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Freispruch im Bettenlager-Raub von Haltern

Fünffache Mutter ist nicht mutmaßliche Komplizin

Haltern/Essen Glückliches Ende für eine fünffache Mutter: Im Prozess um sechs Raubüberfälle in Haltern, Dorsten und Marl ist die 42-Jährige am Mittwoch freigesprochen worden.

Fünffache Mutter ist nicht mutmaßliche Komplizin

Das Dänische Bettenlager an der Münsterstraße. Foto: Benjamin Glöckner

Es war der Tag, auf den alle gewartet hatten. Für den dritten Verhandlungstag hatten die Richter am Essener Landgericht genau den Mann als Zeugen geladen, der für die Überfälle bereits zu sechs Jahren Haft verurteilt worden ist. Der 49-Jährige hatte die Angeklagte während seines eigenen Prozesses als Komplizin benannt.

Die erste Überraschung gab es gleich zu Beginn seiner Zeugenvernehmung. Trotz der hohen Strafe kam der eigentliche Täter als freier Mann ins Gericht. Die Haft ist bereits anderthalb Jahre nach seiner Festnahme soweit gelockert worden, dass er den Weg vom Bochumer Gefängnis ins Essener Landgericht alleine zurücklegen durfte.

Sie blieb ruhig, schüttelte nur ab und zu mit dem Kopf

Die zweite Überraschung war die Reaktion der Angeklagten. Obwohl der 49-Jährige erneut erklärt hat, dass die Frau aus Marl in allen Fällen seine Mittäterin gewesen sei, blieb sie weitgehend ruhig, schüttelte nur ab und zu mit dem Kopf.

„Wäre sie nicht dabei gewesen, hätte ich sie niemals angeschwärzt“, sagte der Handwerker den Richtern. Dass er ihren Namen erst so spät preisgegeben habe, erklärte er so: „Ich wollte sie eigentlich schützen.“ Weil sie ihn nach seiner Festnahme jedoch nicht besucht habe, sei er umgeschwenkt. „Warum soll ich alleine sitzen?“, fragte er die Richter. „Für mich ist sie genauso schuldig wie ich.“ Außerdem habe er sich am Ende einfach eine mildere Strafe erhofft.

Staatsanwalt und Verteidigung beantragen Freispruch

Trotz der eindeutig belastenden Aussagen: Überzeugen konnte der 49-Jährige die Richter am Ende nicht. Staatsanwalt und Verteidigung hatten ebenfalls Freispruch beantragt.

Die angeklagte Mutter hatte im Prozess erklärt, dass ihr Ex-Freund sie möglicherweise nur deshalb falsch belastete, weil sie keine feste Beziehung mit ihm eingehen wollte. Das hatte der 49-Jährige jedoch zurückgewiesen.

In Haltern hatte der 49-Jährige 2016 die Filiale des Dänischen Bettenlagers überfallen. Nach dem Freispruch für seine Ex-Freundin ist es nicht ausgeschlossen, dass er nun eine neue Anklageschrift erhält: wegen falscher Verdächtigung.

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