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Fred Mauritz: Singen ist sein Leben

HALTERN Der Applaus nimmt kein Ende, spornt ihn zu weiteren Zugaben an. Das sei sein „täglich Brot“, lacht der „singende Seemann Fred Mauritz“.

Fred Mauritz: Singen ist sein Leben

Der "singende Seemann", Fred Mauritz, begeisterte die VdK-Mitglieder mit Shantys, Seemannsliedern und "selbst erlebten Abenteuern" - hier beim Duett "My way" mit VdK-Vorsitzendem Dietmar Rüdiger.

Die über 60 VdK-Mitglieder aus Haltern und Dorsten im Seehof bekommen nicht genug. Der sonore Bass-Bariton, der wie ein Orkan über dem tosenden Meer wütet, kann sich auch sanft in die Herzen einschmeicheln. Ob „Rolling home“, „My way“ oder „Junge, glaub mir, da hab ich das Beten gelernt“, die Zuhörer versinken in ihre Welt.

Es gibt niemanden, der an der Echtheit des Kapitäns zweifelt. Mit blauem Sweater, weißer Hose und Kapitänsmütze macht er allen Seemännern Konkurrenz. Der vor Lebenslust strotzende Kerl mit dem volltönenden Bass singt alte Schinken und Shantys, aber auch „selbst Erlebtes“. Außerdem vergnügt er seine Zuhörer mit Gedichten, lustigen Geschichten und Versen. Als die Besucher in den kulinarischen Köstlichkeiten des Seehofes schwelgen, setzt sich der „Seemann“ an unseren Tisch, äußerlich kaum wieder zu erkennen, ein normaler älterer Herr. Verschmitzt lächelnd gesteht er: „Singen ist mein Leben! Ich öle meine Stimme damit, sonst rostet sie ein.“ Wer so singt, der darf ruhig ölen...

Sein Alter? So 70 haben wir ihm schon zugetraut – bei der festen, wohlklingenden Stimme und dem guten Gedächtnis. Aber 81? Wir sind beeindruckt. Und hinter einem Freddy Quinn, meint einer am Tisch, müsse sich „Fred“ ganz sicher nicht verstecken. „Ja, Fred, der Seemann...“, sinniert der Mann im Anzug über seiner Roulade. Die erinnert ihn wohl an zu Hause? Sein Lächeln wird wehmütig, die Augen blicken ins Leere, er schweigt. Noch eine Frage: „Hast Du das alles als 17-Jähriger wirklich so erlebt?“ Der Orkan, der ihn fast das Leben gekostet und das Beten gelehrt hätte. Fred schluckt. „Erstunken und erlogen“, bricht es aus ihm heraus.

Doch, er hat Verwandtschaft an der Waterkant, und die hat er besucht, aber einen Sturm auf dem Meer? Ne! Er kommt aus Wattenscheid, sein Vater war Bergmann. Und sein Name ist Friedhelm. Nur den konnte die Agentur nicht verkaufen, so wurde aus dem Ruhr-Pott-Bass, der Lieder von Wind und Meer so liebt, eben der „singende Seemann Fred“. Der sehr überzeugend seine Rolle spielt. Er lebt in Dorsten, ist bei KAB-, VdK-Gruppen und in Altenheimen zu Hause und verbreitet super Stimmung. Und alle entdecken in ihm den „typischen Seemann“.

Er brauche das Singen zum Überleben. „Es erinnert mich an schöne Zeiten, hilft mir bei Schicksalsschlägen. Dieser Termin im Seehof, das war der letzte, den meine Frau noch vereinbart hat. Vor vier Monaten ist sie gestorben...“. Er fasst sich schnell wieder. Jetzt bekommt der Hit, „Freu Dich an den kleinen Dingen, denn es ist alles nur geliehen...“, seine besondere Bedeutung. Morgen werde er in einer Kirche singen – und stimmt „Macht der Liebe“ an. „Ja, ich werde singen und singen und singen. So lange ich kann. Aber auf die Bühne tragen lasse ich mich nicht!“ Sagt's, erhebt sich, trinkt sein Pils und verlässt den Saal mit ausholenden Schritten.

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