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"72 Minuten"-Aktion

Engagement für sauberen Spielplatz

BOCHUM Scherben, Zigarettenkippen und leere Schnapsflaschen haben auf einem Spielplatz nichts zu suchen - und machen sich dort trotzdem breit. Am Samstag machten sich 250 Kinder daran, die Umwelt vom achtlos in die Gegend geworfenen Unrat zu reinigen.

Engagement für sauberen Spielplatz

Der Sand wird von Unrat und Dreck befreit.

Rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben am Samstag Gutes getan. Unter ganz besonderen Bedingungen: Sie hatten nur 72 Minuten Zeit für ihre „Mini“-Sozialaktionen, von 15 bis exakt 16.12 Uhr. Acht Projekte waren es insgesamt in Bochum, die Pfadfinder und Messdiener, aber auch Väter-Initiativen und engagierte Teilnehmer in Eigenregie zeitgleich gestemmt haben. In exakt einer Stunde und zwölf Minuten haben sie das Gelände einer Gemeinde verschönert, einen Container mit Hilfsgütern für Togo gepackt, Altmetall gesammelt und einen Spendenlauf veranstaltet – um nur die großen Aktionen zu nennen. Diese 72 Minuten bildeten den Auftakt und gleichsam den Probelauf zur Vorbereitung der „72- Stunden“-Aktion. Die wird der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), in einem Jahr bundesweit veranstalten.

Trotzdem steht die Aktion auch für sich alleine: „Die Kinder sollen wissen, dass sie auch im Kleinen Gutes tun können. Wir haben für die Aktion nur Projekte ausgewählt, die in der kurzen Zeit auch machbar scheinen“, sagt Christian Schnaubelt, Stadtvorsitzender des BDKJ. Erfolge wurden direkt sichtbar. Das war beispielsweise an der geschlossenen Montessori Schule der Fall, wo Mitglieder der Gemeinde Altenbochum-Laer den vernachlässigten Spielplatz reinigten und einen Sandkasten bauten.

„Das ist einer der wenigen Spielplätze, die wir mit unseren Gruppenstunden besuchen können, aber in dem Kies ist so viel Glas und so viel Dreck, dass wir die Kinder hier nicht spielen lassen können“, sagt Kita-Leiterin Lydia Pappert. Deshalb schaufelten, siebten und gruben alle fleißig, bis der Platz wieder „bespielbar“ war. Die Aktionen für das nächste Jahr stehen noch nicht fest, aber klar ist, dass sie größer ausfallen werden. In vielen Fällen werden sie mit einem noch größeren Aufwand verbunden sein, auch finanziell. „Die Gruppen müssen ihre Aktionen komplett selber organisieren. Wir können kein Geld zur Verfügung stellen, deshalb werden wir nächstes Jahr umso mehr die Unterstützung der Stadt brauchen“, sagt Schnaubelt. Im Gegenzug unterstützen die Sozialaktionen auch die Stadt Bochum. „Bei der 72- Stunden-Aktion im letzten Jahr hat die Stadt durch unsere Arbeit umgerechnet rund 65 000 Euro gespart“, betont er. Die heiße Phase der Vorbereitung beginnt jetzt. Bereits seit dem 13. Juni sind Anmeldungen für die „72 Stunden“ Aktion im Internet möglich

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