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Stimmen aus Witten

Griechen blicken kritisch auf die alte Regierung

WITTEN Athanasius Mitakus vom Athen-Grill an der Annenstraße blickt kritisch auf die Heimat seiner Eltern. Der gebürtige Grieche beschwert sich wie viele andere seiner Landsmänner aus Witten über die alte Regierung Griechenlands.

Griechen blicken kritisch auf die alte Regierung

»Man muss auch bedenken, dass die Griechen vorher gar keine Steuern auf Wohneigentum bezahlt haben«, gibt Athanasius Mitakus vom Athen-Grill an der Annenstraße zu bedenken.

„Die müssen alle weg.“ Wassilios Dimitrio lässt kein gutes Haar an der alten Regierung Griechenlands. Der 58-jährige Besitzer des Saloniki-Grills am Kohlensiepen bezeichnet die Situation in seinem Heimatland als chaotisch. Dimitrios Verwandten in der makedonischen Stadt Serres an der bulgarischen Grenze berichten ihm regelmäßig von den neuen Sparzwängen, unter denen sie leiden müssen: Weniger Verdienst und die Einführung von Steuern auf Wohneigentum. „Man muss aber auch bedenken, dass sie dafür vorher gar nichts bezahlt haben“, gibt Athanasius Mitakus vom Athen-Grill an der Annenstraße zu bedenken. Der 43-Jährige lebt in zweiter Generation in Deutschland und hat einen sehr kritischen Blick auf die Heimat seiner Eltern. Dennoch weiß er, dass durch die drastischen Gehaltskürzungen manche griechische Bürger nicht mal in der Lage sind, die Fixkosten zu bezahlen.

Mitakus glaubt ganz fest, dass bei den anstehenden Wahlen das Linksbündnis einen gewaltigen Ruck nach vorne machen wird. „Um die 30 Prozent. Die sind zwar links, aber nicht extrem oder radikal“, urteilt Mitakus. Auch glaubt er nicht an einen Ausstieg aus dem Euro. „Denn da muss man sich fragen, wer verliert dabei am meisten, Griechenland oder Europa?“ Athanasius Mitakus ist zudem der Meinung, dass das völlig veraltete Verwaltungssystem Griechenlands die Teilschuld an der Talfahrt hat. „Die Beamten sind doch völlig überfordert“, meint er. Misswirtschaft auf der ganzen Linie wirft Wassilios Dimitrio der alten Regierung vor. „Die hat Griechenland zur Ruine gemacht. Jeder dieser Politiker denkt nur an sich und klebt an seinem Posten.“

Kinderärztin Dr. Theodora Polichronidou hofft, dass in Griechenland mit den Neuwahlen am 17. Juni nun endlich ein Neuanfang geschaffen wird. Ende März war sie auf einer Tagung in ihrem Heimatland und anschließend schockiert über die dortigen Zustände. „In Thessaloniki, wo sonst der Verkehr brandet, war gähnende Leere auf den Straßen. Der Liter Super kostete 1,94 Euro, keine Pizzeria hatte auf“, beobachtete die Ärztin. In Gesprächen stellte sie fest: „Die Leute haben jedes Vertrauen in die Regierung verloren. Ein Neuanfang ist erforderlich. Und das kann nicht die Linke schultern, es muss jemand sein, der kompromissfähig ist.“

Theodora Polichronidou bekommt mit, dass es zurzeit viele griechische Rückkehrer nach Deutschland gibt. „Von denen hört man nur Horrormärchen.“ Dass Griechenland aufgrund seiner Krise nun auch noch touristische Einbußen hinnehmen muss, kann Klaus-Walter Lutz von Reisebüro Löwenstein nicht bestätigen. Im Gegensatz dazu Sibylle Dworak vom Reisebüro Wedhorn an der Hauptstraße: „Es gibt wesentlich weniger Griechenland-Buchungen als im Vorjahr.“

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