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Haftstrafe: Messerangriff war keine Notwehr

WITTEN „Der Auftritt des letzten Zeugen war für das Gericht hilfreich, für den Angeklagten aber eher kontraproduktiv.“ Mit diesen Worten brachte Richter Bernd Grewer am Montag das Ergebnis des zweiten Verhandlungstages auf den Punkt. Der 34-jährige Bochumer hatte bei einer Prügelei seinen Kontrahenten mit einem Messer im Gesicht verletzt.

Haftstrafe: Messerangriff war keine Notwehr

Der zweite Verhandlungstag wurde erst durch den Beweisantrag der Verteidigung am vergangenen Mittwoch erforderlich.

Tatsächlich brachte der Polizeibeamte, der im Februar 2008 die zur Verhandlung vor dem Schöffengericht stehende Rauferei zwischen dem Angeklagten und einem weiteren Zeugen beobachtet und daraufhin die Streitenden getrennt hatte, nicht die gewünschte Entlastung für den 34-jährigen Bochumer. Im Gegenteil: Die Aussage brachte Klarheit in die Frage, dass das bei dem Streit verwendete Messer, mit dem der beteiligte Zeuge verletzt worden war, tatsächlich dem Angeklagten gehörte. Dieser hatte das kategorisch bestritten und sich selber als den Angegriffenen dargestellt.

Hintergrund der Schlägerei war ein Streit zwischen dem Angeklagten und seiner getrennt lebenden Ehefrau, bei dem es unter anderem um das gemeinsame Kind ging. Dem bislang unbescholtenen Angeklagten wurde in diesem Zusammenhang auch vorgeworfen, das gerichtlich verfügte Kontaktverbot missachtet zu haben.Ein Schlichtungsversuch des Richters in dem Streit war in der vergangenen Woche am Angeklagten gescheitert.

Während die Verteidigung also auf Notwehr plädierte und Freispruch forderte, sah die Staatsanwaltschaft die Einlassungen des Angeklagten durch sämtliche Zeugenaussagen widerlegt und forderte eine Haftstrafe. Dem schloss sich schließlich auch das Schöffengericht an und verurteilte den Bochumer zu zehn Monaten Haft, die es auf drei Jahre zur Bewährung aussetzte. Zudem muss der 34-Jährige 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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