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Prozess um Rippenbrüche

Gefängnis für Türsteher

BOCHUM Drinnen tanzten die Gäste, draußen rang ein Mann mit dem Tod: Ein Türsteher einer Bochumer Disko ist gestern am Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Muskelmann soll einem Diskobesucher mit dem Knie mehrere Rippen zertrümmert haben. Ergebnis: akute Lebensgefahr.

Gefängnis für Türsteher

Die Richterin war beim Urteil fest davon überzeugt: Es war eine „Gewaltexplosion“ des Türstehers (50), die einen 40-jährigen Diskogänger im Mai 2011 an den Rand des Todes brachte. Der Angeklagte hatte im Prozess behauptet, er habe das Opfer an jenem Abend praktisch gar nicht angefasst. Als mögliche Ursache für die in Serie gebrochenen Rippen des Mannes sei vielmehr sein vorheriges Taumeln gegen eine Schranke denkbar. Am Eingang der Szene-Disko soll der Gast von der Türsteher-Riege sogar noch als „Simulant“ verhöhnt worden sein.  Die Richter glaubten am Ende den Schilderungen des Opfers und hielten die Erklärungsversuche des Türstehers als „eindeutig widerlegt“. Ein Rechtsmediziner hatte angesichts des Verletzungsbildes einen Unfall, wie ihn der Angeklagte geschildert hatte, ausgeschlossen. „Es brauchte eine starke und vor allem gezielte Gewalteinwirkung“, hatte der Gutachter im Prozess erklärt. Unmittelbar vor der Verfolgungsjagd über die Dorstener Straße hatte es in der Disko Ärger um das spätere Opfer gegeben. Weil der 40-Jährige jedoch einfach weglief, hatte sich der Muskelmann an seine Fersen geheftet. „Du Schwein, du bist weggelaufen.“ Mit diesen oder ganz ähnlichen Worten auf den Lippen soll der Muskelmann damals auf den flüchtenden Gast losgegangen sein, ihm den Arm verdreht und dann das Knie in die Rippen gestoßen haben.Mit dem Urteil blieb das Gericht leicht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Reinhard Peters hatte einen Freispruch gefordert. Er will jetzt Berufung einlegen.

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