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Fortbildung für Ärzte

Im Video: Junge Ärzte üben Knie-Operation in Haltern

HALTERN Der Halterner Orthopäde Dr. Carsten Radas bildet junge Fachärzte fort und hat sie im Hotel Seehof an Implantaten Operationen simulieren lassen. Wir waren mit der Videokamera dabei - unter anderem erzählt der Fachmann, warum ihn eine Knie-Operation an eine Grillparty erinnert.

Im Video: Junge Ärzte üben Knie-Operation in Haltern

Dr. Carsten Radas (Mitte), leitete die „Trockenübungen“. Foto: Foto: Silvia Wiethoff

Konzentriert setzt Dr. Kyprianos Hadjiafxentis den Bohrer an und treibt die Spitze wenige Zentimeter tief in einen Knochen. „Ja, das sieht schon ganz gut aus“, wird der Assistenzarzt des Marienhospitals Bottrop von Dr. Carsten Radas motiviert, der bei diesem Eingriff nur leicht korrigieren muss.

Blut fließt bei dieser Operation am Freitag nicht. Auch tragen die Mediziner weder Haube, Mundschutz noch Handschuhe. Die Behandlung am Knie findet nämlich nicht in einem Krankenhaus statt, sondern in einem Tagungsraum des Hotels Seehof in Haltern am See. Carsten Radas, Chefarzt des Zentrums für ambulante Operationen im St.-Josef-Stift in Sendenhorst, hat zur Trockenübung in Sachen Gelenkspiegelung oder Arthroskopie eingeladen. Er gibt sein Wissen in den modernen minimalinvasiven Techniken weiter und hat sein Angebot ausdrücklich an junge Kollegen gerichtet, die als Assistenzärzte ganz am Anfang ihrer Karriere stehen.

Als erfahrener Orthopäde und Sportmediziner beschäftigt sich Carsten Radas seit Jahren nahezu ausschließlich mit arthroskopischen Operationen sämtlicher Gelenke. „Es hat mich immer geärgert, dass gerade Anfängerkurse in dieser schwierigen Technik in unserer Region mit einer hohen Bevölkerungs- und Krankenhausdichte kaum angeboten werden. Um nicht am Menschen trainieren zu müssen, ist unser Nachwuchs auf zeitlich und finanziell aufwendige Kurse in Berlin, auf Sylt oder in der Schweiz angewiesen“, begründet er sein Engagement außerhalb des üblichen Klinikbetriebs.

Kreischend dringt derweil erneut eine Bohrspitze in ein Implantat ein, mit dessen Hilfe an diesem Tag die echte Operation simuliert wird. Das Geräusch dringt dem Laien bis ins Mark. Carsten Radas kann darüber nur schmunzeln. Wenn man am Menschen operiere, sagt er, kämen noch viele weitere Sinneswahrnehmungen hinzu. „Wenn man in den Knochen bohrt, riecht es wie auf einer Grillparty“, verrät er, dass auch er den typischen Humor besitzt, der seiner Zunft nachgesagt wird.

Seine jungen Kollegen sind froh, dass sie sich beim „Basiskurs Kniearthroskopie“ langsam auf die Herausforderungen im Operationssaal vorbereiten können. „Ich finde es schön, dass man die Arthroskopie hier von der Pike auf lernen kann. Im Klinikalltag ist das nicht möglich. Hier hat man Zeit, auch einmal einen Fehler zu machen“, erklärt beispielsweise Dr. Lars Behn, Assistenzarzt im St.-Willibrord-Spital in Emmerich-Rees. Er hat nicht lange darüber nachgedacht, für den Kurs bis nach Haltern zu fahren.

Es sei übrigens durchaus etwas Wahres an der These dran, dass ein guter Orthopäde auch ein guter Handwerker sein müsse, erklärt Carsten Radas. „Es ist wie ein Schreinerjob. Allerdings muss bei uns jede Schraube sitzen“, ergänzt er. Außerdem gehe der Orthopäde nicht nur technisch vor, sondern suche auch immer eine individuelle Lösung für den Patienten, vom Sportmuffel bis zum Spitzensportler.

Carsten Radas selbst ist in seiner Freizeit sehr häufig handwerklich tätig. In diesem Jahr wird er für sein Hobby aber nur noch wenig Zeit haben. Der Mediziner ist viel gefragt, unter anderem betreut er die Hoch-, Weit- und Dreispringer sowie die Sprintstaffeln der Deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft.

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