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Möbelhaus

Die vierte Generation Döbber feiert Wiedereröffnung

HALTERN Im Möbelhaus Döbber hat die vierte Generation die Ärmel hochgekrempelt. Für die Wiedereröffnung nach Erweiterung am Samstag und Sonntag (1. und 2. Oktober) sind die Ausstellungs- und Verkaufsräume an der Ecke Rochford-/Koeppstraße vom Baustaub befreit und liebevoll dekoriert worden.

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Die Geschwister Judith und Jakob Döbber haben den Stammsitz des Halterner Möbelhauses um einen Neubau erweitert und freuen sich nun auf die Neueröffnung am kommenden Wochenende.

Die Geschwister Judith und Jakob Döbber haben Ideen entwickelt und umgesetzt, außerdem viel Geld in die Hand genommen, um den Betrieb in die Zukunft zu führen. Das ist nicht nur für Familie Döbber ein Glücksfall, sondern auch für Haltern eine gute Entwicklung. Die jungen Firmeninhaber bereichern ihre Heimatstadt um ein Haus, dessen neues Gesicht zu begeistern weiß und dessen Inhalt weit über die Region hinaus von sich Reden macht. Dabei ist die Verbindung von Tradition und Moderne besonders gelungen. So sorgen Holzfenster gemeinsam mit einer fast rahmenlosen Glasfassade für ästethische Spannung.

Die Basis für diese aktuelle Erweiterung haben während der 111-jährigen Firmengeschichte drei Hermann-Generationen Döbber gelegt, die sich ebenfalls gut damit auskannten, die Ärmel hochzukrempeln und Chancen wahrzunehmen. 1905 kaufte der Urgroßvater der heutigen Inhaber ein Grundstück an der Recklinghäuser Straße 2, um dort eine Sattlerei und Polsterei zu eröffnen.

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„Es ist ein feines Haus, geräumig, mit einer integrierten Werkstatt“, schrieb Heinz Plattschulte in einer Chronik zum 100. Firmenjubiläum. Das Geschäft lief bis zum Ersten Weltkrieg vielversprechend. Dann wurde der Gründer als Soldat eingezogen und fiel für Kaiser und Vaterland in Frankreich. Seine Frau Änne rückte in die erste Reihe und sorgte unterstützt von ihrem Bruder dafür, dass der Betrieb an Hermann II. weitergegeben werden konnte. Dieser hatte ebenfalls das Sattler- und Polsterhandwerk gelernt und die Meisterprüfung abgelegt. Die Geschichte wiederholte sich allerdings, indem der Zweite Weltkrieg erneut das geschäftliche Desaster einläutete.

Das Döbber-Haus wurde bei einem Bombenangriff im März 1945 dem Erdboden gleichgemacht. „Total zerstört das Hab und Gut“, formulierte es Heinz Plattschulte. Immerhin gab es menschlich gesehen ein Happy End. Hermann II. kehrte aus der Gefangenschaft in Österreich nach Haltern zurück, auf 40 Kilogramm abgemagert. 1946 wurde der Betrieb Döbber als Tabakgeschäft in einer „Nissenhütte“ wiederöffnet.

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Ein Jahr später kam die dritte Hermann-Generation zur Welt. Als 20-Jähriger steigt dieser in das väterliche Geschäft ein. Der Zigarettenladen wird abgeschafft, das Haus um die Möbel ergänzt. Bauernmöbel aus Eiche werden zum Renner. „Ich habe den Geschmack der Zeit getroffen“, beschreibt der heute 69-jährige Hermann Döbber, Vater von Judith und Jakob sowie von Lea und Johannes, die den Internetshop des Unternehmens betreuen (www.thewoodlands.de).

Das Geschäft brummte. 1978 wurde das Haus Hestermann gepachtet, danach gekauft und renoviert, 1985 das Eckhaus aufgestockt und in seinen heutigen Zustand mit den Rundbögen versetzt. Vor sechs Jahren kaufte Familie Döbber das Nachbarhaus von Uli Schulte (ehemals Holle). Weil es baulich in keinem guten Zustand mehr war, wurde es im vergangenen Jahr abgerissen, um Platz für einen Neubau zu machen.

1000 Quadratmeter

Die Verkaufsfläche des Möbelhauses wächst auf 1000 Quadratmeter an. Hermann III. weiß seinen Laden in guten Händen. „Ich bin hier nur noch Hilfsarbeiter“, sagte er jetzt mit einem Augenzwinkern. Am Wochenende feiert Familie Döbber die Wiedereröffnung. Im Moment steht das Ärmel-Hochkrempeln im Vordergrund. Danach ist hoffentlich wieder etwas mehr Zeit für die noch recht junge Döbber-Generation Nummer V. 

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