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"Eine schwere Hypothek"

HAMME Darf eine Straße den Namen eines judenfeindlichen "Hasspredigers" tragen? So ganz schlüssig ist man sich da in den politischen Kreisen noch nicht.

"Eine schwere Hypothek"

Bislang einzige Konzession der Stadt: ein Zusatzschild weist auf die umstrittene Person Stöckers hin. Aber wäre eine Umbenennung nicht sinn- und würdevoller?

Es geht um eine Straße in Hamme, die Adolf Stöcker gewidmet ist. Der Mann hat seine Verdienste als ev. Pfarrer und eine Schattenseite als Politiker im Reichstag. Maßgeblich trug er mit zur Wortschöpfung des "Antisemitismus" bei - die Straße in Hamme wurde kurz nach der Machtergreifung 1933 nach Stöcker benannt.

Bürgeranregung

Zuvor hieß sie Hermann-Köster-Straße, benannt nach dem Mitbegründer des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter. Und so soll sie auch wieder heißen, hat Paul Espei jun. in einer Bürgeranregung gefordert. Angeregt auch die Diskussion in der Bezirksvertretung Mitte über die Namensänderung. Einig ist man sich mit Espei, "dass der Straßenname, der Neubau der Synagoge und die Aktion Stolpersteine nicht zusammenpassen."

Neue Befragung

Gerade wegen dieser Diskrepanz sieht man sich zu neuen Überlegungen gedrängt - die Diskussion über die Straßenwidmung zieht sich allerdings schon zehn Jahre hin. Erst 2006 hatte dazu eine Anwohnerbefragung stattgefunden - mit negativem Ergebnis: "Die fürchten wirtschaftliche Auswirkungen", gab Dr. Levin (SPD) zu bedenken, will aber noch einmal die Anwohner und auch die ev. Kirche befragen lassen - "der Name ist eine schwere Hypothek für die Stadt."

Liegen da vielleicht noch andere "Leichen" im Keller, fragt sich James Wille (CDU), der den Antisemitismus im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts verankert sieht, aber einräumt, dass im Fall Köster die "Intensität" besonders ausgeprägt ist.

Eine Entscheidung will die Bezirksvertretung noch in diesem Jahr - nach neuerlicher Befragung - fällen. Ob die Straße dann aber wieder nach Köster benannt werden soll, daran gibt es in der SPD doch Zweifel. stö

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