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Bombenentschärfung

Evakuierung verlief ohne Probleme

BOCHUM Nachdem die Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg von Donnerstag auf Freitag verschoben wurde (wir berichteten), hatten sich viele Anwohner im betroffenen Gebiet auf die Evakuierung eingestellt. Dennoch trafen die Mitarbeiter der Feuerwehr bei ihren Kontrollgängen immer wieder auf Menschen, die ihre Wohnungen noch nicht verlassen hatten. Dabei kann das im schlimmsten Fall sehr gefährlich werden.

Evakuierung verlief ohne Probleme

Ein seltener Anblick: Die leere A40.

„Die größte Gefahr stellen durch die Druckwelle zerberstende Fenster dar“, sagt Ralf Kordas. Deshalb geht der Feuerwehrmann mit seinen Kollegen Florian Wolters und Sigrid Lewburg von Tür zu Tür und prüft, ob die Bewohner bereits der Evakuierung nachgekommen sind. Dem kleinen Drei-Personen-Team ist ein bestimmter Abschnitt im Evakuierungsradius zugeteilt. Dort kontrollieren sie jede Tür, egal ob die Wohnung dahinter bewohnt oder unbewohnt wirkt. Manchmal kommt der Besuch der Feuerwehr für die Bewohner überraschend. So wie für eine ältere Dame in der Schmechtingstraße. Nachdem der Evakuierungsradius am späten Donnerstagnachmittag von 500 Meter auf 250 Meter verringert wurde, stand ihr Haus nicht mehr auf der Liste der zu räumenden Häuser. „Sie wohnt aber dennoch im Evakuierungsradius“, sagt Kordas. Eine Nachricht, die die Frau sichtlich ärgert: „Ich hatte eigentlich schon alles für die Evakuierung organisiert und heute Morgen wieder abgesagt.“

Bombe in Bochum

Feuerwehr und Polizei stellten sicher, dass sich niemand mehr im Evakuierungsradius aufhielt.
Ein seltener Anblick: Die leere A40.
Wer nicht gehen kann, wird vom Roten Kreuz abgeholt.
Sigrid Lewburg markiert eines der kontrollierten Häuser.
Feuerwehr und Polizei stellten sicher, dass sich niemand mehr im Evakuierungsradius aufhielt.
Sigrid Lewburg und Ralf Kordas überprüfen jede Wohnung.
Wegen der Entschärfung musste auch die Autobahn A40 gesperrt werden. Das sorgte für ein kleineres Verkehrschaos.
Nur ein einziger Anwohner wollte nicht freiwillig gehen - also rückte die Polizei an.
Wegen der Entschärfung musste auch die Autobahn A40 gesperrt werden. Das sorgte für ein kleineres Verkehrschaos.
Tanya Beimel entschärfte die 5-Zentner-Bombe.
Wegen der Entschärfung musste auch die Autobahn A40 gesperrt werden. Das sorgte für ein kleineres Verkehrschaos.
Feuerwehr und Polizei riegelten den Sperrbezirk ab.

Darauf können die Feuerwehrleute jedoch keine Rücksicht nehmen. Wer im Radius wohnt, muss das Haus verlassen. Wer das nicht von alleine schafft, wird von Rettungsdiensten und dem Deutschen Roten Kreuz abgeholt. Auf Menschen mit Behinderungen und in ihrer Mobilität eingeschränkte Senioren trifft das Dreier-Team an diesem Freitagvormittag am häufigsten. Doch deren Transport zur Betreuungsstelle in der Herz-Jesu-Kirche funktioniert reibungslos. Und auch die wenigen jungen Menschen, die noch im Evakuierungsbereich sind, verlassen diesen zügig – wenn auch manchmal etwas übereilt: „Mir hat gerade ein junger Mann aufgemacht, der noch mit seiner Freundin im Bett lag“, sagt Sigrid Lewburg.

Eine Zigarette und eine schnelle Morgentoilette gönnen die Feuerwehrleute dem jungen Paar noch. „Wir machen immer zwei Runden“, sagt Kordas. Bei der ersten werden die Anwohner informiert und die abgelaufenen Häuser mit einem Strich markiert. Bei der zweiten Runde wird der Strich ein Kreuz – wenn die Wohnungen komplett leer sind. Um viertel nach Zwölf sind alle Bereiche evakuiert und die Sperrung der Autobahn A40 läuft an. Es wird voll auf den Ausweichstraßen, doch zumindest rund um den Sperrbereich bleibt ein Verkehrschaos aus. Währenddessen beginnt Sprengmeisterin Tanya Beimel mit ihrer Arbeit – und sorgt für eine kleine Schrecksekunde.

Denn sie hat sich für eine Fernentschärfung mit Raketenklemmen entschieden. Dabei wird mit einem lauten Knall in den Klemmen Munition gezündet. So treiben die Klemmen den Zünder aus der Bombe. „Ich hab gedacht, das wäre die Bombe“, sagt ein Passant. Doch die wurde so nur unschädlich gemacht. „Das hat alles wunderbar geklappt. Es war eine Bilderbuchentschärfung“, sagt Beimel und erklärt, dass es sich um eine 5-Zentner-Bombe handelt. Ausgegangen war man zunächst von der doppelten Größe.

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