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Interview

Herbert Knebel schwelgt in früheren Halterner Erinnerungen

HALTERN Er verkörpert seit Ende der 1980er-Jahre den nörgelnden Ruhrpott-Rentner Herbert Knebel. Am 11. November (Freitag) tritt Uwe Lyko alias Knebel mit seinem „Affentheater“-Ensemble in der Halterner Seestadthalle auf. Im Gespräch mit unserer Redaktion schwelgte er in Erinnerungen an frühere Auftritte in Haltern.

Herbert Knebel schwelgt in früheren Halterner Erinnerungen

Am 11. November kommt Herbert Knebel mit seinem Affentheater in die Seestadthalle.

Hallo Herr Lyko, in den Anfängen ihrer Karriere sind Sie im Rahmen des Kulturboitels bereits in Haltern aufgetreten. Haben Sie noch Erinnerungen daran?

Ich weiß noch, dass wir in einer Schulaula aufgetreten sind (Aula im Schulzentrum, Anm.d.Red.). Im Laufe der Zeit verkam die Aula aber immer mehr. Man merkte bei den Auftritten, dass nicht mehr alle Scheinwerfer funktionierten und der Vorhang eingerissen war. Man konnte quasi alle zwei Jahre bei unseren Auftritten gut sehen, wie die öffentlichen Kassen ausbluten.

Sie spielten dementsprechend vor noch nicht so großem Publikum, oder?

So klein war das gar nicht, da passten immerhin auch 400 Leute rein. Die Auftritte waren im Laufe der Jahre dann aber immer sehr schnell ausverkauft und dann sind wir fortan in die Seestadthalle gegangen.

Haltern ist an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Welches Publikum gefällt Ihnen besser?

Da tut sich nicht viel. Es ist eine Legende, dass der Münsterländer zum Lachen in den Keller geht und der Ruhrgebietler sich immer kaputt lacht. Es gibt aber ein paar Städte, die werde ich nicht namentlich erwähnen, unter anderem auch eine im Ruhrgebiet, da ist das Publikum äußerst reserviert und zurückhaltend. Da haben wir uns gefragt: ‚Hömma, warum waren die eigentlich bei uns?‘ Und beim nächsten Auftritt in der Stadt war die Halle doch wieder ausverkauft. Echt ein Phänomen.

Gibt es solche Typen wie Herbert Knebel im echten Leben überhaupt noch?

Ja sicher, die sterben nicht aus. Also diese Typen, die so ein bisschen wie Herbert Knebel sind, sehen vielleicht nicht mehr so aus und sind etwas moderner gekleidet. Wobei ich sach ja immer‚ es wird die Zeit kommen, wo viele Leute, wahrscheinlich auch Jugendliche, so einen Look haben wollen wie der Knebel. Früher wurde geunkt‚ der Herbert mit seinem Kastengestell. Und guck dir mal heute die ganzen jungen Leute an, die tragen alle ‘ne Knebel-Brille. Diese Schiebermützen kommen auch wieder in Mode. Irgendwann kommen dann die braunen Hosen und beigen Jacken wieder, das ist nur eine Frage der Zeit.

Ohne despektierlich zu wirken: Hätten sie zum Start des Affentheater-Programms gedacht, dass sie den Essener Rentner Knebel auch noch im gehobenen Alter spielen?

Nein, mit der Gruppe war auch gar nichts geplant. Das war ein ambitioniertes Feierabend-Projekt, mit dem man ein bisschen Geld verdienen wollte und womit nicht unbedingt eine berufliche Perspektive verbunden war. Wir haben dann aber relativ schnell gemerkt, dass die Leute alle total begeistert waren. Nach relativ kurzer Zeit kam bereits deutlich mehr Publikum zu uns. Dann ist uns irgendwann so nach drei, vier Jahren klar geworden, das ist ein Dingen, davon kann man wohl ganz gut leben.

Was können denn die Halterner am 11. November beim Affentheater-Programm erwarten?

Ein typisches Affentheater-Programm. Wir sind ja seit fast 30 Jahren unterwegs, da kann man das Rad auch nicht neu erfinden. Wir sind ja schon äußerst vielseitig. Das ist nicht nur der Knebel, der seine Geschichten erzählt, es gibt ja auch Ensemble-Nummern, Features von den anderen Kollegen und viel Musik verschiedener Richtungen.

Viele ihrer Kollegen bringen mittlerweile ein ähnliches Programm auf die Bühne. Warum sollte man ihrer Meinung nach auf jeden Fall in die Seestadthalle kommen?

Weil an dem Tag wahrscheinlich nichts Vernünftiges im Fernsehen läuft und die schlimme Jahreszeit anfängt, nämlich der Karneval. Wie kann man sich da besser von diesen beiden Tiefschlägen erholen, als bei einem Abend mit Herberts Affentheater.

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