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Verlassenes Lokal

Kinder nutzen Bunker auf der Helenenhöhe als Spielplatz

HALTERN Angst bei Eltern von Kindern und Jugendlichen, Ärger beim Eigentümer: Die Helenenhöhe rund um das ehemalige Ausflugslokal zwischen Haltern und Lavesum ist ein Problemfall. Kinder haben sich Zugang zu einem dortigen Bunker verschafft - das gefällt dem Eigentümer gar nicht. Sehen Sie in unserer Fotostrecke, wie gruselig es vor Ort aussieht.

Kinder nutzen Bunker auf der Helenenhöhe als Spielplatz

Der Eingang des ehemaligen Ausflugslokals Helenenhöhe. Foto: Foto Holger Steffe

2014 hatte der damalige und heutige Besitzer, Hans-Joachim Doctor, das Gebäude und den Bunker auf Geheiß des städtischen Bauordnungsamtes zumauern lassen. Nachdem zeitweise der inzwischen verstorbene Essener Unternehmer Georg Hüser die Helenenhöhe gekauft und ausgeräumt hatte, scheinen jetzt wieder junge Halterner Bürger widerrechtlich Zugang zum Grundstück und auch zum Bunker gesucht zu haben. Eine betroffene Mutter hatte sich an unsere Redaktion gewandt, weil ihr Sprössling nach einem Besuch im Bunker völlig verängstigt und verstört nach Hause zurückgekehrt war. „Der geht nie mehr dorthin“, so die Mutter, „der hat solche Angst bekommen und dafür bin ich dankbar“. Um auch anderen Kindern die Möglichkeit zu verwehren, bat sie uns, mit der Stadt oder dem Besitzer Kontakt aufzunehmen – wohl wissend, dass ihr strafunmündiger Sohn auch einen Fehler gemacht hat, als er das Grundstück auf der Helenenhöhe betrat.

Eindrücke von der Helenenhöhe

Helenenhöhe November 2017, Eingang
Helenenhöhe November 2017, Verfallener Anbau
Helenenhöhe November 2017, Seitengebäude
Helenenhöhe November 2017, Vorderansicht
Helenenhöhe November 2017, Seitenansicht
Helenenhöhe November 2017, Hinteransicht
Helenenhöhe November 2017, Hinteransicht
Helenenhöhe November 2017, Hinteransicht
Helenenhöhe November 2017, Weg über Treppe zugewuchert
Helenenhöhe November 2017, Durchgang zur Treppe Richtung Bunker
Helenenhöhe November 2017, Weg über Treppe zugewuchert
Helenenhöhe November 2017, Seitengebäude
Helenenhöhe November 2017, Eingang
Helenenhöhe November 2017, Hinteransicht

Stadtsprecher Georg Bockey sagt dazu: „Ein Mitarbeiter des Bauordnungsamtes hat sich vor drei Wochen auf dem Grundstück umgesehen und keine Einbruchsspuren festgestellt“. Der schwer zugängliche Bunker wurde dabei aber nicht in Augenschein genommen. „Wir haben mit dem Eigentümer Kontakt aufgenommen, der nun auch den Bunker wieder verschließen lässt“, sagte Bockey auf Anfrage. Hans-Joachim Doctor ist außer sich: „Das ist eine Unverschämtheit! Da betreten die Leute einfach mein Grundstück und Gebäude. Überall habe ich Verbotsschilder aufgestellt, die einfach missachtet oder entwendet werden.“ Hans-Joachim Doctor will jeden, den er auf seinem Grund und Boden ohne Erlaubnis vorfindet, wegen Hausfriedensbruch anzeigen. Wer sich darüber hinaus auch noch an Gebäuden zu schaffen macht und sie beschädigt, werde natürlich auch angezeigt, kündigt der Besitzer an.

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Hans-Joachim Doctor, Immobilienmakler aus Recklinghausen, versucht, einen Käufer für die Helenenhöhe zu finden. Das Problem dabei ist, dass die Nutzung des Grundstücks nach städtischer Vorgabe landwirtschaftliche Zwecke wie Gartenbau, Tierhaltung oder ähnliches erfüllen muss. Schon jetzt wären fünf Großgaragen und ein Büro, ehemals genutzt von der Firma Lignum Fachwerk-Fertighausvertrieb, nutzbar.

Traurige Berühmtheit erlangte die Helenenhöhe am 28. Oktober 1944. Ein abgestürzter kanadischer Pilot wurde dort von Johann Wilhelm Lütfring (politischer Leiter in der NSDAP) ermordet. Lütfring war zusammen mit dem Gauleiter Westfalen Nord, Dr. Alfred Meyer, auf der Helenenhöhe in einer Bunkeranlage, in der Meyer sein Hauptquartier Reichsgau Westfalen Nord eingerichtet hatte. Dies besagt ein Bericht des Halterner Altertumsvereins.

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