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Schauspielhaus

Götz Alsmann entführte sein Publikum nach Paris

BOCHUM Französische Klänge ließen die Besucher des Schauspielhauses am Sonntagabend gedanklich in die Hauptstadt Frankreichs fliegen. Entertainer Götz Alsmann sorgte mit seinem Programm "Paris!" für jazzig-beschwingte Stimmung und viele Lacher.

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Tollenträger Götz Alsmann "reiste" mit den Besuchern des Schauspielhauses nach Paris.

Überzeugte am Vibraphon mit außergewöhnlichen Klängen: Altfrid Maria Sicking.

Scherzte, sang und erzählte amüsante Anekdoten: Entertainer Götz Alsmann.

Götz Alsmann sang melancholisch-schöne Lieder wie »Liebe mich«.

Konnte man draußen meinen, der Herbst hätte bereits Einzug gehalten, ergab sich im Schauspielhaus am Sonntagabend ein ganz anderes Bild: Pariser Töne ließen das Publikum den grauen Himmel schnell vergessen. In Kooperation mit dem Bahnhof Langendreer hatte das Schauspielhaus den 54-jährigen Tollenträger mit seinem Ensemble nach Bochum geholt. Mit Erfolg: Der Saal war restlos ausverkauft. Französische Chansons der 30er- bis 60er-Jahre mit deutschen Texten neu arrangiert – das ist die Idee hinter dem Projekt, das Alsmann mit den vier Musikern Altfrid Maria Sicking (Vibraphon), Michael Ottomar Müller (Bass), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Paßlick (Percussion) im Studio Ferber, dem zweitältesten, noch voll funktionsfähigen Studio von Paris, aufnahm.

Hier saßen einst schon Chansons-Größen wie Charles Aznavour und Gilbert Bécaud am Flügel, es riecht laut Alsmann „nach Wasserschaden“ und auch ein Sofa, auf dem Serge Gainsbourg schon einige nette Stunden der besonderen Art verbracht haben soll, gehört zum Inventar – „sieht allerdings aus wie Sperrmüll“. Gilbert Bécaud war es übrigens auch, der den Münsteraner im Jahr 1967 seine Liebe für die französischen Chansons entdecken ließ: Moderator Hans-Joachim Kuhlenkampff hatte den Chansonnier in seine Quiz-Sendung „Einer wird gewinnen“ eingeladen, während der damals zehnjährige Götz von der Lässigkeit des Sängers tief beeindruckt vor dem Fernseher betete: „Gott, mach das ich werde wie Gilbert Bécaud!“

Neben den amüsanten Anekdoten rund um pubertäre Flirtversuche („ Wo brennt’s, darf man löschen?“) oder Alsmanns Liebe für Eddie Constantine-Filme ging es an diesem Abend aber natürlich vor allem um die Musik. Klassiker wie Charles Trenets Komposition „La mer“, deren englische Version „Beyond the sea“ wohl jeder kennt, zeigten sich durch die deutschen Texten in einem ganz neuen, höchst charmanten Gewand. In babyblauen Sakkos („Das ist eine Signalfarbe!“) gaben die fünf Musiker melancholisch-schöne Lieder wie „Liebe mich“ und fröhlich-lockere Songs wie „Der Wolf tanzt Cha-Cha-Cha“ zum Besten und entführten das Publikum ins „Café de la Paix“. Das gleichnamige Lied ist ironischerweise ursprünglich ein alter deutscher Schlager von Gitta Lind – der „Zimmer frei!“-Moderator weiß eben zu überraschen.

So holte er gegen Ende der Show auch mal die Ukulele raus und klimperte zwei verrückte Solos. Nach verdienten Jubelstürmen und Standing Ovations für den Entertainer und seine grandiose Band landeten die Besucher nach knapp zweieinhalb Stunden wieder vor dem Schauspielhaus. Unter grauen Wolken. Doch an diesem Abend konnte selbst der bedeckte Himmel dem Pariser Flair nichts mehr entgegensetzen.

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