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Ein Haus für die Brüder

INNENSTADT Seit 100 Jahren werden in Witten Diakone und seit über 30 Jahren auch Diakoninnen ausgebildet.

Ein Haus für die Brüder

Die Mitarbeiter freuen sich über 100 Jahre Diakonen-Ausbildung in Witten.

Am Samstag wurde das Jubiläum im Lukas-Zentrum gefeiert mit Vorträgen und einer Ausstellung. „Wir haben einen langen Weg von unseren Ursprüngen bis heute hinter uns gebracht“, erzählt Jörg Bielau. „Und wahrscheinlich sind wir noch nicht am Ende des Wegen angekommen.“

Der Diakon, der eigentlich beim Kirchenkreis Hagen angestellt und in der Jugendarbeit tätig ist, hat das Projekt „100 Jahre Martineum“ betreut und einen tiefen Blick in die Geschichte gewagt, die über das Gründungsjahr 1907 hinaus geht.

Durch die Industrialisierung wuchsen die Städte an der Ruhr rapide und die Kirchen waren auf dieses Wachstum kaum vorbereitet. Statt Arbeiter in ihrem Kampf um Arbeitnehmerrechte zu unterstützen, fochten sie einen Kampf gegen die, die Arbeiter zu ihrem Recht führten.

Gefahr des Freidenkertums

„Es herrschte eine regelrechte Panik, dass junge Menschen ins Freidenkertum oder, noch schlimmer, in die Sozialdemokratie abrutschen würden“, schmunzelt der Diakon. Was ihn heute zum Schmunzeln bringt, brachte die Kirchenoberen vor 100 Jahren allerdings alles andere als zum Lachen. Um den Glauben und die Geistlichkeit zu stärken, wurde das Berufsbild des Diakons erschaffen, des theologisch ausgebildeten Kirchenmitarbeiters.

1907 wurde die Ausbildung in Witten beschlossen, aufgenommen wurde sie aber erst 1908 in einem evangelischen Gemeindehaus in der Innenstadt, das an der heutigen Brüderstraße lag. Die Benennung der Straße führt auf diese Diakone zurück, denn die wurden im Allgemeinen nur „Brüder“ genannt.

Brüderhaus heute Kreiskirchenamt

1911 wurde ein Brüderhaus an der Wideystraße errichtet, in dem sich heute das Kreiskirchenamt befindet. 1920, nachdem viele Diakone im Krieg ihr Leben gelassen hatten, zog die Einrichtung nach Volmarstein um, wo sie bis 1972 angesiedelt bleiben sollte.

Ursprünglich lag dem Beruf des Diakons eine rein theologische Ausbildung zugrunde. Doch es änderten sich die Zeiten und die Ansichten. Und damit auch das Berufsbild. Zur theologischen Ausbildung wurde 1972 eine zweite Ausbildung in einem staatlich anerkannten Sozialberuf verpflichtend.

Das Martineum kehrte zurück

Die Gründung einer entsprechenden Fachschule wurde Anfang der 70er Jahre vom zuständigen Landesministerium allerdings nicht genehmigt, jedoch befand sich eine entsprechende Schule, mit der man kooperieren konnte, in Witten, und so kehrte das Martineum zurück.

Eine theologische und eine soziale Komponenten ist heute Basis der Arbeit der Diakoninnen und Diakone. Viele arbeiten in Jugendeinrichtungen, in der Konfliktberatung für Schwangere, Familienzentren, eben im gesamten sozialen Bereich, der von der evangelischen Kirche abgedeckt wird. Aber auch die Leiterin der Seemannsmission in Hongkong ist beispielsweise eine deutsche Diakonin.

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