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Käufer stehen Schlange für Schröer-Eis

HALTERN Wer genau hinsieht im Schröer EisParadies, der kann schon auf „krumme“ Gedanken kommen. Bisher – das ist zunächst auch noch weiterhin so – gibt es donnerstags den Eis-Lagerverkauf. In der vergangenen Woche war die Resonanz so groß wie selten.

Käufer stehen Schlange für Schröer-Eis

"Es gibt immer noch nichts Neues. Wir können nur abwarten", erklären (v.l.) Rita Schwiek, Marco De Cicco, Werner Kraupner, Thorsten Stöhr, Oliver albert und Peter Lehnebach.

Als kauften die Leute auf Vorrat, standen sie Schlange vor der Ladentür. Und darüber prangt das Schild „Fabrikverkauf“. „Da fehlt jetzt nur noch ein ,t’“, witzelte ein Besucher, ein anderer kommentierte: „So viele Interessenten für einen Fabrik-Verkauf!“ – Makaber? Nein. Nur Alltag.

Über solche Witze kann der Betriebsrat nur müde lächeln. Wenn man selbst betroffen ist, sieht das alles gleich ganz anders aus. Aber Thorsten Stöhr, Rita Schiwek, Oliver Albert, Stefan Lehnebach und Marco De Cicco sowie Werner Kraupner (Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten) geben die Hoffnung nicht auf. Auch wenn sie genauso bedrückt sind wie ihre Kollegen der Eisfabrik. „Wir können jetzt nur abwarten.“ Einerseits haben sie Details, Fakten von der Unternehmensleitung angefordert: Zahlen über die Produktion, Informationen über den abgesprungenen Großkunden und die Bemühungen, ihn zurück zu gewinnen.

Andererseits setzen sie ihre Hoffnungen auf Bürgermeister Bodo Klimpel. Ob der bei seinem Besuch in Osnabrück am Donnerstag die Weichen umstellen kann? Sie wünschen es sich sehr. Und dafür drücken die Halterner die Daumen. Ansonsten wurde das Produktionsende vom 22. auf den 29. August verschoben. „Wahrscheinlich produzieren wir auch noch in der ersten September-Woche“, meint Rita Schiwek. Mit der endgültigen Planung rechnet der Betriebsrat „diese Woche“.

Die Mitarbeiter halten fest zusammen, die Arbeitsmoral ist trotz der bedrückenden Lage sehr gut. Nicht einer, der sich krank gemeldet hätte. „Wenn das jetzt hier zusammenbricht“, meint Werner Kraupner, „haben wir gar keine Chance.“ Inzwischen ist geklärt, dass Arbeitsguthaben und Urlaub abgebaut werden können, solange der Produktionsablauf sicher gestellt bleibt.

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