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Silvester-Drama von Datteln

Zeugin erlitt Hörsturz nach Feuerwerk-Unglück

DORTMUND/DATTELN Äußerlich unversehrt – aber innerlich tief betroffen: Mit einer weiteren Opferzeugin ist am Freitag in Bochum der „Böller-Prozess“ gegen einen Gastwirt (51) aus Lütgendortmund fortgesetzt worden. Die Rentnerin (67) hat bei dem Silvesterdrama im Dattelner Jammertal beinahe das Gehör verloren.

Zeugin erlitt Hörsturz nach Feuerwerk-Unglück

Silvesterdrama in Datteln: Ein Gastwirt aus Lütgendortmund sitzt jetzt vor dem Bochumer Landgericht auf der Anklagebank. Foto: Werner von Braunschweig

Die Zeugenvernehmung hatte kaum begonnen, da bat die Frau aus Oer-Erkenschwick bereits die Richterin, doch bitte lauter in das Mikrofon zu sprechen. „Ich höre seit dem Vorfall wirklich sehr schlecht und es ist bis heute nicht besser geworden“, sagte die Zeugin.

Die dramatischen Szenen durch eine umgekippte Raketenbatterie vor dem Wellnesshotel in Datteln hat die 67-Jährige immer noch in Erinnerung. Sie und ihre Freunde hatten damals draußen an Sekt-Theke gestanden, als urplötzlich ein gewaltiger Knall ertönte sei. Die Zeugin: „Ich habe erst gedacht, das war eine Bombenexplosion. So extrem war das.“

Diagnose Hörsturz und Lärmtrauma

Äußerlich habe die 67-Jährige keine Verletzungen an sich feststellen können, tags darauf überkamen sie schlimme Taubheitsgefühle. „Das war so ein Gefühl, als sei nur noch Watte um mich herum gewesen.“ Ein Arzt diagnostizierte später einen beidseitigen Hörsturz plus ein so genanntes Lärmtrauma. Doch selbst mehrere Infusionen brachten letztlich nur minimale Besserung. Die Zeugin: „Auch heute ist es noch sehr unangenehm.“

Bei dem Unglück vom 1. Januar 2016 erlitten zahlreiche weitere Personen Verletzungen. Einem Hotelangestellten musste sogar ein Unterschenkel amputiert werden. Der angeklagte Gastronom hat im Prozess vor der 11. Strafkammer am Bochumer Landgericht bereits zugegeben, damals kurz nach dem offiziellen Hotel-Feuerwerk eine eigene Raketenbatterie gezündet zu haben.

Laut Anklage war die „Unglücksbatterie“ jedoch allein für Großfeuerwerk und in Deutschland auch nicht zugelassen. Der Angeklagte hatte berichtet, dass er den Raketen-Karton kurz zuvor von einem Vertreter in seinem Lokal gegen vier Pizzas eingetauscht habe.

DORTMUND/DATTELN/BOCHUM Im „Böller-Prozess“ gegen einen Gastwirt (51) aus Lütgendortmund hat der Angeklagte am Dienstag noch einmal beteuert, dass er - und nicht sein minderjähriger Sohn - die „Unglücksbatterie“ vor dem Hotel Jammertal gezündet hat. Die Staatsanwaltschaft hat genau das bis zuletzt infrage gestellt. mehr...

DORTMUND/BOCHUM Tränen und immer wieder Worte des Bedauerns: Im Prozess um den schrecklichen Silvesterunfall von Datteln hat sich der angeklagte Gastrom aus Dortmund am Freitag gleich mehrfach unter Tränen bei den Betroffenen entschuldigt.mehr...

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