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Erinnerung an Liselotte Rauner und ihre Ideen

BOCHUM Mit Kameras bewaffnet treffen sich gestern die Anwohner der Stresemannstraße am Wohnhaus Nr. 48. Es sind Freunde und Bewunderer der Lyrikerin Liselotte Rauner, die mehr als 50 Jahre in dem Haus in der Stresemannstraße gelebt hat.

Erinnerung an Liselotte Rauner und ihre Ideen

Hugo Ernst Käufer war dabei, als gestern die Gedenktafel öffentlich präsentiert wurde.

Ihr zu Ehren wird an diesem Tag eine Gedenktafel eingeweiht, die an das Leben und das Werk der Dichterin, die 2005 verstarb, erinnert.

Rauner schrieb sechs Gedichtbände und lieferte Beiträge zu mehreren Schallplatten. Neben ihrer literarischen Arbeit war Liselotte Rauner vielfach engagiert. Zusammen mit ihrem Mann gründete sie 1998 die Liselotte und Walter Rauner Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Lyrik, die gestern ihr zehnjähriges Bestehen feierte. Der Kulturdezernent und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Michael Townsend sieht Rauners Arbeit als einen "mentalen Ankerpunkt" für die Lyrik im Ruhrgebiet. Der Vorsitzende der Rauner-Stiftung Hugo Ernst Käufer ehrt Liselotte Rauner als eine Autorin "die ganz wesentlich zu einer öffentlichen Wahrnehmung der Literatur in unserem Land beigetragen hat."

Diskussionen im Keller Trotz ihrer Erfolge blieb Liselotte Rauner bodenständig und gesellschaftlich aktiv. In den siebziger Jahren war die Dichterin ein Teil der Friedensbewegung. Zusammen mit den Anwohnern der Stresemannstraße nahm sie an Ostermärschen teil und im Keller der Rauners, in dem "Lilo", wie sie von ihren Freunden auch genannt wurde, ihre Schreibwerkstatt hatte, wurde oft bis spät in die Nacht diskutiert. "Sie war eine sehr menschliche und charakterstarke Person" erinnert sich ihr ehemaliger Nachbar Heinz Knop: "Ein wundervoller Mensch."

Engagiertes Leben Während der Gedenkfeier für Lilo Rauner werden viele Erinnerungen wach. Nachbarn und Freunde denken an die Tage zurück, in denen sie zusammen mit Liselotte Rauner für Veränderungen kämpften. Sie alle sind sich einig: Liselotte Rauner wollte etwas bewegen, auch wenn sie wusste, dass Literatur allein nicht die Welt verändern kann. Die Lyrikerin wollte den Menschen mit ihren Gedichten einen Anstoß geben über gesellschaftliche und politische Themen nachzudenken und sich zu engagieren. Ihre Devise war "Was gültig ist, muss nicht endgültig sein." ans

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