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Quarzwerke erkunden Sandvorkommen in Haltern

Erkenntnisse durch drei Bohrungen gesammelt

Haltern Die Quarzwerke wollten mit elf Kernbohrungen die Lagerstätten der „Halterner Sande“ erkunden und Grundlagen für weitere Schritte schaffen. Jetzt hat das Unternehmen seine Pläne geändert.

Erkenntnisse durch drei Bohrungen gesammelt

Vorausschauende Planung ist ein wichtiger Baustein für ein Unternehmen, das natürliche Ressourcen gewinnt. Elf Erkundungsbohrungen sollten der Quarzwerke GmbH, die an ihrem Standort in Haltern pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen hochreine Quarzsande fördert, den Blick in die Zukunft ermöglichen. Diese sollten auf dem unter Naturschutz stehenden Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lavesum stattfinden.

Mitte Februar erfolgten die ersten drei der geplanten Bohrungen. Das Ergebnis war zufriedenstellend. Das Unternehmen will nämlich auf weitere Erkundungen verzichten. „Wir haben drei Bohrungen bis zu einer Tiefe von 45 Metern vorgenommen. Diese sollten die Grenzen der Lagerstätten der gebleichten Halterner Sande erkunden. Dies ist auch gelungen“, teilte Britta Franzheim (Unternehmenskommunikation) auf Anfrage mit. Die Bohrungen seien zwar im Naturschutzgebiet, aber dort am Wegesrand durchgeführt worden. Dazu hatten sich die Quarzwerke nach einem Ortstermin mit betroffenen Behörden und Institutionen entschieden. Fahrzeuge hätten sich so nicht abseits der Wege im Gelände bewegen müssen.

Grundsätzliches Interesse

Eine Gewinnung von Quarzsanden im untersuchten Bereich sei sowohl rechtlich als auch nach den betrieblichen Planungen der Quarzwerke derzeit nicht vorgesehen, erläuterte Britta Franzheim. Die Erkundung der Lagerstättengrenzen sei aber für das Bergbauunternehmen von grundsätzlichem Interesse.

„Alternativen für unser Unternehmen bestehen mindestens für die nächsten 30 Jahre im bereits konkretisierten Abbauverfahren südlich der A43 außerhalb des Schutzgebietes im Rahmen der Erweiterung des bestehenden Quarzsandtagebaus Sythen“, betonte Franzheim. Die Probebohrungen dienten dem Erkenntnisgewinn der Geologen. Auch der Geologische Dienst NRW habe ein hohes wissenschaftliches Interesse an der Untersuchung der gebleichten Halterner Sande angemeldet. Die Quarzwerke stellten diesem ihre Daten regelmäßig zur Verfügung. Das Erkundungsvorhaben war auf den Protest des Natur- und Umweltschutzes gestoßen. So hatte sich der Naturschutzbeirat des Kreises Recklinghausen gegen die Bohrungen ausgesprochen. Die Vertreter befürchteten, dass die Untersuchungen nur der erste Schritt sein könnten, um die Grundlagen für Kaufverhandlungen eines privaten Investors mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Besitzer des Übungsplatzes) zu liefern. Letztlich waren die Bohrungen aber von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt worden.

Bedeutsamer Rohstoff

Der Halterner Standort der Quarzwerke mit seinen Werken an der Münsterstraße und an der Flaesheimer Straße ist einer der bedeutendsten Sandlieferanten in Europa. „Bei den gebleichten Halterner Sanden handelt es sich um einen seltenen und bundesweit sehr bedeutsamen Rohstoff. Der Sand ist aufgrund seiner Zusammensetzung und Kornform hervorragend für die Herstellung von Gussformen für die Gießereiindustrie geeignet. Halterner Gießereisand ist die Referenz, an der Gießereisande aus anderen Lagerstätten gemessen werden“, teilte Britta Franzheim mit.

Aus dem Werk Haltern werde laut Quarzwerke bundesweit ein großer Teil der Gießereien beliefert. Die Gießereiindustrie in der Bundesrepublik stehe technologisch an der Weltspitze und zudem am Anfang der Wertschöpfungskette für viele heimische Schlüsselindustrien. „Mit Halterner Sand werden Motorblöcke, Getriebeteile, Teile für Anlagenbau aber auch für Windkraftanlagen gegossen. Aufgrund der besonderen Reinheit der Halterner Sande eignen sich diese außerdem hervorragend für die Glasproduktion und für Anwendungen in der chemischen und bauchemischen Industrie“, erklärte die Unternehmenssprecherin. Weil die Halterner Sande „Alleskönner“ seien, ließen sich die Lagerstätten ohne Abbauverluste zu 100 Prozent nutzen und besäßen dadurch eine maximale Ressourceneffizienz. Vergleichbare Sande gebe es in Deutschland nur sehr selten.

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