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100 Mal auf Kurs gehalten

HALTERN Er war der Anführer. 100 Mal. Tausende Kilometer radelte Hermann Eikelschulte mit den Pättkesfahrern über Wege durch Feld und Wald.

100 Mal auf Kurs gehalten

Hermann Eikelschulte leitete die 100. und letzte Pättkestour des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern. Vorsitzender Franz Schrief dankte ihm und schickte ihn Sonntagfrüh mit einem Präsent auf die letzten Kilometer.

„Aber irgendwann ist Schluss“, sagt er. Irgendwann war Sonntag. Um 7.50 Uhr startete die letzte Pättkestour des Vereins für Altertumskunde und Heimatpflege unter der Regie des 75-Jährigen.

Treue Radfreunde führte er bis Vissbeck, besuchte dort mit ihnen den Gottesdienst und fuhr dann wieder der Heimat entgegen. Lob und Anerkennung für gute Organisation schrieben ihm Pättkesfahrer bereits 2001 auf eine Urkunde, Sonntag überreichte ihm der Vereinsvorstand einen westfälisch deftigen Frühstückskorb als Dankeschön. „Die Leitung der Pättkestouren hat mir wirklich viel Spaß gemacht“, blättert Hermann Eikelschulte in seiner Chronik Seite für Seite weiter.

Bilder, Zeitungsausschnitte und persönliche Notizen dokumentieren stramme Leistungen in schöner Geselligkeit. „Wir haben alles erkundet, was in Haltern und darüber hinaus sehenswert ist“, fasst der ehemalige Leiter des städtischen Tiefbauamtes die Jahre zusammen.

An der Pannenstatistik las Hermann Eikelschulte eine deutliche Entwicklung ab: „Die Fahrräder sind im Laufe der Zeit technisch immer besser geworden.“ Der frühere Amtsdirektor Teigelkamp war es, der seinen Sachgebietsleiter für Tiefbau 1971 aufs Rad schickte. Im Auftrag der Amtsverwaltung trat Hermann Eikelschulte als Organisator von Pättkestouren in die Pedale, am 13. April 1972 gab Haltern mit seiner Hilfe die erste Pättkeskarte des Kreises heraus. In schöner Regelmäßigkeit, durchschnittlich sechs Mal im Jahr, ging es auf Tour.

1974 adoptierte der Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern die Tradition, Hermann Eikelschulte blieb bis 1984 der Tempogeber. Der gelernte Zimmermeister, der nach erfolgreichem Studium auf dem zweiten Bildungsweg bei der Stadt Karriere machte, musste aus Zeitgründen das Fahrrad abstellen. Alfons Berheide, Theo Borgs und Heinz Albrecht führten seine ehrenamtliche Arbeit fort. 2001 stieg Hermann Eikelschulte wieder in den Sattel, seit zwei Jahren unterstützt ihn Hans Stevermuer als perfekter Navigator.

Gestartet wurde bei Wind und Wetter, manchmal mit über 70 Teilnehmern. Kurze und lange Touren führten immer zu schönen Zielen im Münsterland. Manchmal hat er sich verfahren, aber keiner hat‘s gemerkt. „Es war eine wunderbare Zeit“, lässt sich Hermann Eikelschulte einen wehmütigen Fahrtwind um die Nase wehen. Hans Stevermuer übernimmt seine Nachfolge und nach einer Verschnaufpause wird Eikelschulte in dem Tross wieder zum harten Kern gehören. Nur eben nicht mehr als Anführer.

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