehe er schließlich sogar provokant abwinkend erklärte: „Wenn Sie einen Schuldigen suchen, dann nehmen Sie mich halt. Mir ist das egal, ich bin altersversorgt.“

Beweislage ist erdrückend

Die Beweislage gegen den Angeklagten war zuletzt immer erdrückender geworden. Anfang Oktober war Siegfried T. neben einer DNA-Spur auch noch von Daten aus dem Navigationsgerät seines Autos belastet worden. Ein Gutachter des Herstellers Garmin hatte unentdeckte Aufzeichnungen aus dem Speicher auslesen können und danach rekonstruieren können, dass das Auto von T. zur unmittelbaren Tatzeit in der Nähe des Tatorts unterwegs gewesen sein muss.

Die Witwe Gisela A. wurde am Abend des 12. April 2016 in ihrem Haus an der Sölder Straße erstochen. Anschließend legte der Täter Feuer, um Spuren zu verwischen. Laut Anklage soll Siegfried T., der für das 89-jährige Opfer regelmäßig Gartenarbeiten übernommen hatte, die alte Dame heimtückisch und aus Habgier getötet haben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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