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Für DJ-Legende Ruud van Laar ist das Ruhrgebiet ein starkes Stück Deutschland

WITTEN Im März 1965, mit 21 Jahren, schnupperte Ruud van Laar erstmals Ruhrgebietsluft. Vor dem Dortmunder Bahnhof. „Die stank nach Schwefel, der Dunst der Hochöfen lag wie ein Kissen auf der immer noch plattgebombten Innenstadt.“ Anders als in seiner Heimat Utrecht.

Für DJ-Legende Ruud van Laar ist das Ruhrgebiet ein starkes Stück Deutschland

Vorsichtig greift Ruud van Laar nach Wittens Zentrum, dem Rathaus. Hier liegt er seit vielen Jahren vor Anker. Doch das eigentlich starke Stück Deutschlands ist für ihn das ganze Ruhrgebiet.

Und die Autos waren dreckiger als in Spanien, Frankreich und England, wo er die Jahre zuvor gejobbt hatte.

In London hatte er „den Ausbruch des Pop“ miterlebt. „Eric Clapton im kleinen Club vor zehn Leuten.“ Und von dort seinen Traum mitgebracht: „Einen eigenen Club, der künstlerisch und wirtschaftlich gesund ist.“ Eigentlich wollte er hier nur kurz einen Freund besuchen und dann in Amerika reich werden. Stattdessen machte er „das erste wirkliche Poplokal im Pott“ auf, den Birds Club an der Wittener Straße. Legte Hendrix und Beatles auf. Ließ die Dortmunder tanzen. Und machte pleite.

Mehr als 90 weitere Clubs, Kneipen, Lokale holte er aus seinem Kopf in die Wirklichkeit, seit den 80ern auch in Witten. Von '88 bis '92 führte er das Landhaus Muttental, bis es abgerissen wurde. Zehn Jahre lang das Haus Rauendahl in Bommern. Alle scheiterten. „Ich hatte nie Kapital. Kredite bekam ich nicht.“ Strom gibt es nicht auf Pump – weil er nicht sofort kostendeckend wirtschaften konnte, gingen die Lichter immer wieder aus.

In ein paar Tagen wird Ruud van Laar 66. Als DJ arbeitet er weiterhin, als nächstes auf der Silver Party am 18. April in der WerkStadt. Und er folgt weiter seinem Traum. „Ich bin eigentlich Kneipenkünstler“, sagt er lächelnd. „Es sollte genug Plätze geben, wo Menschen sich treffen und wohlfühlen können.“ So wie das Ruhrgebiet, dem er den Rock und den Soul geschenkt hat? „Als ich herkam, war ich ein Luftikus. Aber die Menschen hier lernen früh, bescheiden und einfallsreich zu sein. Es hat mich mein ganzes Leben gekostet, zu entdecken, dass das Ruhrgebiet ein sehr starkes Stück Deutschland ist.“

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