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Ab nächste Woche

Der Maifisch kommt zurück in die Lippe

Lippramsdorf Nur wenige Menschen unserer Zeit haben ihn je gesehen, doch noch im 19. Jahrhundert war der Maifisch im Rhein und seinen Nebenflüssen weit verbreitet. Jetzt soll die heringsähnliche Fischart in der Lippe wieder angesiedelt werden.

Der Maifisch kommt zurück in die Lippe

Der Lippeverband wird zwischen Lippramsdorf und Wesel Maifische in die Lippe auswildern.

Schon in der kommenden Woche werden erstmals junge Maifische in der Lippe ausgewildert. Welche Stelle für das Aussetzen der Jungfische am besten geeignet ist, wird kurzfristig noch festgelegt. Im Umfeld der "Besatzstelle" sollte es Kiesbänke geben - wie an den typischen Laichplätzen dieser Art. Dafür eignet sich besonders der Lippe-abschnitt zwischen Lippramsdorf und Krudenburg im Kreis Wesel, teilte der Lippeverband mit.

Der Lippeverband hat in den letzten Jahrzehnten nicht nur für eine Verbesserung der Wasserqualität durch den Ausbau von Kläranlagen gesorgt. "Auch die Beseitigung von Wanderhindernissen und der Bau von Fischaufstiegen an Wehren sowie umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen haben inzwischen wieder günstige Bedingungen für anspruchsvolle Fischarten geschaffen, darunter auch Wanderfischarten wie den Maifisch", sagen die Experten, die nun hoffen, künftig eine weitere der ursprünglich im Fluss beheimateten Fischarten wieder zum aktuellen Artenspektrum hinzuzählen zu können.

Wanderung bis in Meer

Der Maifisch dringt anders als seine Verwandten und ähnlich wie der Lachs weit in die Flüsse vor, um sich dort an kiesigen Flussabschnitten fortzupflanzen. Dies geschieht bei Wassertempera-turen von etwa 15 Grad und mehr, wie sie bei uns im Frühjahr erreicht werden. Während der Laichwanderung zwischen April und Juni war der Fisch einst eine be-gehrte Beute der Rheinfischer und die Fische wurden vor allem im Mai, hierher rührt der deutsche Name, in vielen Gasthäusern angeboten. Jährlich stiegen hunderttausende Maifische vom Rhein in seine Zuflüsse auf, darunter ursprünglich auch in die Lippe. Allein in den Niederlanden wurden Ende des 19. Jahrhunderts jährlich bis zu 250 000 Maifische gefangen und verkauft.

Die Fischlarven bzw. Jungfische werden einige Stunden an der Lippe in so genannten Rundstrombecken verbringen, wo sie sich geschützt an die neuen Bedingungen anpassen können, bevor sie in den Fluss entlassen werden. Im Laufe des Sommers und Herbstes wandern die Fische dann erst zum Rhein und von dort ins Rheindelta ab. Von dort aus werden sie bis zum Winter ins Meer übersiedeln. Wenn die Maifische all dies erfolgreich bewältigen und nach drei bis fünf Jahren Auf-enthalt im Meer geschlechtsreif werden, kehren sie in den Rhein und hoffentlich auch in die Lippe zurück um sich natürlich fortzupflanzen.

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