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Ehepaare stellen Hochzeitsbäume in Haltern auf

„Dieser Baum ist für die Ewigkeit“

Flaesheim Zuerst der Baum, dann der Sekt: Am Wochenende haben 15 Paare ihre Hochzeitsbäume in der Haard aufgestellt. Es ist nicht das letzte Mal.

„Dieser Baum ist für die Ewigkeit“

Renate Kellner (Mitte) mit ihrer Familie (Cedric Kellner, Ingrid und Erwin Pidun und Nadine und Michael Kellner) an ihrem frisch gepflanzten Baum, der als Erinnerung an ihren Mann Ferdinand dienen soll. Foto: Pia Stenner

Ein bizarres Bild hat sich am Samstagvormittag dem ein oder anderen Spaziergänger oder Mountainbiker in der Haard geboten, als etwa 15 Autos vorbei fuhren und eine einzige Staubwolke hinterließen. Grund dafür war die Pflanzaktion des Regionalverbands Ruhr, bei dem zwölf Ehepaare sich mit einem eigenen Obstbaum im sogenannten Herzogstal verewigten. An diesem Ort zwischen Flaesheim und Hamm-Bossendorf, wo landwirtschaftlich genutzte Felder mitten in der Haard liegen, entsteht nach und nach eine Hochzeitsallee.

Anlass für die Silber- oder Goldhochzeit

Neben wenigen frisch verheirateten Paaren nahmen viele ihre Silber- oder Goldhochzeit zum Anlass, mit Hilfe der Ranger vom Regionalverband Ruhr (RVR) einen Baum zu pflanzen. Renate Kellner aus Herten erzählte, sie und ihr letztes Jahr verstorbener Mann Ferdinand hätten sich schon immer einen eigenen Hochzeitsbaum gewünscht. Die Goldhochzeit der beiden wäre dieses Jahr am 30. Juni gewesen.

„Jetzt habe ich uns – oder mir – diesen Wunsch erfüllt. Für mich ist der Friedhof nicht so wichtig, aber dieser Baum ist für die Ewigkeit“, so Renate Kellner. Auch für die nachfolgenden Generationen bleibe der Baum eine Erinnerung. Auch wenn wegen vertauschter Etiketten aus dem gewünschten Boskop-Apfelbaum ein Birnenbaum wurde: „Hauptsache, eine alte Sorte.“

Obst als Nahrung für Vögel und Insekten

Für Försterin Manuela Ortenstein stand noch ein anderes Ziel im Vordergrund der Pflanzaktion: „Die Idee war, die landwirtschaftlich genutzten Flächen biologisch aufzuwerten.“ Denn die Obstbäume sorgten dafür, dass den Vögeln und Insekten zusätzliche Nahrung geboten werde. „Außerdem freuen sich die Hochzeitspaare, die Obstbäume sehen hübsch aus und Spaziergänger können das Obst genießen“, so Ortenstein.

Einen Baum mit dazugehörigem Namensschild mit Hochzeitsdatum gab es für 85 Euro. Die meisten Paare hatten ihre Familien mitgebracht, um gemeinsam mit einem Glas Sekt anzustoßen, als der Baum mit Schild und Pflock dann stand. Später, am Holzkohlemeiler, bekam jedes Paar ein Herz aus Holz und eine Urkunde zu seinem Baum. Begleitet von Saxofonmusik der Halterner Musikschule.

Zwölf Paare hatten sich bei der Pflanzaktion angemeldet, ohne dass Ortenstein dafür Werbung machen musste. Bereits im letzten Jahr hatten einige Ehepaare ihre Obstbäume an dem Feld gepflanzt. Auch die nächsten zwei Jahre möchte Ortenstein die Hochzeitsallee im Herzogstal erweitern, danach werde man einen anderen Ort finden.

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