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Kunze und Schumann

Drehstart für neuen Ruhrgebiets-Krimi in Bochum

BOCHUM „Was ich hier mag, ist das Rohe, das Raue. Bochum ist nicht glatt gebügelt, hier liegen die Widersprüche und Kontraste auf der Straße – das spiegelt sich in der Serie wider“, sagt Schauspieler Kai Schumann. Er und seine Kollegen Janine Kunze und Timo Dierkes trafen sich am Montag am Bergbaumuseum zum Dreh einer neuen Ruhrgebiets-Serie im ZDF. Arbeitstitel: „Heldt“.

Drehstart für neuen Ruhrgebiets-Krimi in Bochum

Timo Dierkes, Janine Kunze und Kai Schumann (v.l.) vor dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum - hier soll der neue Vorabend-Krimi spielen.

Am Montagmorgen sollten Teile des Vorspanns am Bergbaumuseum gedreht werden. Weitere Impressionen hätten bereits am Wochenende vom Dach des Exzenterhauses eingefangen werden sollen – beide Vorhaben sind geplatzt. Das Wetter ist schuld. „Wenn es eine Sturmwarnung gibt, können wir nicht drehen“, sagt Produzent Johannes Ernst. Die Haupt-Akteure sind trotzdem gekommen –  um ein bisschen über die neue ZDF-Vorabend-Serie zu plaudern.Sechsteilige Reihe Sechsteilig soll die Serie sein und obwohl es sich um einen Ruhrgebiets-Krimi handelt, wird ein Großteil in Köln gedreht. Spätestens Ende Juli soll alles im Kasten sein, aber einen Sendetermin gibt es noch nicht. Die Idee, einen Ruhrgebiets-Krimi-Serie zu drehen, ist nicht neu. Schimanski hat in Duisburg für Ordnung gesorgt, Balko den Verbrechern in Dortmund das Handwerk gelegt. „Der letzte Bulle“ ermittelt für Sat1 in Essen. Und Dortmund hat den Zuschlag für den neuen Tatort-Standort bekommen. Für Kai Schumacher geht es derweil weniger um Innovation, sondern: „Wenn ich eine Rolle angeboten kriege, frage ich mich nicht, ob es das schon gibt. Ich frage mich nur, ob Figur und Drehbuch interessant sind und ob ich Lust habe, das zu spielen.“

Und Lust auf die Rolle hatte er definitiv. Ermittler Nikolas Heldt ist innerlich Kind geblieben und bewegt sich ständig zwischen Gerechtigkeit und Gesetz. Dabei stößt er sich daran, dass Regeln nicht immer sinnvoll sind. Der Schauspieler verbindet die Rolle auch mit seiner eigenen Geschichte: „Ich bin im Osten aufgewachsen und habe früh angefangen, die Regeln zu hinterfragen.“ Auch die Figur Nikolas Heldt möchte ein freies Leben führen – „das treibt ihn an“. Heldt entscheidet intuitiv, liegt damit auch oft richtig. Aber er macht auch Fehler. „Oftmals ist nicht der Täter der Schuldige, sodass die Arbeit für ihn noch nicht abgeschlossen ist.“ Konflikte hat Heldt mit seinem Vorgesetzten Detlef Grün (Timo Dierkes) und Staatsanwältin Ellen Bannenberg (Janine Kunze) auszutragen. „Heldt hat seinen Spielplatz und wir beide versuchen, immer wieder für Ordnung zu sorgen“, sagt Kunze.

Diese Dreier-Konstellation ist für die Schauspielerin der eigentliche Reiz. „Es sind ganz unterschiedliche Charaktere, die trotzdem eine wahnsinnige Sympathie für einander haben.“ Und natürlich das Interesse, das Staatsanwältin und Polizist Heldt aneinander haben. Sie ist eine starke Anwältin, die weiß, was sie tut und er versucht ständig, sie zu reizen: „Aber immer, wenn sie ihm mit ihren Gesetzen kommt, verstehen sich die beiden nicht mehr“, sagt Kunze. Für sie ist es auch eine Abwechslung von Trash-Comedy wie Hausmeister Krause, Die Dreisten Drei und der Comedy-Falle. „Es gibt Situationskomik, man kann schon lachen – aber es ist nicht vergleichbar“, sagt sie. Mit den Eigenschaften der Menschen im Ruhrgebiet hat sich Schumacher für die Rolle bewusst nicht auseinander gesetzt: „Die Menschen heben immer die Charakter-Eigenschaften ihrer Region hervor. Aber diese Eigenschaften sind dem Deutschen eigen, nicht dem Bochumer.“ Neben den ersten Themen geben sich die Darsteller locker und aufgekratzt, aber auch natürlich. Und die Zeit drängt: Janine Kunze muss unbedingt mit den Kindern zum Ballett – sie hat’s versprochen.

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