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Die Schulen warten auf den „Digitalpakt“

Halterner Musterklassen arbeiten mit iPads

Veronika Beher leitet gerade drei Halterner Grundschulen, deshalb gibt sie selbst aktuell keinen Unterricht. Richtig ärgerlich sei das. Denn ihr Team darf in Musterklassen neue Technologien für die ganze Stadt testen.

HALTERN

von Kevin Kindel

, 19.06.2018
Die Schulen warten auf den „Digitalpakt“

An der Silverbergschule wurden Musterklassen mit iPads und Apple-TV-Geräten ausgestattet. Nico, Benedikt und Ava (v.l.) aus der Klasse 2b testen den Tablet-Computer. © Kevin Kindel

Die Stadtverwaltung wartet auf den „Digitalpakt Schule“, der bundesweit im Jahr 2016 angekündigt wurde. Nach der Bundestagswahl dauerte es lange bis zur Unterzeichnung des Koalitionsvertrags – demnach will der Bund über fünf Jahre 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellen. Das Land Nordrhein-Westfalen soll allein eine Milliarde bekommen. Weitere Sonderprogramme des Landes sollen folgen. „Unter der Digitalisierung verbirgt sich ein ganzer Weltraum an Maßnahmen“, sagte Stadtkämmerer Dirk Meussen in der Sitzung des Schulausschusses in der vergangenen Woche: „Wir schwimmen daher etwas, was den finanziellen und zeitlichen Rahmen aktuell angeht.“

Die Bezirksregierung habe auch noch keine genaueren Informationen zu den Fördergeldern, man sei auf die festzulegenden Förderzeiträume angewiesen. Die Stadt könne das Geld nicht einfach so vorstrecken und sich dann von Bund und Land zurückholen, erläuterte Meussen. „Wir haben in der Vergangenheit immer schon an der Digitalisierung gearbeitet“, so der Kämmerer: „Aber wenn das Geld kommt, haben wir durchaus noch Ideen zur Verwendung.“

Verschiedene Fördertöpfe

Bis 2020 bekommt die Stadt bereits jährlich rund 623.000 Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Dieses Geld wird vorrangig in die bauliche Gebäudesanierung gesteckt. Die Verwaltung will die Lage aber beobachten und möglicherweise auch Gelder aus diesem Topf für die Digitalisierung nutzen. Die Schulen seien insgesamt aber gut aufgestellt, was die Digitalisierung angeht. Jährlich habe man zuletzt etwa 100.000 Euro in diesen Bereich investiert.

Insgesamt stehen an den neun Grundschulen 27 Beamer, sieben sogenannte Whiteboards (elektronische Tafeln), etwa 300 PC-Computer sowie drei iPads zur Verfügung. An den drei weiterführenden Schulen sind es 123 Beamer, vier Whiteboards, 270 PCs und 100 iPads. Sämtliche Geräte müssen spätestens alle fünf Jahre ausgetauscht werden, damit die Technik auf dem aktuellen Stand ist. „Nicht unerwähnt bleiben darf, dass auch Fördervereine oder Eltern EDV-Geräte beschafft und zur Ausstattung beigetragen haben“, schreibt die Verwaltung in ihrem Sachstandsbericht.

Medienberater erstellt Konzept mit Schulen

Mithilfe eines Medienberaters des Kreises Recklinghausen werden aktuell Medienkonzepte für jede Schule erstellt. An der Silverbergschule wurden drei „Musterklassen“ eingerichtet, mit einem iPad, einem Apple-TV (das man mit dem iPad drahtlos verbinden kann), Lautsprechern, einem Beamer und einer Leinwand. Insgesamt kosteten Geräte und Installation etwa 2750 Euro pro Klasse.

„Die Erfahrungen sind sehr vielversprechend“, heißt es vom Schulamt. Diese Ausstattung soll interessierten Lehrern anderer Schulen noch vor den Sommerferien vorgestellt werden. Auch für die Alexander-Lebenstein-Realschule wurden testweise fünf aktuelle iPads mit Tastatur und Apple-TV bestellt. Um dieses System für alle 140 Klassenräume der Stadt neu zu installieren, bräuchte man etwa 564.000 Euro.

Stabile WLAN-Netze

Um alle Klassen mit WLAN-Internetempfang auszustatten, sodass auch alle Schüler gleichzeitig im Netzwerk arbeiten können, müssen sogenannte Accesspoints eingebaut werden. Auch die Server und Verteilergeräte müssten aufgerüstet werden. Diese zusätzlichen Kosten liegen laut der Verwaltung bei etwa 130.000 Euro. Bis zu dieser Vollversorgung ist es aber noch ein weiter Weg, das Amt schreibt auch: „Sowohl die Grundschulen als auch die Joseph-Hennewig-Hauptschule müssen noch mit Netzwerkkabeln in jeder Klasse ausgestattet werden, um dort sinnvollerweise die WLAN-Geräte zu installieren.“ Auch Schulungen für die Lehrer oder die Beauftragung externer Firmen für die Wartung der Technik stehe noch in den Sternen.

Angela Berkel (CDU), die Vorsitzende des Schulausschusses, fasste die städtische Sicht zusammen: „Hoffen wir, dass der Bund mal in die Puschen kommt.“

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