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Eiseskälte bei Schröer-Eis

HALTERN Von der Kälte, mit der die Unternehmensleitung von „R&R Ice Cream“ über das Aus für 80 Arbeitsplätze entscheidet, ist der Schröer Betriebsrat erschüttert.

Eiseskälte bei Schröer-Eis

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Gemeinsam mit Werner Kraupner, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (l.), führt der Betriebsrat der Eisfabrik Schröer den Kampf um die 80 Arbeitsplätze vor Ort fort.Wiethoff

Über die offensichtliche Unkenntnis, die über die Verhältnisse vor Ort herrscht, sind die Gewerkschafter überrascht. Eigentlich sollten von der Geschäftsleitung am gestrigen Mittwochmorgen die wirtschaftlichen Zahlen offen gelegt werden, die zur angestrebten Schließung des Halterner Werks geführt haben sollen.

2005 wies  der Halterner Produktionsstandort laut Bundesanzeiger einen Verlust von 3,5 Mio. Euro aus. Ähnlich soll die Geschäftsentwicklung auch in den Folgejahren ausgesehen haben. Diese auch von der Unternehmensleitung präsentierten Zahlen aber lässt der Schröer-Betriebsrat nicht so stehen. Thorsten Stöhr & Co. werfen „R&R Ice Cream“ ein strategisches Ausbluten des Werkes Haltern vor. Ihr Argument, dass die sieben Produktionslinien von Schröer-Eis auf zwei heruntergefahren wurden, sei lediglich „zur Kenntnis genommen worden“. Auch der Hinweis darauf, dass die Kochanlage, die angeblich nicht erweiterungsfähig sei, statt dreischichtig nur noch einschichtig betrieben wird, wurde nicht kommentiert. Ähnlich vollzog sich das gesamte weitere Gespräch: Die Unternehmensleitung erklärte, es gebe in Haltern keinen Platz für eine weitere Waffeleisanlage. Der Betriebsrat erwiderte, dass die Hallen längst nicht ausgelastet seien. Sogar der Hinweis, dass die Schröer-Belegschaft in diesem Jahr bisher 1,75 Mio. Euro erwirtschaften konnte, fand keinen gewünschten Widerhall.

„Unsere Gesprächspartner waren für unsere Argumente nicht zugänglich“, fasste Werner Kraupner zusammen, der als Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, den Schröer-Betriebsrat unterstützt. „Die Schließung wurde in England beschlossen und ist unumkehrbar“, befürchtete gestern nicht nur er. Noch will der Betriebsrat den Kampf um die Arbeitsplätze nicht aufgeben. Er lenkt seine Aufmerksamkeit aber gleichzeitig auf das Aushandeln von Sozialplänen. Dabei betonen die Gewerkschafter für die Schröer-Mannschaft: „Wir wollen kein Geld für das Aus. Wir wollen weiter arbeiten.“ Eine Alternative sei das Angebot von Arbeitsplätzen in Osnabrück auf keinen Fall. Wer zum Beispiel mit 1 600 Euro brutto im Monat auskommen müsse, der könne sich das Pendeln zur Arbeit gar nicht leisten.

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