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Die Finalisten

Drei ungewöhnliche Gruppen kämpfen um den Kleinkunstpreis

BOCHUM Diese (Erfolgs-)Geschichten schreibt nur der Bochumer Kleinkunstpreis. Erst der zweite öffentliche Auftritt, ein restlos begeistertes Publikum – und schon ist das Trio „Loco Motion“ aus Münster in aller Munde. Im Finale treten sie gegen eine Ruhrgebiets-Band und ein Jonglage-Duo an.

Drei ungewöhnliche Gruppen kämpfen um den Kleinkunstpreis

Das „Trio Loco Motion” besteht aus drei münsteraner Studentinnen der Musikpädagogik und Rhythmik. Ihre Performance entstand im Rahmen einer Bachelorarbeit. Das "Trio Loco Motion" ist einer von drei Finalisten beim Nachwuchsvorentscheid zum Sparkassenfestival OpenFlair im Kulturbahnhof Langendreer

Plötzlich gerät die „solide Lebensplanung“ der "Loco Motion"-Mädels ins Wanken. Ein wenig. Im wirklichen Leben sind die drei Frauen Musikschullehrerinnen. Bevor sie aber auf die Kinder und Jugendlichen „losgelassen“ wurden, mussten sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Für die 40-minütige praktische Abschlussprüfung haben sie eine Bewegungstheater-Performance mit allerhand ungewöhnlichen Materialien entwickelt. Ein Programm, das auch in der zehnminütigen Kurzform auf der öffentlichen Bühne funktioniert.

Zum ersten Mal in Münster. Am Mittwochabend beim Vorentscheid zum Bochumer Kleinkunstpreis. Hier tobte nach dem Auftritt des Trios die Halle des Bahnhofs Langendreer. Der Beginn einer großen künstlerischen Karriere? „Wir müssen schauen, wie weit es geht“, sagt Johanna Aldag vom Trio „Loco Motion“, die nach dem einstimmigen Votum der Jury ihre Glücksgefühle nicht in Worte fassen konnte. Um dann ganz vorsichtig nachzufragen, was denn beim Finale im September erwartet werde. So spontan wie die Münsteraner bei der Bewerbung („Ein Verwandter hat in Schwerte den Flyer gesehen und uns damit auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht“) war die Ruhrgebietsband „On Purpose“ nicht. „Wir haben uns den Vorentscheid einige Mal angesehen“, berichtet Martin Gevers. „Die Stimmung ist immer super gewesen.“ Deshalb haben sie in diesem Jahr den Sprung gewagt und wie rund 40 weitere Künstler ihre Bewerbung eingereicht. Ein Demo mit leidenschaftlicher Musik – irgendwo angesiedelt zwischen Rock, Pop, Folk, Klassik, Alternative und Jazz. Alles selbst komponiert und mit eigenen deutschen Texten versehen. „Bis vor einigen Jahren waren es noch englische Songtexte“, sagt Martin Gevers. Dass der Umstieg richtig war, wurde beim Kleinkunstpreis deutlich.

Getragen von einer Woge der Begeisterung nutzte die Band die zehn Minuten bis zur letzten Sekunde aus. Verzichtete sogar auf eine ausführliche Begrüßung. Jetzt gilt es für die große Open-Flair-Veranstaltung aus dem großen Repertoire eigener Songs die optimale Mischung zu finden. Denn die Konkurrenz ist riesig. Neben dem Trio „Loco Motion“ und „On Purpose“ hat mit „Bucket & Co.“ ein ungewöhnliches Jonglageduo den Sprung ins Finale geschafft. Felix Feldmann und Michael Held beherrschen die Keulen in Perfektion. Doch erst die verblüffenden Momente und die daraus entstehenden liebenswert-skurrilen Bilder machen die Show zu etwas ganz Besonderen. Dabei können die beiden auf eine herausragende Ausbildung zurückgreifen. Felix Feldmann studierte Zirkuskünste an der renommierten University for the Arts in Rotterdam und graduierte dort 2010. Michael Held ist Theaterpädagoge und steht seit vielen Jahren auf der Bühne. Zusammen sind sie ein hochprofessionelles Duo, das in jeder Sekunde die Besucher begeistert.

Bei diesen drei ungewöhnlich starken Wettbewerbsteilnehmern hatten es die anderen Teilnehmer nicht leicht. Ob „Ratz Fatz“ aus Bochum oder „RB Production“ mit liebenswertem HipHop aus dem Ruhrgebiet oder die vielen anderen: „Das Niveau in diesem Jahr war so hoch wie nie“, so das einhellige Urteil der Jury. Das belegt zugleich, welch großen Stellenwert der Bochumer Kleinkunstpreis mittlerweile hat. Und wer weiß: Vielleicht gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Finalisten, der anschließend international so durchstartet wie der einstige Teilnehmer und mittlerweile langjährige Moderator der Veranstaltung, Sebastian 23.

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