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Sythener Ruheforst ist vertraglich abgesichert

Im Linnert soll ein Bestattungswald entstehen

Sythen Bisher stimmten Halterns Politiker immer einmütig für einen Bestattungswald im Sythener Linnert, den Carl Otto Graf von Westerholt betreiben will. Die Grünen allerdings haben jetzt Bedenken. Unsere Karte zeigt, wo der Ruheforst entstehen soll.

Im Linnert soll ein Bestattungswald entstehen

Seitlich von Schloss Sythen wird ein Mischwald zum Bestattungswald. Der Betreiber nutzt die Infrastruktur des Schlosses. Luftbild: Neubauer Foto: Oskar Neubauer

Die Zeichen stehen gut, dass im Linnert im Laufe des Jahres eine „Ruhestätte Natur“ eröffnet wird. Am 6. März diskutierte der Ausschuss Bauen und Verkehr im Rathaus darüber. „Wir brauchen heute ein Votum, um es dem Kreis für die abschließende Genehmigung eines Bestattungswaldes vorzulegen“, erläuterte Baubetriebshofleiter Gerd Becker den Weg des Verfahrens.

Doch diesmal stimmten die Parteien nicht – wie in der Vergangenheit – einmütig für das Vorhaben. Die Grünen enthielten sich. Marlies Wesseler sagte auch warum: „Wir haben Sorge, dass sich im Linnert ein Waldtourismus zulasten der Natur entwickelt.“

Freude dagegen aufseiten der SPD. Sie hatte 2015 einen Antrag gestellt, Waldbestattungen in Haltern zu ermöglichen. Auf anfängliche Bedenken seitens der Verwaltung und anderer Politiker, folgte 2016 ein Umdenken, als Carl Otto Graf von Westerholt einen Teil des Linnerts, der in seinem Besitz ist, als Bestattungswald anbot. Seither liefen Gespräche. „Wir freuen uns, dass unser Antrag endlich umgesetzt wird“, sagte Arno Huesmann (SPD) im Ausschuss.

Die reservierte Fläche für die „Ruhestätte Natur“ ist 15 Hektar groß, zunächst wird aber nur ein vier Hektar großer naturbelassener Mischwald jenseits des Reiherhorstes entsprechend entwickelt, der andere Teil als Reservefläche zurückgehalten.

Vertrag gilt 99 Jahre

Der Bestattungswald wird ein kommunaler Friedhof. Die Stadt ist Trägerin, der Graf von Westerholt als Eigentümer des Waldes der Betreiber. Das Vertragsverhältnis ist auf 99 Jahre festgelegt.

Laut Vereinbarung zahlt der Betreiber für jeden vergebenen Bestattungsplatz an einem Baum einen gewissen Betrag an die Stadt, außerdem gleicht er der Stadt entgangene Gebühren aus, wenn eine Bestattung auch auf einem anderen städtischen Friedhof als Baumbegräbnis hätte stattfinden können.

Sturmschäden beseitigen

Der Graf wird die Infrastruktur rundum nutzen: den Wander-Parkplatz im Linnert, die Schlosskapelle für Trauerfeierlichkeiten und die Wassermühle für das Bestattungsbüro. Vorgesehen ist auch, dass Trauergäste bei Beerdigungen die sanitären Anlagen des Schlosses nutzen dürfen.

Insgesamt verfügt der Graf über gute Erfahrungen: Er eröffnete 2015 im ehemaligen Löwenpark Westerholt erstmals eine „Ruhestätte Natur“, hier denkt er bereits über eine Erweiterung nach.

Die Stadt geht von einer baldigen Genehmigung des Ruheforstes aus. Vor dem eigentlichen Start müssen allerdings noch Sturmschäden beseitigt werden.

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